TB auf mobiler Festplatte, PC gecrasht, TB-Datenbank ist gesperrt - kein Zugriff mehr möglich

  • Um Rückfragen vorzubeugen, bitten wir um folgende Angaben:

    • Thunderbird-Version: (die Neueste, kann ich jetzt nicht mehr sehen, da TB nicht mehr startet!)
    • Betriebssystem + Version: Win 7 64 bit
    • Kontenart (POP / IMAP): IMAP
    • Postfach-Anbieter (z.B. GMX): DomainFactory
    • Eingesetzte Antiviren-Software: keine
    • Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software): keine
    • Router-Modellbezeichnung (bei Sende-Problemen): FritzBox Cable


    Im Sinne der DSGVO habe ich alle sensiblen personenbezogenen Daten seit einer Woche auf einer mobilen Festplatte, die per USB-3 an meine diversen PCs angesteckt wird. Diese Platte ist mit Veracrypt voll verschlüsselt und somit die Daten geschützt.

    Thunderbird ist auf meinen drei PCs installiert, zwei Win7 64-bit Professional und ein Ubuntu 18.04. Ich stecke also die Platte an den laufenden PC, mounte diese mit Veracrypt, starte Thunderbird und TB ruft den Profilordner auf der mobilen Platte auf.


    Jetzt ist mein Win-7-PC abgestürzt während TB noch lief.:wall: Nach dem Neustart wollte ich TB wieder starten, aber er meldete:

    Thunderbird wird bereits ausgeführt, reagiert aber nicht. Der offene Thunderbird-Prozess muss beendet werden, um ein neues Fenster zu öffnen.

    Ich klicke auf OK und es erscheint:

    Ihr Profil "Thunderbird" kann nicht geladen werden. Es ist möglicherweise nicht vorhanden oder ein Zugriff ist nicht möglich.


    Dann habe ich versucht, per Eingabefeld thunderbird.exe -p aufzurufen. Er bot mir sofort das richtige auf der mobilen Platte liegende Profil an. Ich wählte es aus und versuchte so zu starten. Es kam die Meldung:

    Thunderbird kann das Profil "Clemens" nicht verwenden, da es bereits benutzt wird.


    Um fortzufahren, beenden Sie bitte die laufende Instanz von Thunderbird oder wählen Sie ein anderes Profil.:motz:


    Daraus folgere ich, dass irgendwo in dem Profil ein Flag gesetzt ist, dass die Datenbank(en) in Benutzung zeigt und ein weiterer Zugriff (durch den gleichen Benutzer) nicht möglich ist.


    Da die anderen Daten auf der Festplatte keinen Schaden genommen haben, gehe ich davon aus, dass es hier nur darum gehen sollte, diese Zugriffssperre durch manuellen Eingriff wieder zu lösen, z.B. indem eine Datei entsprechend editiert wird.


    Leider habe ich nach dem Transfer aller Mails, Newsletter, Termine, Aufgaben, Kontakte das ursprünglich auf dem PC vorhandene TB-Profil gelöscht, statt es als Backup aufzubewahren. Da in dem Profil auch alle eMails voriger Jahrgänge in lokalen Ordnern archiviert waren, sodass sie nun auf dem IMAP-Server nicht mehr verfügbar sind, habe ich ein gewaltiges Problem, wenn das Profil nicht mehr wieder herstellbar wäre!


    Was konkret kann ich also jetzt tun? ;(


    PS: Ich finde gerade im Profilordner Dateien mit mit Absturzdatum und Zeit

    [Profilname]/datareporting/aborted-session-ping

    [Profilname]/datareporting/


    In erstgenannter Datei, die sich im Texteditor öffnen und lesen lässt, fand ich die Version meines TB: 52.7.0 Ich habe die Datei mit der Endung TXT versehen und hier angehängt.


    PS-2: Ich stelle gerade fest, dass die mobile Festplatte nach dem Absturz nicht mehr beschreibbar ist, sondern zurzeit nur Lesezugriffe zulässt. Also kann TB wahrscheinlich genau deshalb gar nicht starten?

  • Thunderbird sperrt ein Profil, das in Benutzung ist. Dazu wird unter Windows eine Datei parent.lock (+ evtl. eine Datei namens lock) angelegt. Diese Datei kann bei geschlossenem Thunderbird gelöscht werden.


    Wenn Windows die gesamte Platte gesperrt hat, lässt sich der Schreibschutz mit einem Tool wie diskpart aufheben. Eine vorherige Sicherung zumindest der wichtigen Daten ist zu empfehlen.

  • Herzlichen Dank für deine Antwort, zumal sie mit Infos weit über den Rahmen Thunderbird hinaus geht!


    Bis heute früh um 5 Uhr habe ich versucht, den Schaden zu begrenzen. Dabei ging ich folgende Schritte bzw. hatte folgende Erkenntnisse:

    1. Als ersten Schritt habe ich den Inhalt der verschlüsselten Platte mittels Veracrypt auf eine Reserve-Platte kopiert. Dabei hatte ich Angst, der PC könnte wieder abstürzen, denn der PC hat ganz offensichtlich einen Hardwarefehler im Bereich USB. – Glücklicher Weise war diese Kopie erfolgreich... ehe der PC kurz drauf überraschend beide USB-Platten auswarf (so als hätte ich den Stecker gezogen).
    2. Auch wenn ein Veracrypt-Volume gemountet ist, dürfen Windows-Tools wie checkdisk verwendet werden, ohne dass die Verschlüsselung zerstört und das Volume unbrauchbar wird. Nachdem ich die Platte nicht aus dem "ReadOnly"-Modus heraus bekam, habe ich chckdsk ausgeführt. Es fand eine korrupte Datei, konnte diese dann aber vermutlich wg. des ReadOnlyStatus nicht auf der Platte unter "Found" sichern. Anschließend war die Platte wieder beschreibbar. – Problem für mich: Welche Datei war denn defekt? War die wichtig?
    3. Ich habe dann den Zugriff auf wichtige Daten mittels der zugehörigen Programme getestet. Sowohl das Buchhaltungsprogramm als auch Thunderbird funktionierten auf Anhieb einwandfrei.

    Jetzt plane ich eine Lösung, bei der die mobile verschlüsselte Platte immer nur in fester, batteriegepufferter Verbindung mit einem Mini-PC betrieben wird, der nur für die Verschlüsselung und den Datenfluss zur Platte und von der Platte zuständig ist, evtl auch via LAN oder WLAN-Anschluss. Wenn dann der PC, der gerade auf die verschlüsselte Platte zugreifen will, abstürzt, bleibt die verschlüsselnde Verbindung zur Platte stabil, sodass die Platte nicht beschädigt werden kann.


    Damit das Ganze nicht technisch und finanziell zu aufwendig wird, möchte ich hierzu einen Raspberry der neuesten Generation (Raspi 3 B+) verwenden.


    Natürlich ist dies kein Raspi-Forum, aber der Lösungsansatz könnte für manchen Leser hier interessant erscheinen. Denn das DSGVO-Problem in Verbindung mit eMails, Kalender und Aufgaben (=Thunderbird) werden Selbstständige hier alle haben und eine zuverlässige Lösung benötigen!

  • Die Idee, einen Fileserver einzurichten, der das Veracrypt-Laufwerk hält, hat Charme. Ob der Pi3 dafür eine gute Wahl ist, kann ich nicht beurteilen. Ich besitze zwei Pi1B. Bei diesem Modell teilen sich LAN und USB einen Bus. Wird eine Platte am USB über das Netzwerk angesprochen, bleibt somit im besten Fall die halbe Bandbreite des Bus. Je nach Durchsatz wird er deshalb schnell zum Bottleneck. Vielleicht wäre ein richtiges NAS mit RAID doch die bessere Wahl.

  • Hab mir alles im Web dazu Verfügbare (betr. Software und Installation) zusammen gesammelt. Das sah gut aus und mit meinem Wissensstand hätte ich das Raspi-Projekt verwirklichen können. Leider kam ich auf rund 160 Euro Material zzgl Gehäuse, das es nirgends fertig in der Form gab. Das war dann das KO für meine Raspi-Idee.


    Ein "richtiges NAS" wäre sicher die komfortabelste Lösung, aber schlecht transportabel, wie es jetzt meine mobile Festplatte ist. Um einen leichten Transport durch kompatke Abmessungen zu bekommen und zugleich möglcihst wenig für die Lösung zahlen zu müssen, kam ich jetzt auf folgende Idee:


    Ich fand aber gerade bei ebay ein MSI Wind U100 Netbook für nur 50 Euro. Kam vor gut 8 Jahren auf den Markt und es ist Linux-tauglich. Also schnell gekauft! - Ich werde da also Lubuntu drauf installieren, eine Datenpartition einrichten und diese voll verschlüsseln. Diese Partition gebe ich als Netzlaufwerk frei und kann dann via LAN oder WLAN von meinen jetzigen PCs drauf zugreifen.

    Wenn dann z.B. eine der PC-Kisten crasht, läuft das MSI-Wind immer noch und die Daten auf der Platte / Partition bleiben heil. Zudem hat dieses Konstrukt noch den Vorteil, dass ich die Datenplatte noch leichter mit meinem BackupServer mit UrBackup sichern kann, weil es sich wie jedes andere über das Netzwerk erreichbare Gerät oder PC verhält.

    Und schließlich hat das Ganze ein schönes Gehäuse und kein Gebasteltes.


    PS: Wenn ich hier von Netzwerk, LAN oder BackupServer usw. spreche, sind dies Geräte, die über mein lokales Netzwerk laufen und nichts mit dem Internet zu tun haben.