Man kann natürlich auch übertreiben.
(Das sagt hier jemand, der sich seit xx Jahren beruflich mit genau diesem Thema befasst ... .)
Du sendest auch sämtliche Mails verschlüsselt?
Deine Mailparter auch?
Du sicherst natürlich den Traffic zum Provider immer mit TLS/SSL, damit dir niemand deine Mail-PW mitsniffen kann?
Dein Rechner ist selbstverständlich nach Zone 0 verzont, damit ein Tempest-Angriff ins Leere läuft?
Und dein Betriebssystem arbeitet selbstverständlich auch völlig ohne temporäre Dateien, der ungenutzte Platz usw. wird selbstverständlich nach dem Verschlüsseln deines Profiles sofort nach DoD-Vorschrift überschrieben, oder?
Falls du es noch nicht wusstest, es gibt in der IT-Sicherheit eine uralte Regel, die wir den Anfängern nach drei Tagen beigebracht haben:
Eine Datei lässt sich immer leichter erzeugen, als spurlos entsorgen.
Also, vor wem fürchtest du dich? Wen betrachtest du als deinen Gegner? Schon mal was von einem "kalkulierbaren Restrisiko" gehört? Die Passwörter im PW-Manager sind auch verschlüsselt. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis (nicht Kollegenkreis ...) niemand, der die verschlüsselt abgelegten PW "einfach so" entschlüsseln könnte. Ein entsprechendes Masterpasswort vorausgesetzt.
Ist es nicht einfacher und realistischer, sich ein imap-Postfach zuzulegen? Dann liegen die verschlüsselten (!) Mails sicher auf dem Server des Providers. Und nur der Besitzer des Schlüssels kann die Mails auch lesen. Mein Memorystick hängt mit seiner Schlaufe am Hosengürtel - und falls er mir wirklich abhanden kommen sollte, dann ist es garantiert auch wieder einmal an der Zeit, die (12-stelligen komplexen) Passwörter komplett auszutauschen.
So viel Sicherheit wie nötig - aber auch so viel Bedienbarkeit wie möglich.
MfG Peter