gezielt ankommende Mails abwehren (blockieren)

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    Hallo,
    leider bin ich beim "Verlag für die Deutsche Wirtschaft" in eine Abo-Falle geraten. Trotz Widerspruch bekomme ich nun ständig Mails mit Zahlungsaufforderungen zugeschickt. Da ich meine Mailadresse nicht löschen möchte, denke ich darüber nach, wie man dem Absender mitteilen kann, dass seine unberechtigten Forderungen ungelesen in den Müll landen bzw. ungelesen gelöscht wurden.
    Wie stelle ich das an ?
    Danke schon mal im voraus.
    mfg rene

  • Hallo Rene,


    jetzt trennen wir mal sauber zwischen "juristisch" und "technisch".
    Juristisch empfehle ich dir dringend, dich mal mit einem Anwalt zu beraten. Es sei denn, du bist dir ganz sicher, dass du "Recht" hast. Du weißt ja, das Rechtsgefühl und das was am Ende rauskommt, sind oftmals zwei verschiedene Sachen ... .


    Technisch empfehle ich dir keinesfalls dich in irgendwelche Diskussionen über das Thema "E-Mail" mit denen einzulassen! Sie werden dich weiterhin mit ihren Drohungen und Zahlungsaufforderungen zubomben! Sie werden deine Versuche als Schwäche werten und deine Adresse als eine gültige und aktive Adresse bei den Adresshändlern verkaufen. Und dann geht es erst richtig los ... .
    Das einzige, worauf sie vielleicht hören werden, ist eine entsprechende Unterlassungserklärung von (d)einem Anwalt. Aber du wirst niemals allein etwas ausrichten.


    Lösung: Wende sachgerecht das Spamfilter des TB an, und nach drei-fünfmaligem manuellen Markierens als Junk erledigt das Junkfilter seine Arbeit sehr zuverlässig. Der Müll wird automatisch entsorgt. Eine funktionierende "Abwehr" (also dass die Mails nicht bei dir ankommen, "abgewehrt" werden), gibt es nicht. Die ungewünschten Mails blitzen eine Zentelsekunde im Posteingang auf und werden blitzschnell in den Junkordner verschoben. Du kannst einstellen, dass sie dort als gelesen markiert sind (also nicht auffallen) und nach 1-3 Tagen automatisch gelöscht werden. So hast du die Chance, ab und an dort mal reinzuschauen, ob nicht etwa gewollte Mails (HAM) fälschlicherweise dort gelandet sind. Diese kannst du mit dem Junk-Button, der diesmal "kein Junk" heißt, wieder "entjunken". Dabei erfolgt ein Training in die andere Richtung.


    Wenn du schon den Kardinalfehler gemacht und eine "richtige" E-Mailadresse für so etwas verwendet hast, dann musst du jetzt da durch. Hast du denn noch nie etwas von Wegwerfadressen gehört? Überall, wo du eine Adresse angeben "musst", aber keine Kommunikation mit der betreffenden Firma oder Person haben möchtest, solltest du Adressen verwenden, die du dir speziell dafür anlegst und die sich sogar automatisch nach 1-20 Mails von selbst zerlegen. Schau mal nach spamgourmet.com


    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo Rene,


    Zitat von "rene3"

    leider bin ich beim "Verlag für die Deutsche Wirtschaft" in eine Abo-Falle geraten.


    Wie die Suchmaschinen bestätigen, bist Du nicht der einzige. Auch Wikipedia weiß darüber etwas zu berichten:


    Zitat


    Aus Verbraucherschutzkreisen wurde immer wieder Kritik über die rigide Art der Kundenbindung des Verlages Norman Rentrop laut. [...] Ebenfalls führte die Verbraucherzentrale Berlin den Verlag im Jahr 2007 in einer Liste von Unternehmen, die von der Verbraucherzentrale aufgrund ihres Geschäftsgebarens abgemahnt wurden [...]
    Gemäß seiner Datenschutzerklärung räumt sich der Verlag das Recht ein, Daten seiner Kunden "an weitere Verlage, Fachhändler oder Fachdienstleister für deren Marketingzwecke" zu übermitteln.


    Nun handelt es sich in diesem Fall nicht um irgendeinen Spammer von einer fernen Insel sondern um eine AG mit Sitz in Deutschand. Der Verlag unterliegt damit dem deutschen Recht.
    Die wichtige Frage ist daher die, ob Du einen rechtsgültigen Vertrag abgeschlossen hast oder nicht bzw. ob Du fristgerecht widersprochen hast. Schließlich könnte es ja auch sein, dass Du einen gültigen Vertrag abgeschlossen hast und die Forderungen rechtens sind.
    Das kann Dir am Ende nur ein Jurist beantworten. An einen solchen solltest Du Dich wenden, denn es geht ja nicht nur um die E-Mails sondern vorrangig um das Geld, das der Verlag eintreiben möchte. Der Verbraucherschutz in Deiner Nähe kann Dir da sicher ebenfalls weiterhelfen.



    Wenn Du ein wenig im Internet recherchierst dann findest Du andere Betroffene, die davon berichten, dass der Verlag bei einer entsprechenden Antwort schnell Abstand von seinen Forderungen genommen und dies auch schriftlich bestätigt hat.


    Die E-Mails würde ich zunächst noch nicht entsorgen. Wichtig wäre meiner Meinung ebenfalls, dass Du der bei Wikipedia erwähnten Weitergabe Deiner Daten an Dritte widersprichst.


    Gruß


    Susanne

  • Hallo Peter, Hallo Susanne,
    herzlichen Dank für die umfangreichen und lehrreichen Erklärungen zu meiner Frage.
    Da ich heute schon wieder von diesem ominösen "Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG", diesmal per Post, mit einem LINUX-Flayer und wahrscheinlich einer Rechnung (habe beides nicht angenommen) belästigt wurde, werde ich wohl doch den Gang zum Anwalt in Erwägung ziehen müssen.
    Also nochmals besten Dank für Eure Bemühungen
    mfg rene