Automatisierte Backupstrategie für Emails

  • Thunderbird-Version: 17.0.7
    Betriebssystem + Version: windows xp
    Kontenart (POP / IMAP): pop (aber auch teilweise imap)
    Postfachanbieter (z.B. GMX):diverse wie yahoo, t-online aber auch weniger bekannte


    Hallo,
    in diesem Forum bin ich neu und ich bin froh so eine aktive Thunderbird-community gefunden zu haben.
    Ich nutze schon jahrelang den Thunderbird als Mailclient und bin im grossen und ganzen zufrieden.


    Gerade bin ich dabei mir intensiv Gedanken zu machen, wie ich meine Mails am besten backupen soll. Dabei habe ich sowohl hier im Forum, im Thunderbird-wiki aber auch in anderen Communities / via google recherchiert.
    Einige von mir nachfolgend genannten Aspekte wurden schon früher in diesem Forum diskutiert - leider konnte ich aber für mich aus diesen Diskussionen noch keine Lösung ableiten.


    Deshalb möchte ich meine Gedanken hier gebündelt vorstellen und euch um Rat bitten. Ich hoffe dieses Forum ist der richtige Platz für mein Anliegen, ansonsten bitte ich um Verschiebung in das richtige Forum.



    Aktueller Status
    -3 aktive Mailkonten
    -Jedes Jahr ~600MB an Mails je MailKonto (tendenz steigend)
    -Inbox und Sentmails sind je Konto jahreweise in Ordern sortiert um "überlaufen" der .msf dateien zu verhindern
    -alle Dateien werden derzeit täglich von einem batch script auf einen NAS server gesichert (rsync, automatisch bei jedem herunterfahren des Rechners). Es werden also nur geänderte .msf Dateien gesichert.
    -dieses backup dauert leider im schlimmsten Fall bis zu 2h - wenn man in den alten "historischen" Mail-ordnern etwas getan hat (mails markiert, mails bearbeitet, alte mails weitergeleitet etc...).
    Begründung: wenn man z.B. nur eine Kleinigkeit in den mailordner von 2012 geändert hat, dann muss natürlich trotzdem die gesamte Datei (~600MB) neu gesichert werden. Wenn man also 2 bis 3 kleinigkeiten "ungünstig" ändert so müssen schnell mal 1-2GB täglich gesichert werden.
    -ausserdem gibt es wiederum eine Sicherung für den Nas-server: Mittels eines VPN-tunnels werden nur die geänderten Dateien von diesem NAS server zu einen anderen NAS server täglich gesichert (DSL leitung). Das dauert also bei ungünstigen Konstellationen schnell mal um die 24h,da auch die DSL Anbindung nicht die schnellste ist.
    Wegen DSL-Zwangstrennung sind diese Backups leider nicht immer vollständing
    Hinweis: Da diese entsprechenden Sicherungs-scripte auch auf rsync basieren, werden für dieses Backup auch nur die tatsächlich geänderten Dateien übertragen.


    Meine Gedanken für eine Email Backup strategie


    Option1: Alle Emails im Desktop-PC im Thunderbird speichern und durch nachfolgende Rsync-scripte auf NAS Servern sichern
    Das ist das was ich momentan tue (siehe oben). Folgendes müsste man verbessern, um die die zu sicherenden Daten klein zu halten, damit die Sicherungen nicht 24h dauern.


    -anstatt die Emails auf der Festplatte in den grossen 600MB Datei-containern zu haben, wäre es schön je Email eine Datei auf der Festplatte zu haben (Beispiel: als .eml-Dateien, können aber von mir aus auch ein anderes Format sein)
    -Eine solche Datenhaltung wäre natürlich ungünstig für die Performance eines Email-clienten. Deshalb gibt es diese grosse "Container-dateien" im Thunderbird / aber so ist das auch bei anderen Email-clienten wie Outlook (".pst Dateien...")
    -Man müsste also täglich im Thunderbird automatisiert einen export in die .eml Dateien machen, um je Mail eine Datei zu haben. Diese Export sollte aber nur die geänderten Mails in das .eml format exportieren. Die nachfolgenden rsync backup scripte könnten nur die Mails sichern, die sich auch tatsächlich geändert haben.


    Option2: Alle Emails per imap mit den Mail-accounts der Mail-provider synchronisieren und Mails auf den mailservern der jeweiligen provider belassen
    -keine option für mich:
    -Datenschutz: möchte nicht das meine (teilweise) sensiblen Daten "irgendwo" auf Servern liegen
    -habe um die 8-9GB Mails insgesamt (tendenz steigend). Nicht alle meine Mail-provider bieten so viel Speicherplatz. Möchte aber auch nicht zu googlemail migrieren aufgrund meiner Befürchtungen. Selbst kostenpflichtigen Angeboten traue ich hier nicht. Deshalb tendiere ich meine Daten bei mir im "Haus" zu haben und dann selbst den technischen Aufwand treiben zu müssen.


    Option3: Gesicherte Mails verschlüsselt auf einen Server im Internet hochladen. Keine Option für mich:
    -das wird auch nicht schneller sein als Option1, da der upstream der DSL leitung der "Flaschenhals" ist. Ausserdem ist bei dieser Lösung die Wiederherstellung der Daten schwieriger.
    -meine Daten wären nicht bei mir im Haus.


    Option4: NAS Server durch einen Mailserver die Mails abholen zu lassen und dann die Mails im Hausnetzwerk mittels imap an die Clienten verteilen lassen.
    -Das ist eine Option die ich auch verfolge, aber da das Problem "Ruhezustand" des NAS-servers noch nicht gelöst ist, komme ich hier aktuell nicht weiter (Stromverbrauch des NAS-server(!))
    Siehe auch mein Forumbeitrag im Synology Forum hier:
    http://www.synology-forum.de/s…via-Kommandozeile-starten
     
    weitere bisherige Recherche-ergebnisse zu Option1
    Ich habe also untersucht, wie man Option1 weiter verbessern könnte, dabei habe ich Thunderbird addons /tools versucht zu finden, die einen automatisierten täglichen export nach in .eml Dateien anbieten könnten (je email eine .eml Datei).


    Meine Ergebnisse:
    -ImportExport - Thunderbird-addon. Es gibt die Funktion alle Mails als .eml zu exportieren, aber leider nur manuell.
    Es gibt zwar die Funktion automatisierte Backups einzustellen, aber das Format sind dabei nur die grossen Container-dateien. Automatisierte Backups mit einzelnen .eml-Dateien geht nicht.
    -SmartSave - ein älteres Thunderbird-addon für einen uralten Thunderbird-version. Export in einzelne .emls gehen, aber leider auch nur manuell
    -Thunderbird backup 2012 - das tool hat mir leider noch irgendwelche Werbung installiert, ausserdem werden die Sicherungen in einer grossen Container-datei abgelegt. Also auch nicht brauchbar für meine Zwecke.
    -Eingebaute Archivierungsfunktion von Thunderbird - kann man nur manuell antriggern


    Folgene externen Tools habe ich nicht getestet - aber ich erwarte von diesen jetzt auch nichts besseres als vom "Thunderbird backup 2012"
    -TBBackup
    -MozBackup
    -Thundersave



    Meine Fragen:
    -Was haltet ihr von meinen Gedanken? Habe ich etwas übersehen? Habt ihr bessere Ideen?
    -Wie sollte eure Meinung nach die "richtige" Email-Backupstrategie aussehen?
    -Kennt ihr ein Addon oder externes Tool, das die Mails im Thunderbird automatisch in einzelne Dateien exportieren kann?


    Vielen Dank schonmal für das Durchlesen dieses Beitrags.
    Gruss,
    KlausHa
    [edit 30.06.2013, 16.22: einen Satz umstrukturiert, damit man diesen Beitrag besser versteht]

  • Hallo klausha,


    solange Du der Strategie, die E-Mails auf eine NAS im Netwerk und zusätzlich über das Internet zu sichern, festhältst, bleiben nicht sehr viele Optionen:


    • Du kannst die Verbindung schneller machen. Lokal hilft Dir ein GBit-LAN, für das 1 GB Daten kein Problem ist. Das kostet nicht mehr die Welt. Allerdings ist damit das größere Bottleneck der DSL-Leitung nicht behoben.
    • Du könntest die Datenmenge reduzieren. Benötigst Du wirklich sämtliche E-Mails noch, oder ist das mehr ein Jäger-und-Sammler Syndrom? Sind die alle diese Daten wirklich so wichtig, dass Du sie zusätzlich entfernt sichern musst?
      Wäre es eine Option für Dich, die Anhänge ggf. von den E-Mails abzutrennen und gesondert zu speichern? Das würde die Größe der mboxen deutlich verringern. TB bietet diese Funktion.
      Du könntest auch die Jahresordner weiter unterteilen und damit die Dateigröße reduzieren. Gegenüber einzelnen E-Mails im eml-Format hätte das den Vorteil, dass Du darin besser suchen kannst.
    • Du kannst warten, bis TB offiziell das Maildir-Format unterstützt. (Oder es auf eigenes Risiko bereits jetzt verwenden.)
    • Oder eben doch Deine Strategy überdenken und die Daten auf eine direkt angeschlossene, externe Platte sichern. Die Festplatte im Schrank (oder meinetwegen im feuerfesten Panzerschrank) ist auch, was den von Dir angesprochenen Stromverbrauch betrifft, günstiger ;-).


    Die angesprochenen Backup-Tools helfen Dir nicht, das Datenvolumen zu reduzieren. Ich würde die Mboxen auch nicht in einzelne Dateien zerlegen.


    Gruß


    Susanne