Hi David,
Zitat von "David.P"Was bedeutet zum Beispiel CA -- ist das eine Abkürzung für "Certificate" oder für "Certificate Authority"?
Certificate Authority
Also die Stelle, welche Zertifizierungen vornehmen darf.
Zertifizierung bedeuteet hier, die elektronische Signatur der Userangaben, dessen öffentl. Schlüssels usw.
Zitat von "David.P"Falls es Letzteres ist, was ist in diesem Fall die von Dir genannte "Root-CA"? Ich hätte eigentlich gedacht, das ist ein "Wurzelzertifikat", in diesem Fall wäre es aber eine "Wurzel-Zertifikatsbehörde", und was würde das dann bedeuten...?
Im realen Leben ist das wirklich oftmals eine Behörde (z. Bsp. für die Bundesverwaltung das BSI).
"Root-CA" und "Wurzelzertifikat" ist im Prinzip das gleiche. Es ist die CA, die mit ihren "Wurzelzertifikat", die Signatur aller darunter stehenden Zertifikate vornimmt. In einem richtigen Trustcenter ist diese oftmals körperlich getrennt und besonders gesichert. Denn, wenn das "Wurzelzertifikat" kompromittiert wurde, kann das Trustcenter dicht machen. Dann wird wohl nie wieder jemand von denen ein Zertifikat kaufen wollen ... .
Bei dir (und mir privat) läuft das natürlich alles auf einer Kiste bzw. in einem Programm.
Zitat von "David.P"Wie stelle ich also "ein Root-Zertifikat für eine CA" her. Ich habe es mit der Vorlage "[default] CA" versucht, die ganzen persönlichen Daten eingetragen, ansonsten nichts verändert und das Zertifikat als *.crt exportiert. Schau ich mir dieses an, dann steht dort schon wieder "Unterzeichner unbekannt, nicht vertrauenswürdig". Dasselbe in einem Nutzerzertifikat, welches mit diesem von mir erstellten Root-Zertifikat unterschrieben ist: "Unterzeichner unbekannt, nicht vertrauenswürdig". Habe ich hier wieder was falsch gemacht, oder ist das normal, weil niemand den Zertifikaten Vertrauen ausgesprochen hat....?
Das Root- oder Wurzelzertifikat ist immer selbst signiert (selbst beim BSI).
Es hat eine längere Gültigkeit (10-15 Jahre), und es stehen auch keine persönlichen Daten drin, sondern eben die "der Firma".
Dieses Zertifikat dient ausschließlich der Signatur (wenn vorhanden bzw. gewollt) weiterer Unter-CAs (Jahres-CA), der Nutzer-Zertifikate und evtl. der Sperrlisten.
Das Vertrauen in dieses Wurzelzertifikat muss der Nutzer bewusst einstellen! => Bearbeiten, Haken setzen. Das ist der so genannte "Vertrauensanker". Erst wenn dieses einmalige Einstellen des Vertrauens erfolgt ist, werden auch alle darunter liegenden Zertifikate als vertrauenswürdig anerkannt.
Bei den etablierten Trustcentern übernimmt das Einstellen des Vertrauens der Hersteller des Browsers oder Mailclients. Deshalb stehen da schon so viele drin.
Zitat von "David.P"Weiter im Text schreibst Du "Diese Root-CA zertifiziert entweder gleich die Nutzerzertifikate [...]. was heißt "zertifiziert", für mich bei der Erstellung des Nutzerzertifikats?
Zertifizieren heißt, dass du durch das ausgewählte Herausgeber- oder Wurzelzertifikat die weiteren Zertifikate unterschreibst.
Bei XCA ganz einfach gelöst: Du wählst das auf der erste Seite bei einem neuen Zertifikat einfach aus. Mehr ist das nicht. Wenn du dann zum Schluss auf OK drückst, wird das neue Zertifikat durch das ausgewählte Zertifikat signiert (=zertifiziert).
Hast es ja selbst erkannt:
Zitat von "David.P"Bedeutet das, dass ich bei der Zertifikatserstellung mit XCA, im Tab "Herkunft" im Feld "Verwende dieses Zertifikat zum Unterschreiben" dann mein vorher erstelltes Root-Zertifikat auswähle --
Zitat von "David.P"Wie exportiere ich also ordnungsgemäß die Schlüsseldatei?
So, wie du beschrieben hast:
Nur im Tab "Zertifikate" kann ich überhaupt den Export als .pfd oder .p12 auswählen. Aber dann wird ja nicht gemäß Deiner Anleitung die Schlüsseldatei, sondern das ganze Zertifikat exportiert.
Schlüsseldatei = Zertifikat + privater Schlüssel., Format .pfx oder .p12
Dort einstellen "mit CertificateChain", dann ist das Wurzelzertifikat mit drin.
Die reinen Zertifikate (also ohne privaten Schlüssel), exportiert im cer oder der-Format benötigst du, um sie deinen Mailpartnern zur Verfügung zu stellen. Also sowohl dein eigenes, als auch das Wurzelzertifikat.
Ein intelligentes Mailprogramm importiert beim Empfang einer signierten Mail diese Zertifikate automatisch. Trotzdem muss der Nutzer das Vertrauen in das Wurzelzertifikat immer bewusst einstellen, so lange es keines der etablierten Trustcenter ist. Erst nach dem Einstellen des Vertrauens funktionieren die Zertifikate, bzw. werden sie als vertrauenswürdig anerkannt. Trotzdem schadet es keinesfalls, wenn du dem Mailpartner auch die o.g. Zertifikate per Mail mitschickst. Nicht alle Mailclients sind intelligend genug. Hier muss der Empfänger eben die Zertifikate manuell installieren. Bei Produkten von M$ werden Zertifikatsdateien sogar als gefährliche Dateianhänge eingestuft und automatisdch gelöscht. Aber vor dem Versenden die Endung umbenennen hilft schon ... .
Letzter Hinweis:
Mozilla-Produkte bringen im Gegensatz zu M$-Produkten einen eigenen Speicher für Zertifikate und Schlüssel mit. Wenn du im Thunderbird so wie beschrieben, das Root-Zertifikat importiert und das Vertrauen ausgesprochen hast, dann dürften alle Zertifikate dieser CA als vertrauenswürdig gelten. Öffnest du allerdings ein Nutzerzertifikat direkt auf der WinDOSe, dann gilt das nicht! Hier musst du die Zertifikate zuerst über den Internet-Explorer importieren. Das Wurzelzertifikat natürlich zu den Vertrauenswürdigen. Dann klappt das auch mit der WinDOSe.
HTH
MfG Peter