Lightning + sogo- Probleme

  • Moin liebe Leute


    Nach einer frustrierenden Woche mit Fehlersuche und endlosen Recherchen im Web gebe ich mich geschlagen. Ich habe keine Idee mehr und hoffe auf erfahrene Helfer und Tips, wie ich meine Probleme lösen


    * Thunderbird-Version: aktuell upgedatet von 38.1 auf 38.6
    * Betriebssystem + Version: Clients = Debian Jessie, Server = Raspian Jessie als Hoster für die Profile
    * Kontenart (POP / IMAP): beides
    * Postfachanbieter (z.B. GMX): verschiedene
    * Sync-Add-on für Online-Adressbuch?: eigener Server (RPI 2) mit Nginx und Baikal und sogo connector auf den Clients
    * Eingesetzte Antivirensoftware: keine
    * Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software): keine


    Kurze zusätzliche Erläuterung zur "Umgebung": mehrere Clients verwenden ihr eigenes Thunderbird-Profil, die alle zusammen in einem Verzeichnis "Mail" auf der Server-Platte meines Raspberry PI abgelegt sind. Das User-eigene Mail-Dir wird dann jeweils im Server-seitigen-Home-Dir des User ge'bind'et ist, welches (via smb.conf verfügbar gemacht) dann wiederum auf dem Client ins lokale Home-Dir des User gemountet ist.
    Tja, das hat jetzt wirklich lange Zeit perfekt funktioniert. Und auf einmal -nach dem Update- geht nix mehr. In den bestehenden Profile kann ich weder lightning noch sogo einrichten. Folgende unterschiedliche Phänomene habe ich, die ich weder gezielt reproduzieren noch vorhersagen kann... soll heissen, das, was nicht funktioniert, scheint eher zufällig von irgendwas anderem getriggert zu sein:


    1. Server-Profil: lightning funktioniert, es wird eingerichtet, nach TB-Neustart die Fehlermeldung, dass lightning die falsche Version ist.
    2. Server-Profil: sogo wird ohne Fehlermeldungen installiert, ist aber nach dem Neustart nicht mehr vorhanden.
    3. Lokales Profil: Ich kann lightning und sogo einrichten. Verschiebe ich das Profil auf den Server, teilt er mir mit, dass lightning nicht kompatibel ist. Keine Option Remote-Adressbuch
    4. Neues Server-Profil: Ich kann sogo und lightning installieren und beide werden bei den AddOns gelistet. CalDav funktioniert, der Calender ist vorhanden. Eine Verbindung zum Adressbuch ist nicht möglich, die Option Remote-Adress-Buch existiert nicht.
    5. Es funktioniert auf keinem Client, unabhänging vom Desktop: also nicht mit XFCE, LXDE, KDE und auch nicht mit meinem Custom-Desktop


    Randbemerkung: Alle Android-Endgeräte verbinden sich unverändert problemlos mit dem jeweiligen persönlichen Cal/Dav-Kalender bzw. mit dem Card/Dav-Adressbuch auf dem Server. Das frustrierende an der ganzen Geschichte ist: Jetzt bekomme ich bei den Linux-Clients nicht mal mehr die vorherige Version 38.1 ans laufen.


    Hat jemand eine Idee, wie ich am besten bei der weiteren Fehlerdiagnose vorgehen kann? Meine größte Hoffnung ist, dass es vielleicht hier gleichgesinnte gibt, die eine ähnliche Lösung via RPi eingerichtet haben.


    Viele Grüße
    Martin

  • Nachtrag:
    Wegen eines gefundenen Hinweises auf CardBook in einem anderen Forums-Thread habe ich das AddOn aus Neugier mal installiert. Und siehe da, es funktioniert einwandfrei. Ich füge diesen Hinweis noch mal hinter dem ersten Posting an.... denn so ganz am Rande meiner Problemsucherei hatte ich auch mal auf der Frage rumgekaut, ob vielleicht auf meinem Server was nicht stimmt. Nun, ich denke, das kann ich jetzt ausschließen: Die Freigabe ist da und die Berechtigungen passen auch... CardBook kann lesen, schreiben und sync'd sich.


    Es scheint also was mit dem Trio TB+Lightning+sogo nicht zu stimmen. Jetzt kann ich nicht einschätzen, ob CardBook eine langfristige Alternative ist oder obs besser nur ne vorübergehende Notlösung ist. Mit Lightning und sogo habe andersrum lange erfolgreiche Zeit "verbracht".

  • Hallo Maddin57,


    wenn du vor ein par Minuten nicht selbst geantwortet hättest, dann hätte ich dir jetzt Cardbook empfohlen.
    Einige User aus dem Forum haben Cardbook (und auch zwei das Adressbuch nutzende Add-ons in enger Zusammenarbeit mit deren Entwicklern) getestet, und sind des Lobes voll. Ich habe gestern meine beiden "alten" Adressbücher (darunter auch ein mit SOGo betriebenes Remote-AB) deaktiviert und nutze nur noch Cardbook.


    Bei Fragen usw. kannst du gern hier posten und es werden dir User mit bereits schon guter Erfahrung damit antworten.



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hi Peter


    Danke für Deine Antwort. In der Zwischenzeit habe ich ein bisschen gespielt... Änderungen in den Daten auf den Android-Clients, Änderungen in den Daten auf den Jessie-Clients.... alles funktioniert. Ganz egal, wo man reinschaut, die Daten passen. Das sieht also mit CardBook richtig gut aus. Wobei mich die Vielzahl der möglichen Felder noch verwirrt... ich weiss nicht, ob die Android-Clients damit klarkommen und ob Baikal auf dem Server (die "Cloud") das verpackt. Ich kann mir nicht so recht vorstellen, dass die 3 Mitspieler (CardBook + Baikal-Datenbank + Android-Adressbücher) tatsächlich die gleiche Datensatz-Struktur verwenden.


    Nun ja, egal... aber was mir jetzt noch wichtig ist, ist die Frage mit Lightning und sogo. Gibt es für sogo und den Terminkalender vielleicht auch eine gute Alternative, ähnlich wie CardBook für das sogo-Remote-Adressbuch? Wenn sogo solche Probleme hat, wäre es vielleicht nicht das schlechteste, es gar nicht mehr zu verwenden.

  • Also ich nutze auf meinem RasPi nicht Baikal, sondern ich habe mich für die Kombination radicale (Kalender und Adressbücher) und Seafile (Daten) entschieden. Ich synchronisiere zum Bsp. mit Seafile das fast (*) komplette /home meiner drei Nutzer auf meinem kleinen RasPi und habe somit meine drei Rechner immer völlig synchron.
    (*) meine Dokumente, etliche Einstellungen diverser Anwendungen, Fx-Linksammlung, Kryptocontainer, Teile aus dem TB-Profil wie die Textsignaturen uvam. NICHT meine TB- und Fx-Userprofile und nicht die Bilder-, Musik- und "4,5GB-Dateien-"Sammlung => dafür habe ich ein NAS. Will meinen RasPi nicht totfahren und der dortige USB-Stick ist ja auch nicht gerade das zuverlässigste Speichermedium!


    Vielleicht ein paar meiner heutigen Erkenntnisse:

    • Die "Typen" CELL, WORK, FAX und HOME werden problemlos zwischen Cardbook und dem Androiden synchronisiert. Beim Fax ist es wichtig, dass dieses mit HOME oder WORK kombiniert wird, weil der Androide eben "Fax zu Hause" und "... auf Arbeit" als Vorgabe hat. Nur FAX bringt dort "Andere".
    • Ein benutzerdefiniertes Feld wie "VOIP" wird ebenfalls vom Androiden zum Cardbook übernommen.
    • Es ist problemlos möglich mehrere mit einem Typ-Attribut versehene Datenfelder zu übernehmen. So zum Bsp. mehrere HOME-Adressen, E-Mailadressen, Telefonnummern usw. (hier setzt das TB-Adressbuch sehr enge Grenzen!)
    • Die im Cardbook getätigten Eintragungen werden auch problemlos an externe Apps weitergegeben. So zum Bsp. an das here-Navi oder Mailadressen an das festgelegte Mailprogramm.
    • Bilder für Kontakte (wenn überhaupt) nicht allzu groß wählen!
    • Noch nicht richtig fertig bin ich mit dem Austesten eigener "Typen" und auch der Änderung vorgegebener. So zum Bsp. WORK => Arbeit usw.


    Ja, soweit mal.
    Bevor ichs vergesse: Ich habe vollkommen auf Cardbook umgestellt!


    MfG Peter

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    Einmal editiert, zuletzt von Peter_Lehmann ()

  • *hmmm*.... radicale.... klingt interessant... hast Du Dich einmal mit nginx und baikal beschäftigt? Kannst Du vielleicht mit 1-2 Sätzen ein paar markante Unterschiede nennen, warum radicale vielleicht besser für den Sync zwischen den Androids und Thunderbird geeignet ist? Da würde ich mich sehr drüber freuen.... vielleicht steige ich dann auch um.


    Mein Pi's hat also schon größere Aufgaben, und synchronisierte Rechner (über Adressbuch und Terminkalender hinaus) gibts bei uns nicht. Bei uns sind alle Rechner im eigentlichen Sinne "persönliche" Rechner. Das heisst, jeder hat seine eigene Maschine(n). Die Besonderheit ist, dass es auf keinem einzigen Rechner lokale Daten gibt. Wirklich alles läuft über den PI, der mit 2 fetten Platten das gesamte Tagesgeschäft handelt, einschließlich der notwendigen automatischen Backups. Und da die mobilen Rechner sich des PI als VPN-Gateway zum Surfen bedienen und darüber hinaus als Gateway ins heimische Netz gehen, ist ein Daten-Sync nicht notwendig. Wenn notwendig verwenden die mobilen Geräte immer direkt die originalen Daten auf dem Server. Das klappt seit etlichen Jahren bestens, jetzt mit Linux noch viel besser als zuvor mit MS.


    An dem werde ich also nichts ändern. Aber nginx und baikal... da würde ich gerne über eine Änderung nachdenken. Weil ich nginx ansonsten nicht verwende, schien mir das bei manchen Überlegungen auch schon mal ein wenig oversized. Und wenn das gleiche mit weniger Einsatz erreicht werden kann, wäre das eine echte Verbesserung.

  • *hmmm*.... radicale.... klingt interessant... hast Du Dich einmal mit nginx und baikal beschäftigt?

    nginx: selbstverständlich.
    Baikal: nein.
    Ich habe zuerst ownCloud zu laufen gehabt. Das war dem kleinen (B-)RasPi etwas zu mächtig. Dann habe ich einfach radicale genommen, und war damit zufrieden. Bei mir läuft auf dem einen RasPi nur radicale und Seafile. Er langweilt sich zwar zu Tode, aber ich lasse es so. Es ist ein B2.
    Auf dem zweiten läuft mein Kodi (dieser RasPi "B" ist angetaped an meinem Fernseher). Und der zweite "B" ist mein VPN-Endpunkt. "SINA-Box für Arme". Da ich leider nur "Dorf-DSL" habe, macht er das locker.


    Für mein tägliches vollautomatisches Backup nutze ich mein Synology-NAS und auf den Clients "Back in Times".

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  • Hallo zusammen,


    etwas off-topic, ein paar Fragen zu eurem Pi-Setup:


    Zur nginx:


    Bei uns läuft ein Apache. Das ist für so einen kleinen Kerl wie den Pi doch ein ordentlicher Brocken. Habt ihr Vergleichswerte Apache/nginx? Ist die Systemauslastung (vor allem des RAM) mit der nginx spürbar geringer?


    Die Umstellung auf die nginx würde einen ziemlichen Aufwand nach sich ziehen, weil darüber die Authentifizierung auch anderer Komponenten läuft. Ich habe mich noch nie ernsthaft mit WSGI und Co. auseinandergesetzt. Deshalb mag ich das Thema auch nicht so recht anfassen. Das wird sonst ein Zweijahresprojekt ;-).
    Beim Radicale habe ich deshalb bewusst schon auf die Authentifizierung verzichtet und den Zugriff allein über die Rechteverwaltung geregelt. Das ist soweit ok, weil der Radicale nur im "Intranet" zur Verfügung steht. Aber so richtig schön ist es nicht.
    Habt ihr dazu Erfahrung mit nginx? Lässt sich die Authentifizierung (Radicale, Wordpress, eigene Webapps) darüber einfacher einrichten?


    Zum zentralen Homeserver:


    Die Idee, sämtliche Homeverzeichnisse zentral zu haben, klingt verlockend. Das hat ja schon fast etwas von einem Thin-Client, obwohl in diesem Fall die Clients viel leistungsfähiger sind als der Server, also eher ein Fat-Client. ;-)


    Nun ist es beim RasPi (zumindest bei meinem alten Modell B) so, dass sich Netzwerk und die USB-Ports denselben Bus teilen. Somit lässt sich maximal die halbe Datenrate von USB 2.0 erreichen. Das sind dann ca. 240 MBit/s bzw. 30 MB/s brutto, für alle Benutzer zusammen. Das ist nicht gerade üppig im Vergleich zum GBit-LAN oder gar einer lokalen SSD mit ca. 4000 MBit/s (lesend), pro Benutzer. Deshalb habe ich so etwas bisher nie ausprobiert.



    das hat jetzt wirklich lange Zeit perfekt funktioniert.

    Wie viele konkurrierende Benutzer sind denn bei Dir unterwegs? Du greifst ja stets live auf die Home-Verzeichnisse zu. Damit hast Du keine so große Spitzenlast, wie sie z.B. beim Roaming des Homes entstehen würde, sondern verteilst die Last über die Zeit.
    Wenn aber jemand einen größeren Download in sein Home macht, ein Video aus dem Home schaut oder meinetwegen auch ein Video aus dem www, welches im Home gecached wird, dann sollte es doch ziemlich eng werden?


    Ein weiterer Nachteil eines solchen zentralen Konzeptes ist der, dass ausgerechnet der kleine 30-Euro-RasPi zum Single Point of Failure wird. Damit ist dann schnell mal die ganze Familie lahmgelegt. Wie gehst Du damit um? Hast Du einen zweiten, fertig konfigurierten Raspberry in der Schublade, sozusagen als LA-Failover?



    Will meinen RasPi nicht totfahren und der dortige USB-Stick ist ja auch nicht gerade das zuverlässigste Speichermedium!

    Verständlich. Sofern es um Lesezugriffe geht, sind gute USB-Sticks durchaus robust und zum Videoschauen durchaus geeignet. Schwächster Punkt ist sicherlich die Speicherkarte im Raspberry.


    Gruß


    Susanne

  • Moin

    Zur nginx:
    Bei uns läuft ein Apache. Das ist für so einen kleinen Kerl wie den Pi doch ein ordentlicher Brocken. Habt ihr Vergleichswerte Apache/nginx? Ist die Systemauslastung (vor allem des RAM) mit der nginx spürbar geringer?

    Ja, Apache hatte ich damals auch erwogen, aber wieder verworfen, weils zu ressourcen-hungrig ist. Schon damals lief nginx auf dem alten Pi Mod. B+, und jetzt ebenso auf dem Pi 2. Und jetzt auf dem Pi 2 empfinde ich die Services als nicht weniger effektiv, als viel früher zu Zeiten meines fetten Windows-Servers. Der Pi ist heute bei uns File-Server, Server für die Postfächer, Print-Server, VPN-Gateway ins heimische Netz, VPN-Server für sicheres Surfen von den Mobil-Geräten, Backup-System, Cloud-Server für die Android- und Thunderbird-Clients. Selbst als Server für Multimedia-Files (nicht streamen, nur zur Verfügung stellen) kommt er locker mit mehreren gleichzeitigen Clients klar. Ich habe mir gerade mal den Thunderbird-Sync von meinem PC aus via SSH auf dem PI angesehen.... lächerlich... samba geht kurz hoch, nginx + python und dann isser fertig, keine 5 Sekunden. Wir nutzen Nginx nur für Baikal und die Syncs für alle Familienmitglieder und ich bemerke überhaupt keine Systembelastung.


    Habt ihr dazu Erfahrung mit nginx? Lässt sich die Authentifizierung (Radicale, Wordpress, eigene Webapps) darüber einfacher einrichten?

    Kein Ahnung... bei mir gibts nur Linux-Authentifizierung, dann noch für Samba und für Baikal, immer gleicher User-Name und gleiches PWD. Viel Arbeit war das eigentlich nicht.


    Zum zentralen Homeserver:


    Die Idee, sämtliche Homeverzeichnisse zentral zu haben, klingt verlockend. Das hat ja schon fast etwas von einem Thin-Client, obwohl in diesem Fall die Clients viel leistungsfähiger sind als der Server, also eher ein Fat-Client. ;-)


    Nun ist es beim RasPi (zumindest bei meinem alten Modell B) so, dass sich Netzwerk und die USB-Ports denselben Bus teilen. Somit lässt sich maximal die halbe Datenrate von USB 2.0 erreichen. Das sind dann ca. 240 MBit/s bzw. 30 MB/s brutto, für alle Benutzer zusammen. Das ist nicht gerade üppig im Vergleich zum GBit-LAN oder gar einer lokalen SSD mit ca. 4000 MBit/s (lesend), pro Benutzer.

    Aber das ist bei uns eben konzeptionell gelöst... es wird ja nix kopiert... es bleibt ja alles auf den Platten des Pi. Insofern fällt die fehlende Übertragungsgeschwindigkeit im Tagesgeschäft überhaupt nicht auf. Und alles was normale Anwenderdaten sind, LO-Dokumente, Datenbankzugriffe, Fotos gucken, Musik hören, Film gucken, etc. funktioniert ohne empfundene Beeinträchtigung. Selbst Downloads werden nicht lokal gespeichert, sondern landen direkt auf der Server-Platte. Ich habe in meinem Quad-Core-Rechner eine 500 GB-Platte eingebaut, davon werden exakt 5,2 GB (*) für alles" verwendet. Die auf dem PI laufenden Backup-Jobs brauchen natürlich länger, aber die laufen etwa 10 mal im Monat verteilt und starten um 4 Uhr morgens. Bis 6 Uhr, wenn einer aufsteht und auf die Idee käme, aufs Handy zu gucken, sind die allesamt fertig. Und falls ich wirklich mal was im GB-Bereich kopieren will, starte ich das abends auf dem Server im "screen"-Terminal und beende das Terminal am nächsten Tag... ist mir ehrlich gesagt egal, wie lange der braucht, ob 10 Minuten oder 10 Stunden für 100 GB... irgendwann isser fertig.... und das sind zudem seltene Ausnahmen, wenn ich bestimmte Verzeichnise 1 oder 2 mal im Jahr auf eine weitere 3-TB-Backupplatte kopiere, die im Regelfall ausgeschaltet ist... und den letzten Notausgang darstellt.


    Ein weiterer Nachteil eines solchen zentralen Konzeptes ist der, dass ausgerechnet der kleine 30-Euro-RasPi zum Single Point of Failure wird. Damit ist dann schnell mal die ganze Familie lahmgelegt. Wie gehst Du damit um? Hast Du einen zweiten, fertig konfigurierten Raspberry in der Schublade, sozusagen als LA-Failover?

    Nein, natürlich nicht. Weil das auch nicht so einfach funktioniert. Auf meinem PI ist Jessie installiert, auf der SD-Card finden so gut wie keine Schreibzugriffe statt, ausser, wenn ich seltenst mal ein Upgrade mache. Selbst das Logging ist auf die Platte ausgelagert. Der läuft unberührt monatelang ohne Neustart einfach durch. Allerdings ist da auch kein Raspian-Image einschließlich des ganzen Mülls installiert, sondern nur ein nacktes Raspian Jessie und zwar ohne diese ganzen grafischen Programme. Darüber hinaus nur die für den Serverbetrieb notwendigen Komponenten. Ich habe noch nie einen Rechner zuhause "gefahren", der so stabil und wartungsarm läuft. Und wenn er stirbt, ist in 2 Stunden nen neues Debian auf ner neuen Karte installiert und ein anderer PI übernimmt den Job. Das Customizing auf dem neuen PI beansprucht keine große Zeit. Ich habe alles präzise dokumentiert und kann auf ein Restore-Drehbuch zurückgreifen plus einer Verzeichnis-Hierarchie für Conf-Files, die passend zum Drehbuch als Backup hinterlegt ist. Fakt ist, dass im 7/24-Betrieb der RasPi Modell 2 maximal zu 10 oder 15% des Tages ausgelastet ist. Das bedeutet, die Auslastung jeder anderen leistungsfähigeren Maschine ist noch mal deutlich geringer.... was für mich faktisch einem totalen wirtschaftlichen Unsinn ergibt. Mein Windows-Server hat damals zwischen 100 und 170 Watt verbraucht, im Schnitt immer deutlich über 100 Watt, mein Pi verbraucht jetzt 8 Watt komplett. Da nehme ich gerne in Kauf, dass ich gewisse Aufgaben einfach mit Verstand so einstellen muss, dass ich mich nicht übers Warten ärgere. Wichtig ist m.E. eben, die Lasten soweit es geht über den Tag zu verteilen, und das funktioniert prima, wenn man die System-Jobs ausserhalb des User-Fensters legt.


    Will meinen RasPi nicht totfahren und der dortige USB-Stick ist ja auch nicht gerade das zuverlässigste Speichermedium!

    Verständlich. Sofern es um Lesezugriffe geht, sind gute USB-Sticks durchaus robust und zum Videoschauen durchaus geeignet. Schwächster Punkt ist sicherlich die Speicherkarte im Raspberry.

    Nun, das würde ich eben nicht machen.... Ich habe 2 dicke Platten dran mit eigener Stromversorgung, beide mit Sleep-Funktion, eine produktive, eine für die Backups. Journal und anderes Logging liegt auf der produktiven Platte. Die SD-Card wird m.E. eigentlich nur noch zum Lesen verwendet, und bei den seltenen Upgrades. Nand-Speicher im alltäglichen RW-Betrieb ist immer die schlechteste Wahl.


    j.m.2.c.



    (*) Wir nutzen natürlich auf keinem unserer Clients Windows, sondern nur noch Debian Jessie.... Windows ist für uns gottseidank (die unselige) Vergangenheit. Und seit dem Wechsel vor einigen Jahren läuft bei uns eigentlich alles genauso unkompliziert und stabil, wie derzeit unser Raspi als Server... einschließlich der alten Hardware, die unter Windows eigentlich hätte ausgemustert werden müssen.

    6 Mal editiert, zuletzt von Maddin57 ()

  • Hallo Martin,

    Nun, das würde ich eben nicht machen.... Ich habe 2 dicke Platten dran mit eigener Stromversorgung

    Keine Sorge, ich sprach nicht davon, die Speicherkarte als Speicher für Videos etc. zu verwenden. Dafür habe zwei Sticks angeschlossen. Mir ging es vor allem um das Swappen usw.. Das kommt bei dem kleine Pi mit 512 MB schon mal vor.

    ... bei mir gibts nur Linux-Authentifizierung, dann noch für Samba und für Baikal, immer gleicher User-Name und gleiches PWD.

    Wie geschrieben, ich hätte die Authentifizierung gern vom Linux-Benutzer getrennt. Mit dem Apache geht das wunderbar, die nginx kann das ebenfalls. Meine Hoffnung war, das es dort vielleicht einfacher zu realisieren ist. Der Radicale kann die Authentifizierung übrigens ebenfalls über Apache oder nginx durchführen.

    Und alles was normale Anwenderdaten sind, LO-Dokumente, Datenbankzugriffe, Fotos gucken, Musik hören, Film gucken, etc. funktioniert ohne empfundene Beeinträchtigung.

    Also, ich habe jetzt mal 3 VMs genommen, deren Home auf eine USB-Platte kopiert und die an den RasPi angeschlossen. VM 1 schaut einen HD-Film, VM 2 speichert einen größeren Download und VM 3 benutzt den TB und synct die Kalender/ABs. Der gesamte Datendurchsatz liegt bei den erwarteten 25 MB/s. Mehr ist mit einem halben USB 2.0 nicht drin. Da gab es schon spürbare Beeinträchtigungen. Dabei waren die Kinder mit ihrem Mumble noch gar nicht aktiv.


    Ich bin wirklich ein Fan von unserem kleinen RasPi, aber dieser Durchsatz genügt mir nicht. Auch der Single Point of Failure wäre mir zu riskant. Nichtsdestotrotz, die Idee an sich gefällt mir. Schönes Gefrickel. :-)


    Gruß


    Susanne

  • Hallo!


    Ich habe auf meinen RasPi noch nie den "fetten" Apache installiert. Einfach, weil ich eben davon weiß, und es mit nginx eine sparsamere Alternative gibt. Kann also nicht mit gemessenen Daten dienen.
    Ursprünglich wollte ich auch beim radicale keine Auth machen. Eben, weil auch bei mir das Homenetz nur über mein VPN von außen zu erreichen ist (und das hat bei mir einen viel höheren Stellenwert, als irgend ein Passwort!). Das Problem ist aber, dass der Androide (die Apps "CardDAV Sync" und CalDAV Sync") unbedingt ihren Benutzernamen und ihr PW haben wollen. Deshalb einen Benutzernamen für alle und ein Trivialpasswort.
    Worauf ich beim radicale vollkommen verzichte, ist SSL/TLS. Das muss ich innerhalb und auch außerhalb (wegen VPN) nicht haben.


    Zur Sync meines /home:
    Nein, es ist keinesfalls so, wie bei den Thin-Clients!
    Alle drei Rechner haben ihr eigenes physisches /home, befüllt mit den Daten, auf der SSD/HD. Diese Daten sind also auch immer und auch offline verfügbar (*). Und mit dem Seafile-Client werden diese Daten mit den auf dem Seafile-Server gespeicherten verglichen und synchronisiert. Die aktuellere Datei siegt.
    Habe ich einen Rechner mal ein paar Tage nicht genutzt, Dreht sich nach dem Anmelden eines Users ein paar Sekunden ein Throbber und fertig ist. Erstelle/Ändere ich irgend eine Datei, kann ich selbiges nach dem Speicheren ebenfalls beobachen. Starte ich einen anderen Rechner, ist dieser nach wenigen Sekunden ebenfalls aktuell.
    Und nein, DAS betrachte ich nicht als meine Datensicherung! Von einem meiner Rechner (dem "großen") erfolgt täglich 20:00 eine "Vollsicherung" des /home aller drei User auf mein NAS. Da das genutzte Programm "Back in Time" mit Hardlinks arbeitet, dauert das ebenfalls nur wenige Minuten. Aber ich habe eben wirklich für jeden einzelnen Tag eine "Vollsicherung", die ich komplett zurücksichern kann (ja, mehrfach getesetet ;-)).


    (*) Gestern habe ich im Überschwang meiner Gefühle (Cardbook ...) mein bisheriges Adressbuch "unsynchronisiert" als Cardbook angelegt und die dafür genutzte abook.mab geleert. Heute habe ich festgestellt, dass ich (ggw. noch) im Cardbook nicht selektieren kann, welches AB er zur Suche beim Adressieren nutzen soll => er findet jetzt auch Datensätze aus dem AB, in welchem ich kaum noch genutzte Adressen gespeichert habe. Also die, die ich nicht auf meinen Smartphone haben will. Gefällt mir nicht!
    Also eines meiner Notebooks ohne Netzwerkzugang gestartet (damit kein Seafile-Sync), die im Seafile-Ordner liegende (vollständige) abook.mab verschoben, Sync durchgeführt => leere abook.mab, und dann die vollständig Datei wieder drübergebügelt. Und schwupps war sie auf den beiden anderen Rechnern wieder vollständig da. Also gibt Seafile ja doch eine Art Backup her ;-)


    BTW: Hat einer von euch den "Raspi-Monitor" installiert? Ich möchte das Teil nicht mehr missen! Einfach schööööön!
    BTW2: Hat jemand schon Cardbook 7.5 installiert? Ich habe es noch nicht gefunden. Jedenfalls vor 20 Minuten.



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo Peter,


    Hat einer von euch den "Raspi-Monitor" installiert? Ich möchte das Teil nicht mehr missen! Einfach schööööön!

    Ich hatte ihn letzten Jahr mal zum Test installiert, weil die Grafiken bei einer Fehlersuche hilfreich sein können. Da der RPi Monitor aber einen weiteren Webserver mitbringt und seine RRD kontinuierlich auf die Speicherkarte schreibt (könnte man natürlich verbiegen), habe ich ihn wieder deinstalliert. Für eine Fehlersuche würde ich ihn ggf. wieder installieren. Ansonsten reichen mir top, die vcgencmd usw. .

    BTW2: Hat jemand schon Cardbook 7.5 installiert? Ich habe es noch nicht gefunden. Jedenfalls vor 20 Minuten.

    Auf AMO ist die Version wohl noch nicht - oder vielleicht nicht mehr? Edvoldi hat ja möglicherweise ein bug in der 7.5 gefunden. Ich warte deshalb noch ein wenig. Bei der Schlagzahl, die Philippe vorlegt, sind wir nächste Woche eh schon bei 7.8. ;-)


    Gruß


    Susanne

  • Auf AMO ist die Version wohl noch nicht - oder vielleicht nicht mehr?

    Ihr wisst doch ich kann nicht warten:
    https://addons.mozilla.org/de/…/addon/cardbook/versions/
     
    Gruß
     EDV-Oldi