Habt ihr Erfahrung mit ZenMate?

  • Hallo,


    Ende letzten Jahres bin ich auf die Browser-Erweiterung ZenMate aufmerksam geworden, weil die Firma dahinter gerade zum deutschen Startup des Jahres 2014 gewählt worden war (von deutsche-startups.de, keine Ahnung, ob das etwas aussagt.)


    Kurz, um was geht es? Die Erweiterung dient der Anonymisierung. Es gibt sie für die gängigen Browser und auch für Android und Co. .
    Sie richtet dazu eine verschlüsselte Verbindung zu derzeit einem von fünf internationalen Proxies ein, ähnelt also einem VPN-Tunnel. Konfigurieren muss man nichts. Die Erweiterung lässt sich mit zwei Klicks ein- und ausschalten.


    Nachdem die Münchner heute wieder unsere Pisten fluten, hatte ich Zeit, die Erweiterung kurz auszuprobieren. Ich kann bisher nur wenig sagen, außer dass sie funktioniert und dass die Performance gut ist, weitaus besser als zum Beispiel über JonDo (free). Ich habe aber nur den deutschen Proxy ausprobiert.


    Das Funktionsprinzip ist per se nicht so anonym wie die Mixkaskaden von JonDo. Für WiFi-Schnüffler unterwegs und auch die privaten Datensammler ist dieser Schutz aber sicher ein weiteres, ordentliches Hindernis (Browser-Fingerprinting usw. funktionieren natürlich trotzdem noch).


    Hat jemand von euch Erfahrung mit dieser Erweiterung, vielleicht über einen etwas längeren Zeitraum?


    Gruß


    Susanne

  • Hi Susanne,


    das wird so gut funktionieren, wie du den Betreibern der 5 Proxies und dem Entwickler des Add-ons vertraust.
    Also ich kenne das Add-on und dessen Entwickler sowie die Betreiber der Proxies nicht. Aber wenn ich eine Organisation ohne finanzielle Zwänge und mit dem grenzenlosen Verlangen jegliche Anonymität und Vertraulichkeit im Internet zu beseitigen, wäre, dann würde ich ein Add-on entwickeln und ein paar Proxies installieren. Dann könnte ich mir sogar richtig dicke Anbindungen und Server (=> Performance) leisten.
    Sicherlich tue ich mit dieser Meinung den Entwicklern und Serverbetreibern großes Unrecht an!
    Aber meine Meinung kennst du ja: Im Internet gibt es keine Anonymität, hat es nie eine gegeben und wird es keine geben. Zitronenfalter ...
    Und wenn ich per WLAN auf Hotspots unterwegs bin (in den bewussten 1. Klasse Warteräumen der Bahn) dann gehe ich immer mit meinem eigenen (!) VPN und über meinen heimischen Router ins Netz. Auch hier ist die Anonymität = NULL, aber zumindest der Betreiber des Hotspots guckt in die Röhre.


    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo Peter,


    ich kenne das Add-on und dessen Entwickler sowie die Betreiber der Proxies nicht.


    Ich auch nicht, aber ich kenne die Googles und Co. dieser Welt :mrgreen:


    Sicherlich tue ich mit dieser Meinung den Entwicklern und Serverbetreibern großes Unrecht an!


    Ja, mir scheint, das tust Du. Ich weiß auch nicht, wie vertrauenswürdig dieses Unternehmen ist. Aber schau Dir mal deren Datenschutzerklärung an. Sie verhalten sich sehr offen und anständig:

    • Es ist eine deutsche Firma und unterliegt damit dem Deutschen Recht. Angeblich wurde der Hauptsitz deshalb extra aus UK hierher verlegt.
    • Sie sichern zu, dass Verbindungsdaten nicht gespeichert oder an Dritte weitergegeben werden.
    • Sie weisen ausdrücklich darauf hin, dass die die ausländischen Proxies, wenn man denn einen davon auswählt, anderem Recht unterliegen.
    • Last but not least: Sie sind bisher wohl spendenfinanziert/gesponsort, wollen damit irgendwann aber auch Geld verdienen. Neben der kostenlosen Version für den Desktop und 500 MB für Smartphones gibt es deshalb eine Pro-Version. Wenn die dann Googbooken würden, wäre der Laden wohl recht schnell dicht, mal abgesehen von den strafrechtlichen Konsequenzen.

    Im Internet gibt es keine Anonymität, hat es nie eine gegeben und wird es keine geben.


    Deshalb schrieb ich ja oben, dass Techniken, wie z.B. die, den Footprint des Browser zu nutzen, davon unberührt sind. Und gegen die staatlichen Stellen schützt eh nichts, wie wir wissen. Die brauchen auch keine Proxies hinzustellen (außer ins Tor-Netzwerk ;-)), weil sie entweder direkt an der Quelle, bei den Provider oder an den Internetknoten "ausleiten".
    Um diese "Jungs" geht es mir jedoch gar nicht. Mir geht es um die Googbooker und, da ich beruflich öfter in Hotels übernachte, vor allem diese hier


    Und wenn ich per WLAN auf Hotspots unterwegs bin


    Die dürften sich damit sehr schwer tun, weil die Verbindung ja verschlüsselt ist.


    Ich teste das jetzt mal ein paar Tage. Zumindest soweit es die Performance angeht ist mir bisher nichts nachteiliges aufgefallen, trotz der angeblich fast 10 Millionen Benutzer.


    Gruß


    Susanne