Thunderbird Recuva Datei reparieren?

  • Hallo zusammen,


    heute habe ich etwas sehr dummes gemacht.


    Ich habe meinen PC formatiert - ohne meinen Profilordner zu sichern. Schöne scheiße...


    Also auf C: (SSD) ist nichts mehr zu reparieren. Allerdings konnte ich eine alte Sicherung (welche ich vor einigen Wochen erstellt, dann aber wieder gelöscht habe) auf einer anderen Festplatte wiederherstellen - jedenfalls teilweise. Und zwar mit Recuva.


    SENT ging prima, die MSF über repair wiederherstellen lassen und gut war es. YES!


    Problem: Inbox. Die Datei ist ca. 1GB groß und recuva meinte schon "unwiederherstellbar". Jetzt habe ich die Datei hier, mit repair kann thunderbird natürlich nichts anfangen. Kann ich diese beschädigte inbox datei IRGENDWIE reparieren?


    Ich spendiere dem Helfer einen Kasten Bier. Oder fünf. Versprochen...


    ImportExporttools gingen auch nicht :(


    Grüße

  • Hallo Huaba,


    und willkommen im Forum!
    Ich denke, bei dir ist es nicht mehr nötig, meinen Lieblingsspruch mit den ungesicherten Dateien anzubringen ... .
    Und ich gehe davon aus, dass du deine Mails bisher mit unserem guten alten Grufti POP3 heruntergeladen hast, denn mit IMAP hättest du dieses Problem ja nicht.


    Diese Datenwiederherstellungsprogramme können nur die Datei(fragmente) wiederherstellen, welche nach dem Freigeben des Speicherplatzes noch nicht mit anderen Daten beschrieben wurden. Mal klappt es, und mal eben nicht.


    Das einzige, was sich zu "retten" lohnt, sind die eigentlichen endungslosen mbox-Dateien. Also die Dateien INBOX, SENT, und diejenigen, welche den Namen deiner selbst angelegten "Mailordner" tragen.
    Dann sollst du noch wissen, dass dies allesamt reine Textdateien sind => also ein Suchfilter auf "Textdatei" einstellen. Die Indexdateien (z. Bsp. INBOX.msf) kannst du vergessen. Das sind nur die "Inhaltsverzeichnisse" der mbox-Dateien.
    Eventuell kannst du auch noch nach "abook.mab" oder bei mehreren Adressbüchern nach "abook-1.mab" usw. suchen.
    => also diese wenigen Dateien sind es, worauf es ankommt.


    Du solltest also zuerst auf deiner Kiste dein(e) Mailkonto/en ganz normal einrichten und zum Funktionieren bringen. Dann nimmst du dir die evtl. vorhandene Ausbeute deiner Rettungsversuche vor und öffnest diese mit einem guten Texteditor ("Ultraedit" o.a., die auch große Textdateien öffnen können). Bei einer funktionierenden mbox-Datei (und auch einem Adressbuch) siehst du von Anfang bis Ende vollständig lesbare ASCII-Zeichen. Auch die binären Anhänge sind als exakte Blöcke von lesbaren, aber natürlich unverständlichen ASCII-Zeichen zu sehen. Das und nur das kannst du dann wieder importieren.
    Siehst du allerdings nur "binären Müll", kannst du diese Datei gleich mit der [Entf]-Taste bearbeiten. Besteht die Datei nur teilweise aus Binärmüll, kannst du versuchen, diesen aus einer Kopie (!) der mbox mit dem Editor herauszuschneiden. Du siehst ganz schnell, wo eine E-Mail beginnt und endet. Die kranken Teile rausschneiden und dann wieder speichern.


    Dann installierst du dir das Add-on "Import-ExportTool" und importierst dann den Inhalt einer mbox nach der anderen in deine "Lokalen Ordner". Lege dir dort Ordner mit dem Namen "Import-Inbox" usw. an, und versuche aus den geretteten mbox-Dateien die Inhalte herauszuholen. Immer eine nach der anderen!
    Hattest du Erfolg, dann kopiere den geretteten Inhalt in die jeweiligen Ordner des Mailkontos und lösche meinetwegen die Import-Ordner.


    Ich wünsche dir viel Erfolg!
    Ach ja: Willkommen im Club derer, die ab heute eine regelmäßige Datensicherung durchführen ;-)



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hey


    danke für deine Antwort. Leider ist die Datei wohl komplett Schrott. Mist!


    naja. Man lernt daraus. Erstmal eine externe bestellt und auf IMAP umgestiegen. SMTP lasse ich so.


    weiterhin arbeite ich jetzt mal mit dem Junk filter und nicht mit dem Manuellen Filter. Sollte wohl auch mal drinnen sein.


    Wie sichere ich das IMAP Konto zusätzlich am besten lokal? WIeder einfach den Profilordner unter Roaming und Local (oder welchen?) lokal speichern?


    Dann sollte ich ja jetzt auf der sicheren Seite sein. Vielleicht ist ein Neuanfang mal nicht schlecht ;)


    Grüße

  • Hi,


    es gibt viele Möglichkeiten, sein TB-Userprofil zu sichern. Bis hin zur vollautomatischen Sicherung.
    Ich betrachte es als die beste Lösung, deine Mailkonten per IMAP zu verwalten (dann hättest du alle deine Mails noch ...). Den Aufwand, den ein seriöser Provider für die Gewährleistung der Verfügbarkeit der Daten seiner (zumindest zahlenden) Kunden betreibt, kann sich kein Privatnutzer und auch kein KMU leisten. Das ist deine erste Stufe der Sicherung.
    Trotzdem und unabhängig davon empfehle ich jedem, zumindest seine "aufhebenswerten" Mails auch noch zusätzlich lokal zu sichern. Schon deswegen, weil das Netz ja auch mal down sein kann. Und zwar meine ich hier zuerst einmal eine lokale Sicherung innerhalb des Thunderbird. Hier: Re: [imap+lokal] Suche ideales System für Archivierung habe ich dazu mal ein paar Gedanken notiert. Das ist deine zweite Stufe der Sicherung.
    Und Perfektionisten unter den privaten Usern, aber auch Firmen, welche dazu gesetzlich verpflichtet sind (!), speichern täglich oder zumindest wöchentlich alle ihre Daten noch auf ein externes Medium. Beim Thunderbird kannst du dazu das bewährte Add-on "ImportE§xportTools" nutzen, welches dir bei entsprechender Konfiguration automatisch (!) täglich eine mit Datum benannte Kopie deines TB-Userprofils zieht. Ob du dieses dann täglich/wöchentlich/monatlich auf abwechselnd zwei USB-Sticks kopierst ("Backup für Arme") oder automatisch auf ein NAS oder gar (verschlüsselt!) in der "Cloud", sei dir überlassen. Hauptsache, du tust es! Das ist deine dritte Stufe der Sicherung.
    Eine letzte Empfehlung: das kostenlose Programm "Personal Backup" von Dr. Rathlev. Wenn ich Windowsnutzer wäre, würde ich dieses nutzen.



    MfG Peter

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