Thunderbird unter Ubuntu 16.04 hängt sich immer auf

  • Hallo,


    erstmal wie gewünscht ein paar Daten:

    • Thunderbird-Version: sollte aktuell sein (kann ich derzeit nicht prüfen)
    • Betriebssystem + Version: Ubuntu 16.04 mit MATE Desktop
    • Kontenart: IMAP
    • Postfach-Anbieter: mein Arbeitgeber
    • Eingesetzte Antiviren-Software: Trend Micro
    • Firewall: durch den Firmen-Proxy
    • Router-Modellbezeichnung: keine Ahnung

    Ubuntu ist komplett neu installiert worden. Wenn ich dort Thunderbird starte, ist er zunächst für kurze Zeit bedienbar, hängt sich dann aber irgendwann auf. Ich habe schon alles versucht, was hier zu dem Thema empfohlen wurde:

    • Abgesicherter Modus (thunderbird -safe-mode): Keinerlei Besserung
    • Cache leeren (Einstellungen->Erweitert->Netzerk & Speicherplatz->Jetzt leeren): Keinerlei Besserung
    • Datei->Alle Ordner des Kontos komprimieren: Keinerlei Besserung

    Zuletzt habe ich die beiden Ordner $HOME/.Cache/thunderbird und $HOME/.thunderbird (Namen aus der Erinnerung) umbenannt, sodass Thunderbird sie nicht mehr finden kann und ihn im abgesicherten Modus neu gestartet. Mir wurde dann erwartungsgemäß angeboten ein neues E-Mail-Konto anzulegen. Dieses Fenster habe ich zunächst geschlossen und nochmals sichergestellt, dass keine einzige Erweiterung aktiviert ist. Dann habe ich dieses Fenster erneut geöffnet (das wurde im Hauptfenster angeboten) und den Button gewählt, dass ich ein vorhandenes Konto nehmen will. Daraufhin erschienen drei Eingabefelder (Name, E-Mail-Adresse und Passwort). Die ersten beiden konnte ich noch vollständig ausfüllen. Vom Passort konnte ich noch fünf Zeichen eingeben, dann klemmte der Cursor. Nachdem ich mehrfach Backspace gedrückt hatte, verschwanden die bis jetzt erschienenen Punkte verzögert wieder. Danach ging gar nichts mehr. Die ganze Sitzung war nicht mehr bedienbar. Da ich von Ferne (über X2go) mit dem Rechner verbunden war, schloss der X2go Client das Remote-Fenster und sagte mir, dass es ein Kommunikationsproblem gäbe. Ich habe mich dann mit Putty im Firmennetz eingeloggt und versucht den Rechner zu erreichen. Er ist jetzt weder per ssh noch per ping erreichbar. Kann es sein, dass Thunderbird den ganzen Rechner aufgehängt hat?


    Was kann ich tun, um Thunderbird ohne Probleme auf dem Rechner benutzen zu können?


    Da ich selbst weiterhin von Ferne auf dem Rechner arbeiten muss, muss ich jetzt erstmal warten, bis den jemand in der Firma wieder zum Leben erweckt hat. Aber dann würde ich gerne versuchen den Thunderbird wieder benutzbar zu machen. Wer kann mir dabei helfen?


    Grüße und vielen Dank schon mal

    tkansgar

  • Hallo nochmal,


    kleines (erfreuliches) Update: Während ich das Obige geschrieben hatte, hat sich der Rechner berappelt. Er war auf einmal wieder per ping, ssh und X2go erreichbar, und (staun) der Thunderbird war immer noch da und wartete wie gehabt auf die Eingabe des Mailkonto-Passworts. Ich konnte dann problemlos alle nötigen Daten eingeben und auch die Konto- und Thunderbird-Einstellungen nach Wunsch anpassen. Ich habe alles gespeichert und Thunderbird sicherheitshalber mal neu gestartet. Momentan ist er damit beschäftigt die Betreffzeilen der vorhandenen Mails herunterzuladen. Da ein paar globale Ordner recht voll sind, wird das noch etwas dauern. Aber momentan bin ich zuversichtlich, dass er damit irgendwann fertig wird. Ich habe es nur bislang noch nicht gewagt Lightning zu aktivieren. Damit warte ich lieber erstmal, bis Thunderbird sich beruhigt hat.


    Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Aktivierung von Lightning vor der Einrichtung des ersten Mailkontos Ursache für die Hänger sein kann, und man da nur durch Deaktivierung von Lightning und kompletter Neueinrichtung des Mailkontos wieder rauskommt. Dies habe ich nun offenbar hinbekommen. Das nur so als Hinweis für Leidensgenossen.


    Grüße

    tkansgar

  • Ich habe oben gelesen, dass du auf dem Linux Desktop einen AV-Schutz von Trend Micro verwendest. Da ich den bisher nicht kannte, habe ich mal die Suchmaschine bemüht. Was ich auf die Schnelle finden konnte, betrifft ausschließlich Server. Darunter eine Version für File-Server, eine für Domino-Server (Info schon alt) und eine für SMTP-Gateways (Info ebenfalls schon alt).


    Außerdem sehe ich Treffer der Art "Red Hat Enterprise Linux 7 server reboots when Trend Micro DS agent is updated"


    Was ist das denn für eine Version, die du verwendest? Ist die für den Desktop?

  • Hallo Drehmoment,


    Trend Micro wird bei uns schon seit Jahrzehnten verwendet. Allerdings scheint sich meine Behauptung auf meine unter Ubuntu eingerichtete Windows-VM zu beziehen. Denn unter Ubuntu kann ich Trend Micro nicht entdecken. Wahrscheinlich hast du Recht, dass es das für Linux Desktops nicht gibt. Allerdings frage ich mich dann, wie mein Arbeitgeber meinen Rechner vor Schädlingen schützt. Denn die soll es ja auch unter Linux geben. Kann ich ja mal bei Gelegenheit erfragen.


    Grüße

    tkansgar

  • Allerdings frage ich mich dann, wie mein Arbeitgeber meinen Rechner vor Schädlingen schützt. Denn die soll es ja auch unter Linux geben. Kann ich ja mal bei Gelegenheit erfragen.

    Jo, mach' mal. Würde mich auch interessieren. Mein Kenntnisstand dazu: Ja, es gibt Schädlinge für Linux. Allerdings im Vergleich zu Windows nur in homöopathischen Dosen. Wenn, dann richten sie sich vorwiegend gegend Server, denn auf dem Desktop spielt Linux kaum eine Rolle. Bei Servern sieht das ganz anders aus. Hier dominiert Linux.


    So ergibt ein Schutz des Servers schon Sinn. In erster Linie aber auch hier vor Windows-Schädlingen. Die Linux-Server bedienen ja überwiegend Windows Clients.