IMAP: Zwei Mails in einer bei mobilem Einsatz

  • Um Rückfragen vorzubeugen, bitten wir um folgende Angaben:
    * Thunderbird-Version: 31.5.0
    * Betriebssystem + Version: Windows 7 SP3
    * Kontenart (POP / IMAP): IMAP
    * Postfachanbieter (z.B. GMX): GMX
    * Eingesetzte Antivirensoftware: AVG
    * Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software):Windows


    Hallo,


    es fällt mir schwer, mein Problem zu formulieren, über die Google Suche habe ich nichts gefunden. Insofern bitte ich um Entschuldigung, wenn ich etwas übersehen haben sollte. Es geht darum:


    Ab und an verschwinden Mails in der Form, dass plötzlich zwei Mails zu einer zusammengefasst werden. Das heisst konkret:
    - Von Mail Nr. 1 stammen Betreff und Absender laut Übersicht im Posteingang
    - Von Mail Nr. 2 stammen die Inhalte, der tatsächlich angezeigte Absender usw. In der Detailansicht ist alles von Mail Nr. 2, Mail Nr. 1 ist dann komplett verschwunden
    Für mich bedeutet dies seit längerem Datenverlust. Mein Verdacht ist, dass diese Fehler in der Synchronisierung dann auftreten, wenn ich mit meinem Notebook, auf dem ebenfalls Thunderbird läuft, mobil unterwegs bin und die Daten irgendwie falsch synchronisiert werden.


    Kennt jemand das Problem bzw. Abhilfe?

  • Hallo Wolke23,


    meine Vermutung geht in eine andere Richtung. (Sehen und untersuchen könnte ich das natürlich nur vor Ort.)
    Derartige Effekte gehen gern von einer defekten ("korrupten") Indexdatei aus. Die Indexdateien sind die "Inhaltsverzeichnisse" der Mailordner und werden normalerweise immer automatisch aktualisiert.
    Mache einen Rechtsklick auf den Mailordner >> Eigenschaften >> Reparieren. Dabei wird eine neue Indizierung erzwungen. Meistens ist damit das Problem beseitigt.


    Eine weitere, häufig auftretende Ursache sind fehlende Pflege deiner Speicherdateien für die Mails.

    • Der Posteingang (INBOX) hat immer schön leer zu sein, bzw. nur die unglesenen/unbearbeiteten Mails zu enthalten. Denke daran, dass dieser immer in "vorderster Front" steht. Wenn du dort alle deine Mails speichern solltesst, lebstz du sehr riskant.
    • Die Mails sind, wie in einem ordentlich geführten Büro, in Ordnern und Unterordnern abzulegen. Diese sind in ihrer Anzahl (meines Wissens) nicht begrentzt. Manche User haben davon 100 Stück und mehr (manche Provider begrenzen deren Anzahl allerdings). Und diese sollten (auf Dateiebene) nur eine Größe von ein paar 100 MB erreichen. Mehr wird schon riskant. Bei einigen GB sogar "tödlich".
    • Diese so genannten mbox-Dateien sollten regelmäßig komprimiert werden. Mit dieser Funktion des Thunderbird werden als gelöscht markierte Mails physisch entfernt. Wenn du das nicht regelmäßig machst, werden diese Dateien (unbemerkt!) immer größer, bis zum Kollaps.
    • Du nutzt IMAP, das ist gut! Du solltest dir überlegen, ob du dieses für stationär betriebene Rechner IMHO sinnfreie "Lokale Bereithalten der Mails auf diesem Computer" wirklich benötigst. Das ist keine Funktion zur Datensicherung, sondern nur eine Art lokaler Zwischenspeicher, welcher nur bei "außerhäusig" betriebenen an einer schlechten/unzuverlässigen/teueren Datenverbindung (Mobilfunk in der Eisenbahn ...) Sinn macht.
    • Und unabhängig von der hohen Verfügbarkeit (= Schutz vor Datenverlust) solltest du wichtige und aufhebenswerte Mails zusätzlich zum IMAP-Server auf einem deiner Rechner (dem stationär betriebenen) in einer dazu anzulegenden Ordnerhirarchie in den "Lokalen Ordnern" sichern. Dazu habe ich hier: Re: [imap+lokal] Suche ideales System für Archivierung mal was geschrieben.


    Zitat

    Für mich bedeutet dies seit längerem Datenverlust.

    Du kennst meinen Lieblingsspruch dafür? => Ungesicherte Daten sind immer unwichtige Daten!



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo Peter,


    vielen Dank für deine Antwort. Die Sache mit dem Rechtsklick probiere ich demnächst, wenn das Problem wieder auftaucht. Ansonsten:


    Zitat

    Der Posteingang (INBOX) hat immer schön leer zu sein, bzw. nur die unglesenen/unbearbeiteten Mails zu enthalten. Denke daran, dass dieser immer in "vorderster Front" steht. Wenn du dort alle deine Mails speichern solltesst, lebstz du sehr riskant.

    Ich habe stets nur gelesene, aber noch nicht abgearbeitete Mails drin. Aktuell in der Regel so ca. 20 Stück.


    Zitat

    Die Mails sind, wie in einem ordentlich geführten Büro, in Ordnern und Unterordnern abzulegen

    Mach ich alles schon seit fast 20 Jahren :)


    Zitat

    Diese so genannten mbox-Dateien sollten regelmäßig komprimiert werden. Mit dieser Funktion des Thunderbird werden als gelöscht markierte Mails physisch entfernt. Wenn du das nicht regelmäßig machst, werden diese Dateien (unbemerkt!) immer größer, bis zum Kollaps.

    Hmm, wäre sinnvoll, dies dann zu automatisieren. Wenn ich manuell auf "komprimieren" klicke, scheint nichts zu passieren.


    Ansonsten zum Thema IMAP: Hat mir bislang bei Rechnerwechseln oder Neuinstallationen stets super geholfen. Du hast natürlich Recht, dass IMAP keine wirklich Datensicherung ist und insofern ist dein Konzept zusätzlicher lokaler Ordner sehr interessant. Aber dann geht wieder die zusätzliche Datensicherung der lokalen Ordner los und bislang fahr ich mit meinen IMAP-Providern extrem gut. Und sollte beispielsweise GMX dann doch eines Tages alle Daten verlieren, werde ich es verschmerzen müssen...


    Der Datenverlust beim hier eingangs geschilderten Problem hält sich in Grenzen, da ja zwei Mails zu einer werden und ich insofern nachvollziehen kann, was verloren ging und ich die Mail neu anfordern kann. Passiert auch nur alle paar Monate bei einer Reise, wenn ich Mails nur via Notebook abfrage und vor allem im Zug mit instabiler Netzverbindung leben muss. Da es sonst nie zu geschehen scheint, aber immer genau dann auftritt, vermute ich hier weiterhin einen Zusammenhang.


    Alles Gute
    Frank

  • Hallo,
    so, ich war wieder unterwegs, das Problem ist wieder aufgetaucht. Da es ja den Posteingang betrifft (im dem maximal 20 Mails liegen pro Account), habe ich diesen komprimiert. Leider hat es nichts geholfen.


    Könnte es Sinn machen, das Häckchen bei "Nachrichten dieses Konto auf diesem Computer bereithalten" zu deaktivieren? Vielleicht zumindest beim Notebook? Oder auch bei meinem Hauptrechner?

  • Hallo Frank,


    Zitat

    Hmm, wäre sinnvoll, dies dann zu automatisieren. Wenn ich manuell auf "komprimieren" klicke, scheint nichts zu passieren.

    Ich warne vor diesem Automatismus (obwohl dieser als Option angeboten wird)!
    Warum?
    Wie du ja weißt, werden beim Komprimieren die vorher als gelöscht markierten Mails (also auch die verschobenen!) physisch entfernt. Oder andersherum - bis zum Komprimieren sind diese "gelöschten" Mails jederzeit noch zurückholbar. Es gibt sogar ein Add-on, welches dieses automatisiert. So mancher User mit zuckendem Löschfinger war darüber sehr froh ... .
    Ich nutze das Add-on "Xpunge" zum Leeren aller Papierkörbe und zum Komprimieren aller mbox-Dateien mit einem einzigen bewussten täglichen Klick auf das dafür vorgesehene Icon.


    Ich suche (=> Suchfunktion des Betriebssystems) und lösche auch gern sämtliche Indexdateien (.msf). Zumindest einmal im Monat mache ich das. Ich weiß natürlich, dass mir damit bestimmte für mich unwichtige Informationen (keine Mails!!!) verloren gehen, aber das hat für mich keine Bedeutung. Ich bezeichne das regelmäßige (fast tägliche) Komprimieren mit dem o.g. Add-on und das monatliche Erzwingen einer vollständigen Indexierung als zwei wichtige Hygienemaßnahmen und als Garantie und Erfordernis für ein langes und gesundes "mbox-Leben".


    Zitat

    Mach ich alles schon seit fast 20 Jahren smile.png

    Nun, dass du schon eine so lange E-Mailerfahrung hast, konnte ich ja nicht wissen. (Bei mir sind es ja auch "nur" 10 Jahre mehr :) )


    Zitat

    Aber dann geht wieder die zusätzliche Datensicherung der lokalen Ordner los und bislang fahr ich mit meinen IMAP-Providern extrem gut. Und sollte beispielsweise GMX dann doch eines Tages alle Daten verlieren, werde ich es verschmerzen müssen...

    Ich stimme dir 100pro zu, dass niemand, kein KMU und erst Recht kein privater Nutzer den Aufwand betreiben kann, welchen ein seriöser Betreiber für die ständige Verfügbarkeit der Daten seiner (zahlenden) Kunden betreibt. Was das betrifft, so liegen die Mails auf einem IMAP-Konto immer sicherer bei einem seriösen Betrieber als auf einem privaten Rechner. (Ich betone noch einmal "seriöser Betreiber" und "zahlender Kunde"!)
    Aber trotzdem, das zusätzliche Speichern der aufhebenswerten Mails in den lokalen Ordnern ist eine Sache, die nach einigem Nachdenken und entsprechender Konfiguration (Anlegen von vielen Filtern) letztendlich automatisch abläuft. Nachdem ich meine (vielen täglichen, direkt im Posteingang ankommenden) Mails gelesen/bearbeitet habe, genügt ein einziger Klick und alle (nach dem SPAM-Filter und dem händischen Löschen unwichtiger Mails übriggebliebenen) Mails werden in die vorgesehenen Ordner in den Lokalen Ordnern meines Desktop-Rechners kopiert und anschließend in die entsprechenden Ordner auf dem IMAP-Server verschoben. Die Zeit für diese Aktion (von wenigen Sekunden bis vtl. 1 Minute) nehme ich mir nach jeder Bearbeitung meiner Mails. Das hat auch nichts mit Misstrauen gegenüber meines Providers zu tun.
    Dass meine drei (Linux-)Rechner, falls sie Abends zwischen 19:30 und 20:00 eingeschaltet sind, ihr gesamtes /home vollautomatisch und fast unbemerkt auf meine NAS synchronisieren, ist meinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis geschuldet. Und natürlich auch der Tatsache, dass ich diese Möglichkeit eben habe. Was die Mails betrifft, so habe ich / hat jeder mit IMAP + zusätzlicher lokaler Speicherung bereits "Hosenträger und Gürtel". Und das reicht ja auch - wie im "wahren Leben" - völlig aus.


    Zitat

    wenn ich Mails nur via Notebook abfrage und vor allem im Zug mit instabiler Netzverbindung leben muss.

    Auch wenn ich dieses "Lokale Bereithalter der Mails ..." für stationär betriebene Mails als absolut sinnfrei erachte - auf dem einen Notebook, welches immer mit in der Bahn fuhr und auch auf den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit mein ständiger Begleiter auf Arbeit war (immer per UMTS-Router in Netz), habe ich diesen Cache immer aktiviert. Ich konnte unabhängig von der Verbindung perfekt alle vorhandenen (also schon mal synchronisierten) Mails lesen und sogar welche senden. Wars Netz wieder da, wurden sie sofort gesendet. Ich kann mich nicht an den Verlust einer einzigen Mail erinnern. Ich habe mich letztendlich überhaupt nicht um die Netzverbindung gekümmert. Es funktionierte eben ... .
    (Ich erinnere aber daran, dass dieser Cache auch aus mbox-Dateien besteht, welche ihre Pflege benötigen!)


    Unabhängig davon kannst du es ja einfach mal ausprobieren. Passieren kann eigentlich nichts dabei. Kannst beim Senden und beim Abrufen höchstens einen Fehler bekommen. Den "Schaden" beim Senden kannst du minimieren, indem zu auf "später senden" klickst, und einen lokalen Postausgangsordner auswählst.



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

    Einmal editiert, zuletzt von Peter_Lehmann ()