E-Mail-Ordner auf SSD oder HDD

  • Hallo,


    Ich habe heute meine SSD bekommen (750 GB). Allgemein weiß ich dass Software auf die SSD kommt. Somit auch TB. Nur wo ich mir nicht ganz sicher bin, ist ob ich die TB-Speicherordner für Mails auch auf die SSD geben soll. Da es sich um Mailkonten einer Firma handelt, sind die Ordner recht groß (zusammen knapp 50 GB, Tendenz steigend) (darunter ein IMAP-Konto mit 1 GB Maximalgröße).


    Mit Betriebssystem, sämtlicher Software und sonstigen Daten, die auf die SSD gehören, bin ich nämlich dann schon recht nah an den 750 GB angelangt.


    Die Frage ist, also, ob es etwas bringt, den Profilordner samt Kontenordnern auf die SSD zu verschieben, oder reicht es, wenn diese auf der HDD bleiben?


    Lg,
    Pascal

  • Hallo,


    ich habe etwas abgewartet, ob vielleicht eine qualifiziertere Antwort als meine kommt, vielleicht kommt ja noch was.


    Ich würde es an deiner Stelle einfach ausprobieren. Ein Profilordner ist für einen halbwegs versierten Benutzer schnell verschoben (ok, bei 50GB dauert das kopieren etwas ;-) ).



    Auf jeden Fall würde ich an deiner Stelle nicht einzelne Dateien oder Unterordner des Profilordners wo anders speichern (z.B. die mbox-Dateien), sondern immer den Speicherplatz des kompletten Profilordners verlegen. Grund: falls mal was kaputt geht und (im geschäftlichen Umfeld ja öfters der Fall) das Ding zum sogenannten "Fachmann" kommt, dann kommt der besser mit klar. Auch beziehen sich nahezu alle mir bekannten Erklärungen / Beschreibungen zu irgendwelchen Problemen bezügl. Thunderbird immer auf eine Installation, bei der alle Daten im Profilordner sind.


    Datensicherung ist für dich ja wahrscheinlich eine Selbstverständlichkeit.


    50GB ist für meine Begriffe unglaublich viel. Weißt du, dass man ab und an seine Ordner komprimieren sollte? Falls nein, ist das hier als Lektüre wahrscheinlich empfehlenswert: Ordner komprimieren (da du schon länger mit Thunderbird arbeitest, verwendest du wahrscheinlich das mailbox-Format und nicht das maildir-Format).


    Grüße, Ulrich

  • Hallo Pascal,


    generelle Empfehlungen sind manchmal so eine Sache, weil sich die Anforderungen von Benutzer zu Benutzer ja doch unterscheiden. Wer das Geld übrig hat, verzichtet vielleicht sogar ganz auf HDDs.
    Ich würde folgende Punkte zumindest einmal als Anregung in den Raum stellen:


    • Programme und Daten würde ich grundsätzlich trennen. Das erleichtert ein Backup aber auch das Updaten oder gar einen Wechsel des Betriebssystems. Sollte es bei einem Update zu Problemen kommen, bleiben zumindest die Daten davon unberührt.
      Selbst dann, wenn Du einen neuen Rechner benötigst, hättest Du sämtliche Daten auf diese Art rasch umgezogen.
    • Die Lebensdauer guter SSDs ist inzwischen in der Regel mindestens ebenso hoch wie die der HDDs. Dennoch lohnt es sich, etwas Speicherplatz frei zu lassen. Nicht nur für zu erwartendes Wachstum sondern auch damit der Controller der SSD diesen ggf. für das Ersetzen defekter Zellen benutzen kann. Ich würde deshalb immer eine gute Reserve empfehlen.
    • Für die typischen Home-Anwenderdaten wie Fotos, Videos, Musik oder E-Mails ist eine HDD allemal schnell genug. Hier wirst Du keinen Unterschied zu einer SSD bemerken. Diese Daten würde ich daher komplett auf die HDD auslagern.
      Selbst wenn man z.B. sehr große Videodateien von einigen Gigabyte bearbeitet, könnte man diese für die Bearbeitung temporär auf der SSD halten und dann final auf die HDD verschieben.
    • Soweit es das Profil des TB betrifft, hat Ulrich schon viel Richtiges geschrieben: Am besten das gesamte Profil auslagern, den Hinweis zum Komprimieren beachten und auch einmal überlegen, ob große Anhänge nicht von der jeweiligen E-Mails abgetrennt werden können.
      Die 50 Gig erscheinen auch mir sehr, sehr viel. Vermutlich benötigst Du viele dieser E-Mails und deren Anhänge im Alltag längst nicht mehr. In diesem Fall könntest Du darüber nachdenken, alte Daten als Archiv in ein eigens dafür eingerichtetes Profil, welches nur Lokale Ordner hat und gar kein Online-Konto, zu verschieben.
    • Bei der großen Datenmenge achte unbedingt darauf, dass die physisch maximale Größe einer mbox-Datei (eines TB-Ordners) 4 GB beträgt. Bei Mailboxen, auf die häufig schreibend zugegriffen wird, können Probleme schon deutlich darunter auftreten. Hier gilt also: Small is beautiful.
    • Wenn das IMAP-Konto voll wird und Dir die Firma kein Archiv zur Verfügung stellt, dann kannst Du alte E-Mails / Ordner aus dem IMAP-Konto in den Lokalen Ordner kopieren und danach auf dem Server löschen.
      Das ist natürlich nur dann eine Option, wenn Du auf diese E-Mails nicht von anderen Geräten aus zugreifen musst.
    • Last but not least, egal ob SSD oder HDD, irgendwann erreicht jedes Gerät sein Lebensende. Deshalb: Backup, Backup, Backup!

    Gruß


    Susanne

  • Hallo @all!



    :thumbsup::thumbsup::thumbsup::thumbsup::thumbsup::thumbsup::thumbsup: 
    (für jeden Punkt aus Susannes Beitrag eines)


    Trotzdem frage ich mich immer wieder, wie man (auch eine Firma!) es schaffen kann, 50GB an Mails anzuhäufen. Das ist mir einfach unverständlich.
    Einzige für mich nachvollziehbare Begründung wäre der Missbrauch des "Mediums" E-Mail zum nie dafür gewollten Transport von Massendaten. Und natürlich lässt dann der bequeme User diese Mailanhänge auch "auf ewig" angehängt an der betreffenden E-Mail.



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo,


    Danke für die Antworten.


    - Backups, sind eh klar. Hab alles 3-fach gesichert, um sicher zu gehen. Platz ist entsprechend auf HDDs vorhanden.


    - Mit den Mail-Konten ist auch klar. Sie werden regelmäßig archiviert, alle paar Tage komprimiert und alte Daten in ein eigenes Konto verschoben. Was die Größe anbelangt: Es ist wie gesagt für meine Firma, d. h. es handelt sich, wie oben geschrieben um mehrere Konten (derzeit knapp 20 Konten) mit teils Mails aus den letzten 12 Jahren seit der Gründung. Einige Mails muss ich leider aufgrund der Aufbewahrungspflicht bis zu 25 Jahre speichern, statt der regulären 7 Jahre.
    Das IMAP-Konto, das täglich verwendet wird, hat zwischen 500 - 800 MB. Die anderen Konten sind eher zur täglichen Suche nach alten Mails aus Nachweis- oder Angebotslegungsgründen verfügbar.
    Die Anhänge zu trennen hatte ich mir auch schon ganz am Anfang überlegt (könnte ja vor dem Archivieren automatisiert werden), aber es hat sich bei Gerichtsfällen als richtig erwiesen, die Mail inklusive Anhang vorlegen zu können, um der Beweispflicht besser nachzukommen. Also nix mit Bequemlichkeit des Nutzers, sondern Selbstschutz ;).


    - Die 4 GB je ordner haben wir in den Archivkonten an sich noch nie erreicht. Die Mails werden nach Jahr und Kunde archiviert.


    Aber an sich ging es bei der ursprünglichen Frage ja nicht um die Größe meiner Daten, die Archivierung oder sonstiges, was hier beantwortet wurde, sondern ob es einen Geschwindigkeitsvorteil bringt. ;)


    Nach der vollständigen Installation und genauerer Datenplanung (Verschieben bestimmter Ordner mit reinen nicht programmbezogener Daten auf HDD) sind auf der SSD noch knapp 120 GB über geblieben, trotz den 50 GB für die Mails, die ich vorerst mal auf der SSD gelassen habe. Ob es geschwindigkeitstechnisch was bringt, werde ich dann wohl spätestens in den nächsten Monaten herausfinden. Ansonsten wandern die Mails auch auf die HDD.


    LG,
    Pascal