Eine Warnung vor Antivirus-Programmen, Security Suites, Software-Update-Tools und Säuberungs-Tools

Achtung

Wir werden im Forum und per E-Mail zur Zeit wieder mit zahlreichen Problemen konfrontiert, die nicht existieren würden, wenn Anwender auf Sicherheits-Programme (Security Suites) verzichten würden. Diese "Suites" werden mit immer mehr Funktionen ausgestattet, die in Wahrheit zu Problemen führen, deren Ursache schwierig zu finden ist, weil man den Zusammenhang erstmal erkennen muss bzw. müsste.


Ein paar Beispiele:


  • Thunderbird wurde auf Version 78.0 oder 78.1 aktualisiert, jetzt funktionieren die Add-ons nicht mehr
    Die Entwickler des Thunderbird haben bisher überhaupt keine (halb-)automatischen Updates veröffentlicht. Warum aber wurde dann doch "automatisch" auf die neue Versionsreihe aktualisiert? Eigentlich kann man die neue Version bzw. Versionsreihe nur ganz bewusst manuell herunterladen und installieren. Das Update auf Version 78.0 oder 78.1 wurde durch eine Sicherheits-Suite (wie bspw. "Avast" oder "Kaspersky") installiert, weil es angeblich sicherer sei. Dabei wird von diesen Tools vollkommen ignoriert, dass solch ein Update für "Jedermann" überhaupt nicht gewollt ist, weil die Thunderbird-Entwickler genau davor schützen wollten, dass man in die Falle mit den Add-ons gerät. Im Falle von Kaspersky wurde dem Anwender sogar die englische Version des Thunderbird "untergeschoben".

    Beschweren Sie sich doch also bitte (ernst gemeint) bei den Herstellern der Programme wie Avast oder Kaspersky!

    Es wird übrigens gerade seit Windows 10 oftmals empfohlen, auf Antivirus-Software von Drittanbietern zu verzichten und statt dessen lieber "nur" die eingebauten Funktionen wie den "Defender" zu benutzen. Wer dennoch eine "Security Suite" verwenden möchte, sollte sich ganz gezielt mit allen(!) Einstellungen auseinandersetzen und diese teilweise vielleicht sogar ausschalten. Software-Updates, die durch andere Programme ausgeführt werden, sind potentiell gefährlich und Problemursachen werden dabei auch noch verschleiert.
  • Direkt nach einem Thunderbird-Update können keine E-Mails mehr gesendet oder empfangen werden
    Es ist ein total typisches Phänomen, welches oftmals durch Antivirus-Software hervorgerufen wird. Leider lässt sich auch dieses Problem oftmals nicht ordentlich zuordnen. Ein Grund kann sein, dass die Antivirus-Software erkennt, dass die "thunderbird.exe" oder andere Programm-Teile sich verändert haben und dann (stillschweigend) blockiert wird. Meist probiert man dann verzweifelt alles mögliche aus, wodurch die Ursache im Nachhinein nicht mehr sicher festzustellen ist.
  • Es müssen plötzlich (vielleicht auch immer wieder) Dialoge zu "Zertifikaten" und Ausnahmen bestätigt werden, weil etwas im Zertifikat nicht mit der Server-Adresse übereinstimmt
    Dieses Problem stammt oftmals auch von den Security Suites, da diese Programme die Datenübertragung zwischen Thunderbird und dem E-Mail-Server abfangen und analysieren wollen. Dies ist zwar gut gemeint, bringt aber oftmals auch Ärger (und potentielle Sicherheitslücken) mit sich. Thunderbird beschwert sich zurecht, wenn diese Programme die Zertifikate "manipulieren". Man kann das Problem zwar beheben, müsste es aber auch erstmal eindeutig zuordnen können. Daran scheitern viele Anwender.
  • Das OAuth-Login (bspw. für Gmail) zum Postfach muss immer wieder neu eingegeben werden
    Dies ist die Folge von Aufräum-Aktionen, die beispielsweise von CCleaner und vergleichbaren Programmen ausgeführt werden. Diese Programme löschen (angeblich) unwichtige temporäre Dateien. Leider löschen diese Programme aber auch in Thunderbird "Cookies", in denen wegen des OAuth-Logins Authentifizierungs-Keys gespeichert sind. Die Folge ist, dass man die Daten immer wieder neu eingeben muss, was überhaupt kein Fehler von Thunderbird ist.


Dies sind nur ein paar Beispiele bzw. Beschreibungen von Problemen, die sich aus der teilweise unbedachten Verwendung von Security Suites oder Hilfsprogrammen wie CCleaner ergeben. Als betroffener Anwender denkt man dann, dass Thunderbird nicht funktionieren würde oder einen Fehler enthält. Dabei liegt das Problem in Wahrheit eher bei den falsch umgesetzten und unbedacht verwendeten Funktionen der Drittanbieter Software.