Add-ons deaktiviert in Thunderbird 45.1.0 im Dualboot

  • Hallo Zusammen,


    Ich habe vor kurzem ein Update von Thunderbird Version 38.7.x auf Version 45.1.0 durchgeführt. Ich verwende die selbe Version auf den Betriebssystemen Windows 10 und LInux Mint 17.3.
    Anschließend gab es neue Probleme mit meinen installierten Add-Ons. Daher wurde ein neues Profil eingerichtet, und nur mit einem Add-On getestet (FireTray).


    Folgendes Problem habe ich nun: Beim Starten von Thunderbird nach dem Wechsel des Betriebssystems sind alle Add-Ons (ob nun eins oder mehr) immer deaktiviert. Aktivieren und Thunderbird neu starten, und alles funktioniert wieder (bei meinem Hauptprofil handelt es sich um 5 Add-Ons).


    Kann dieses Problem von anderen Usern, welche das selbe Profil auf zwei Betriebssysteme (am besten die selben wie oben genannt) nutzen, ebenfalls beobachtet werden? Ist dieses Phänomen von den Entwicklern beabsichtigt?
    Wenn niemand das Problem rekonstruieren kann, werde ich selbst versuchen eine Lösung zu finden. Ich mache mich aber erst an die Arbeit, wenn mir jemand bestätigen kann, dass es eigentlich funktionieren sollte.


    Freue mich schon jetzt auf eure Antworten!
    Niklas




    * Programm + Version: Thunderbird 45.1.0
    * Betriebssystem + Version: Windows 10 / Linux Mint 17.3

  • Hallo Niklas,


    es gibt Erweiterungen, die nicht unter verschiedenen Betriebssystemen funktionieren und deshalb jeweils einen eigenen Build benötigen. Lightning gehört dazu, möglicherweise auch FireTray (klingt für mich sehr nach Windows).


    Da Erweiterungen in der Regel im Profil installiert werden, kann das bei einem Dual-Boot mit gemeinsamen Profil zu Problemen führen. Das ässt sich umgehen, wenn man ausschließlich IMAP-Konten verwendet sowie Kalender und Adressbücher außerhalb des Profils speichert. Dann kann man für jedes OS ein eigenes Profil anlegen und teilt lediglich den Lokalen Ordner (sowie ggf. die externen ABs und Kalender). So handhabe ich das seit ich Lightning verwende.


    Dieses Setup hat ganz nebenbei noch den schönen Nebeneffekt, dass die IMAP-Mails, die Kalender und die Adressbücher auch am Smartphone zur Verfügung stehen. Lediglich die lokalen Ordner bleiben lokal.



    Gruß


    Susanne



    Obacht: Es muss sichergestellt sein, dass stest nur ein TB auf die Lokalen Ordner zugreift. Deshalb gilt diese Empfehlung nur für ein Dual-Boot-System.

  • Hallo Susanne,


    danke für deine Antwort.


    IMAP verwende ich ohnehin schon für jedes meiner Mail-Konten.
    Lightning war für meine Tests unter Windows/Linux vom Benutzerprofil entfernt worden. Im Moment befindet sich das Lightning Add-On in den globalen Erweiterungsordnern von Thunderbird, das heißt die passende Version auf Win10 und auf Linux Mint.


    FireTray war, soweit ich mich erinnern kann, früher nur auf Windows funktionsfähig. Inzwischen funktioniert es aber auch unter Linux. Es war nur ein Beispiel, QuickFolders wurde unter anderem auch in einem neuen Profil getestet (mit dem gleichen Ergebnis).


    Ich versuche noch mal mein Problem genauer zu beschreiben: Alle Add-Ons funktionieren auf Linux und auf Windows problemlos. Voraussetzung: ich verwende nur ein Betriebssystem. Nachdem ich aber den PC im anderen Betriebssystem gebootet habe und dann Thunderbird starte, sind alle Add-ons (incl. Lighning) deaktiviert. Wenn ich dann wieder alle Add-ons aktiviere und Thunderbird neu starte, funktioniertn alle Add-Ons. Das ganze lässt sich sowohl beim Wechsel von Windows zu Linux als auch von Linux zu Windows beobachten.


    Unter Thunderbird Version 38.7.2 haben alle Add-ons auf beiden Betriebssystemen funktioniert, ohne sie jedes mal wieder neu aktivieren zu müssen.


    Zu deinem zweiten Vorschlag: Kalender und Addressbuch extra anlegen: Würde ich gerne machen, wie kann ich aber Thunderbird beibringen, wo es dann meine Kalenderdaten / Addressbuch-Eingräge findet? Die Option import/export möchte ich nicht jedesmal benutzen. Oder sollte ich dann auf ein extra Programm für den Kalender zurückgreifen? Auch hier möchte ich dann aber eines finden, was auf 2 Betriebssystemen funktioniert und eine Offline-Synchronisierung mit dem Kalender auf einem Android-Smartphone anbietet.


    Ich möchte in erster Linie nur wissen, ob es von Mozilla beabsichtigt ist, dass Add-Ons beim Wechsel des Betriebssytems deaktiviert werden, oder ob es nur ein Phänomen bei mir ist. Im letzteren Fall ist alles OK, dann warte ich bis Mint 18 erscheint und ich meinen PC neu aufsetze. Ist aber das ganze von Thunderbird beabsichtigt, dann verstehe ich nicht, warum Mozilla das tut.

  • Hallo Niklas,


    Nachdem ich aber den PC im anderen Betriebssystem gebootet habe und dann Thunderbird starte, sind alle Add-ons (incl. Lighning) deaktiviert. [...] Unter Thunderbird Version 38.7.2 haben alle Add-ons auf beiden Betriebssystemen funktioniert, ohne sie jedes mal wieder neu aktivieren zu müssen.

    Ja, das war früher nicht so. Ob das Absicht ist? Es kann sein, dass man hier einen zusätzliche Überprüfung eingeführt hat. Das kann ich nicht beurteilen. Das ist im Grunde aber auch unwichtig.
    Wichtig ist, zu verstehen, dass diese Art des Betriebes keine zugesagte Eigenschaft des TB ist. Es gab und gibt keine Garantie, dass dies so funktioniert.


    Es ist natürlich schon so, dass die überwiegende Mehrheit der Erweiterung unter Linux, Windows und OS X funktionieren. Dass ein Dual-Boot mit einem gemeinsamen Profil funktioniert, war deshalb solange sehr wahrscheinlich.
    Mit dem Umstand, dass nun bis Lightning als Standarderweiterung dabei ist, hat sich das aber geändert.


    IMAP verwende ich ohnehin schon für jedes meiner Mail-Konten.

    Dann würde ich Dir in jedem Fall empfehlen, mit zwei Profilen zu arbeiten, so wie oben beschrieben.



    Würde ich gerne machen, wie kann ich aber Thunderbird beibringen, wo es dann meine Kalenderdaten / Addressbuch-Eingräge findet?

    Die Zauberwörter heißen CalDav und CardDav. Damit ist keine manuelle Synchronisation mehr nötig. Im Gegensatz zu Windows und iOS benötigt man für Android zwei zusätziche Apps. Das ist aber verschmerzbar.


    Mehr dazu, inklusive Links auf bebilderte Anleitungen findest Du hier im Forum, z.B. hier: [Howto] Synchronisierung mehrerer Kalender zwischen Lightning und acalendar+


    Gruß


    Susanne

  • Hallo Susanne,


    danke für die Ideen mit CardDAV und CalDAV. Da ich meine Adressbücher,... aber nicht unverschlüsselt im Internet ablegen möchte, habe ich heute Mittag einen eigenen kleinen Server eingerichtet (Radicale). Diesen kann ich, nachdem ich die config-File angepasst habe, unter Windows und Linux starten. Dann noch eine Verschlüsselung hinzugefügt und gut ist :)


    Ich sollte mir mal einen eigenen kleinen RasPi für solche Zwecke anschaffen...


    Mich wundert es dennoch, dass es seit der Umstellung auf Version 45 nicht mehrerer Fragen wie meine gibt.


    Gruß
    Niklas

  • Ich sollte mir mal einen eigenen kleinen RasPi für solche Zwecke anschaffen...

    Das kann ich nur empfehlen. Wir haben hier im Forum eine kleine RasPi- und Radicale-Gemeinde. Die Erfahrungen sind durchweg gut.


    Mich wundert es dennoch, dass es seit der Umstellung auf Version 45 nicht mehrerer Fragen wie meine gibt.

    Mei, so viele Dualbooter gibt es vielleicht dann doch nicht. Es kann auch sein, dass das "Problem" nur unter bestimmten Randbedingungen auftritt.

  • Hallo,


    es gibt noch einen Dualbooter.
    Ich fahre TB 45.4.0 mit Windows 7 und LinuxMint 18.
    Ich benutze nur ein einziges Profil, was auf der Windows-Seite gespeichert ist.


    Dort habe ich genau dieses Problem, dass nach wechselnden TB-Starts die AddOns disabled sind.
    Aber nur auf der Linuxseite.
    Im Windows ist eine deutsche Version vom TB installiert.
    Im Linux kommt aus den Paketquellen eine englische Version.
    Der habe ich ein AddOn DE Language Pack hinzugefügt.
    Das ist leider nach jedem Windows-Start wieder deaktiviert.


    Gruß svgt

  • "Im Gegensatz zu Windows und iOS benötigt man für Android zwei zusätziche Apps"


    Hallo, es geht auch mit nur einer App. DAVdroid leistet gute Dienste, ab und zu gibts das auch im Angebot für noch kleineres Geld.


    Mit freundlichen Grüßen
    Drachen

  • Hallo,


    es gibt noch einen Dualbooter.

    fein, aber auch für den ändern sich die Tatsachen nicht. Es scheint ja so, dass die Entwickler es aus den oben genannten Gründen absichtlich so eingerichtet haben. Das wäre auch sehr verständlich, denn allein der Umstand, dass Lighgtning nun standardmäßig dabei ist, wäre ein sehr valider Grund dafür.


    es geht auch mit nur einer App.

    Das ist interessant. Dann hat Google die Regeln geändert. Früher (in 2014) konnte man bei einigen Dav-Apps nachlesen, dass Google es nicht wollte, dass beide Davs in einer App gehandhabt werden.


    Gruß


    Susanne

  • Hallo,


    auch ich verwende DAVdroid, allerdings mit zusätzlicher App, um auch Aufgaben verwalten zu können.
    Die Lösung mit radicale war gut (zumindest, was die Kontakte und den Kalender angeht, ich verwende inzwischen zusätzlich die CardBook Erweiterung).
    Allerdings werden z.B. neue Regeln natürlich jeweils nur in einem Profil erstellt, in das andere müssen diese dann kopiert werden.
    Markierte Nachrichten werden auch nicht automatisch synchronisiert. Damit kann ich aber leben:)


    fein, aber auch für den ändern sich die Tatsachen nicht. Es scheint ja so, dass die Entwickler es aus den oben genannten Gründen absichtlich so eingerichtet haben. Das wäre auch sehr verständlich, denn allein der Umstand, dass Lighgtning nun standardmäßig dabei ist, wäre ein sehr valider Grund dafür.


    Ich finde nicht, dass dies ein valider Grund ist, den Dualboot von Entwicklerseite "zu verbieten". Einige Plug-Ins funktionieren in Windows und Linux. Andere nicht. Diese können aber aus dem Benutzerprofil entfernt werden und in einen globalen Plug-In Ordner für das jeweilige Betriebssystem eingefügt werden (so hab ich es früher mit Lightning gemacht).


    svgt : Auch dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als deine Kontakte / Kalendereinträge auf einen entsprechenden Server zu speichern / synchronisieren (z.B . radicale).


    Warum die Entwickler es nicht zulassen, die selbe Konfigurationsdatei in mehreren Betriebssytemen nutzen zu können, bleibt mir ein Rätsel (wenn es denn beabsichtigt ist). Wenn es darum geht, einem Noob diese Funktion aus Sicherheitsgründen zu verbieten, macht es eventuell Sinn. Aber wie viele Anfänger kommen auf die Idee, ein Thunderbird-Profil auf einem Dual-Boot System zu verwenden?


    Gruß

  • Ich finde nicht, dass dies ein valider Grund ist, den Dualboot von Entwicklerseite "zu verbieten".

    Nun, auch wenn Du das Wort "verbieten" in Anführungszeichen gesetzt hast, sollte doch erwähnt werden, dass die Entwickler gar nichts verboten haben. Ganz im Gegenteil. Wenn es denn Absicht ist - und das wissen wir ja gar nicht - dann haben sie diese Änderung vermutlich ja gerade deshalb vorgenommen, damit man ein TB-Profil von einem Betriebssystem auf ein anderes migrieren kann, ohne dass eine Erweiterung dabei in die Suppe spuckt.
    Es ist doch allemal besser, bei einer solche Migration zunächst alle Erweiterungen zu deaktivieren anstatt einen ahnungslosen Benutzer schlimmstenfalls in einen Datenverlust laufen zu lassen.
    Jemand, der Dual Boot verwenden möchten, macht das ja bewusst. Dem kann doch zugemutet werden, sich die Profile wie oben beschrieben einzurichten.


    Wenn Du so willst, ermöglicht gerade dieses "Feature" also ganz nebenbei einen sorgenfreien Dual Boot, auch wenn das überhaupt kein zugesagtes Feature des TB ist. Das sollte man nicht vergessen!




    Wenn die Entwickler Dual-Boot verhindern wollten, hätten sie das sicherlich auch getan, und zwar strickt.


    Aber wie viele Anfänger kommen auf die Idee, ein Thunderbird-Profil auf einem Dual-Boot System zu verwenden?

    Das weiß ich nicht. Was sicherlich häufiger vorkommt, ist, dass ein Anwender das Betriebssystem wechselt und das Profil des TB gern mitnehmen möchte.

  • Was sicherlich häufiger vorkommt, ist, dass ein Anwender das Betriebssystem wechselt und das Profil des TB gern mitnehmen möchte.

    Da muss ich dir Recht geben. Wenn ein Anwender das Betriebssystem wechselt oder einen neuen PC hat, kann es gut sein, Add-Ons zu deaktivieren. Aus dieser Sicht macht das Verhalten von Thunderbird durchaus Sinn.