Addons prüfen vor Update auf Thunderbird 60


    • Thunderbird-Version: 52.9.1
    • Betriebssystem + Version: Microsoft Windows 10 Pro 1803 (64-Bit) / Opensuse Leap 42.3 (64-bit)
    • Kontenart (POP / IMAP): IMAP
    • Postfach-Anbieter (z.B. GMX): Fastmail
    • Eingesetzte Antiviren-Software: ClamAV, Windows Defender
    • Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software): Windows Defender SuSEfirewall2
    • Router-Modellbezeichnung (bei Sende-Problemen): AVM FRITZ!Box 7490


    Ich verwende Thunderbird 59 mit den Addons Enigmail, Inverse SOGo Connector und Lightning.

    Alle drei sind für meine Nutzung essenziell:

    • Enigmail für den Zugriff auf verschlüsselte Mails
    • Lightning für den Zugriff auf meinen Fastmail-Kalender (CalDAV)
    • Inverse SOGo Connector für den Zugriff auf meine Fastmail-Kontakte (CardDAV)

    Laut Release Notes zu Thunderbird 60 werden nach dem Update Addons deaktiviert, die nicht als kompatibel zu Thunderbird 60 gekennzeichnet sind.

    Wie kann ich vor dem Update prüfen, ob eins meiner Addons davon betroffen sein wird?

  • Du kannst auf der Add-ons-Webseite nach den Add-ons suchen und schauen, ob der Entwickler eine Kompatibilität mit Thunderbird 60 angibt.


    Für Enigmail ist das der Fall. Der Inverse SOGo Connector wird dort nicht gefunden. Auf der SOGo-Webseite steht nichts von einer Unterstützung von TB 60. Du kannst es trotzdem versuchen. Falls das Add-on deaktiviert wird, setze unter about:config extensions.strictCompatibility auf false. Eine Garantie, das es dann klappt, gibt es trotzdem nicht.


    Lightning wird mit Thunderbird ausgeliefert und ist damit ganz sicher kompatibel.


    Meine Empfehlung: Kopiere den Inhalt deines Profilordners irgendwo hin. Lege dann in Thunderbird ein neues Profil an und schließe Thunderbird gleich wieder. Kopiere nun dein kopiertes Profil in den neuen Profilordner. So kannst du in aller Ruhe probieren, ob alles klappt. Wenn nicht, installierst du wieder Thunderbird 52.9.1 und löschst das zweite Profil.

  • Der Inverse SOGo Connector wird dort nicht gefunden.

    Ich habe den Eindruck, der Connector wird schon länger nicht mehr weiterentwickelt. Ich wüsste sonst keine Erklärung, weshalb er mit den CardDav-Zugängen einiger großer Provider, wie z.B. GMX, seit Jahren nicht funktioniert.

    Ich bezweifle daher, dass er eine Anpassung auf die 60+ bekommen wird.


    Abhilfe schafft die Erweiterung CardBook.

  • Danke für den Tipp. Ich werde CardBook mal testen. Als ich vor Jahren den Sogo Connector installierte war er die einzige Möglichkeit, die ich fand, dem Donnervogel CardDAV beizubringen, aber so richtig zufrieden war ich nie damit.

  • Beachte, dass CardBook ein eigenständiges Adressbuch ist, das parallel zum Adressbuch des Thunderbird existiert.

    Es ist dem normalen Adressbuch deutlich überlegen und funktioniert sehr zuverlässig. Hervorzuheben ist auch, dass es den in den RFC definierten Standards zu vCard 3.0 und 4.0 entspricht. (Version 2.0 wird nicht direkt unterstützt.)


    Der Start damit kann etwas ungewohnt sein. Nach meiner Erfahrung lohnt sich der Umstieg aber sehr.

  • Ja, der Start war in der Tat "ungewohnt".

    CardBook hat als erstes angeboten, meine vorhandenen Adressbücher zu übernehmen. Das habe ich dankbar angenommen mit dem Ergebnis, dass ich den Inhalt meines Fastmail-CardDAV-Adressbuchs als lokales Adressbuch wiederfand. Also wieder gelöscht und von Hand per CardDAV eingebunden. Das ging immerhin sehr glatt.

    Allerdings scheint wohl nur vCard 3.0 zu gehen, nicht vCard 4.0, jedenfalls hatte das entsprechende Dropdown-Menü nur diese eine Auswahlmöglichkeit.

    Eine Doku wäre auch nett, viele Optionen im CardBook-Einstellungsdialog sind doch eher mysteriös oder haben nicht die Wirkung, die ich erwarte.

    Mal schauen, wie das weitergeht.

  • mit dem Ergebnis, dass ich den Inhalt meines Fastmail-CardDAV-Adressbuchs als lokales Adressbuch wiederfand.

    Du hattest diese Kontakte zuvor schon lokal. Der SOGo synchronisiert ein normales Thunderbird-Adressbuch. CardBook hat also aus einem lokalen Adressbuch in ein lokales CardBook-Adressbuch importiert. Das scheint mir vernünftig.


    Allerdings scheint wohl nur vCard 3.0 zu gehen, nicht vCard 4.0, jedenfalls hatte das entsprechende Dropdown-Menü nur diese eine Auswahlmöglichkeit.


    vCard 4.0 ist sogar der Standard in CardBook. Das gilt nicht für bereits existierende Adressbücher und beim Import, u.a. weil das Format explizit in der vCard steht.

    Eine Doku wäre auch nett

    Ich kenne keine. Vollständig intuitiv ist CardBook bei der Fülle an Funktionen für mein Empfinden nicht. Einiges muss man einfach ausprobieren.


    Manche der Optionen habe ich selbst noch nicht ernsthaft getestet. Das hat seinen Grund darin, dass wir uns mit Freunden eine gemeinsame Server-Umgebung inklusive WebDav und der Möglichkeit einer Virtual Desktop Infrastructure teilen.

    Die Smartphones sind ein begrenzender Faktor, weil insbesondere die Clients für Android einige Features von vCard 3.0 und 4.0, die in CardBook vorhanden wären, nicht unterstützen. Als Beispiel seien die Kategorien genannt. So haben wir uns gezwungenermaßen auf die Basics beschränkt.


    Mein Rat wäre daher, sich heranzutasten und zu schauen, ob alle benutzen Clients mitspielen. Also besser nicht alle Möglichkeiten von vCard 4.0 auf einmal nutzen.

  • mit dem Ergebnis, dass ich den Inhalt meines Fastmail-CardDAV-Adressbuchs als lokales Adressbuch wiederfand.

    Du hattest diese Kontakte zuvor schon lokal. Der SOGo synchronisiert ein normales Thunderbird-Adressbuch. CardBook hat also aus einem lokalen Adressbuch in ein lokales CardBook-Adressbuch importiert. Das scheint mir vernünftig.

    "Vernünftiger" hätte ich es gefunden, wenn aus einem mit einem CardDAV-Konto synchronisierten Thunderbird-Adressbuch durch die Übernahme ein mit demselben CardDAV-Konto synchronisiertes CardBook-Adressbuch geworden wäre. Aber das ist wahrscheinlich schlicht zu viel verlangt. Ist ja auch nicht schlimm, das Problem war mit relativ wenig Nacharbeit aus der Welt.

    Allerdings scheint wohl nur vCard 3.0 zu gehen, nicht vCard 4.0, jedenfalls hatte das entsprechende Dropdown-Menü nur diese eine Auswahlmöglichkeit.


    vCard 4.0 ist sogar der Standard in CardBook. Das gilt nicht für bereits existierende Adressbücher und beim Import, u.a. weil das Format explizit in der vCard steht.

    Das widerspricht meiner Erfahrung. Ich habe ja wie berichtet mein FastMail-Adressbuch im zweiten Anlauf ganz neu als CardDAV-Adressbuch eingerichtet. Dabei gab es eine Dropdown-Auswahloption, die auf "vCard 3.0" voreingestellt war. Ich habe versucht, diese auf "vCard 4.0" umzustellen, aber beim Aufklappen war "vCard 3.0" der einzige Eintrag in der Liste.

    Eine Doku wäre auch nett

    Ich kenne keine. Vollständig intuitiv ist CardBook bei der Fülle an Funktionen für mein Empfinden nicht. Einiges muss man einfach ausprobieren.

    Schon dabei. Viele Optionen haben aber halt gar keine erkennbare Wirkung. Das macht es etwas schwierig, zu erraten, wozu sie wohl dienen könnten. Beispiele:

    • CardBook Tab - Anzeige der Tabs - Erweitert (Checkbox)
    • CardBook Tab - Namen anzeigen (Radiobuttons "Nachname Vorname" - "Anzeigename")
    • Typen - Adressbuch (Radiobuttons Google / Apple / Yahoo / Andere) -- springt auch immer von alleine auf "Google" zurück, wenn ich es auf "Andere" stelle

    Einmal editiert, zuletzt von tilman () aus folgendem Grund: Wortverdopplung gelöscht

  • Ich habe ja wie berichtet mein FastMail-Adressbuch im zweiten Anlauf ganz neu als CardDAV-Adressbuch eingerichtet habe. Dabei gab es eine Dropdown-Auswahloption, die auf "vCard 3.0" voreingestellt war.

    Ich habe schon recht lange kein Adressbuch mehr erstellt. Meiner Erinnerung nach kann CardBook jedoch kein Adressbuch neu erstellen sondern nur bereits vorhandene (als neu) einbinden.

    Das hieße, du hast das Adressbuch zunächst auf andere Art erstellt, zum Beispiel direkt per Web beim Provider. Wenn das Adressbuch dabei in vCard 3.0 erstellt wurde, kann CardBook das nicht nachträglich ändern. Das müsstest du schon selbst machen, indem du die vcf-Datei zuvor mit einem Editor auf 4.0 bringst.

  • Ich habe schon recht lange kein Adressbuch mehr erstellt. Meiner Erinnerung nach kann CardBook jedoch kein Adressbuch neu erstellen sondern nur bereits vorhandene (als neu) einbinden.

    Das hieße, du hast das Adressbuch zunächst auf andere Art erstellt, zum Beispiel direkt per Web beim Provider. Wenn das Adressbuch dabei in vCard 3.0 erstellt wurde, kann CardBook das nicht nachträglich ändern. Das müsstest du schon selbst machen, indem du die vcf-Datei zuvor mit einem Editor auf 4.0 bringst.

    Hm, irgendwie reden wir glaube ich aneinander vorbei. Also hier mal ganz genau was ich gemacht habe:

    1. Über die CardBook-Schaltfläche in der TB-Menüleiste ganz rechts den Tab CardBook geöffnet.
    2. Im Hamburger-Menü ganz links (das von CardBook) Adressbuch - Neues Adressbuch ausgewählt. Es öffnete sich der Dialog "Neues Adressbuch hinzufügen".
    3. Auf der ersten Dialogseite "im Netzwerk" ausgewählt und "Weiter" geklickt.
    4. Auf der zweiten Dialogseite die Voreinstellung "CardDAV" beibehalten, die URL https://carddav.fastmail.com/ und die Zugangsdaten meines Fastmail-Kontos eingegeben und "Überprüfen" geklickt.
    5. "Weiter" geklickt.
    6. Auf der dann folgenden Dialogseite gibt es eine Einstelloption "vCard" mit einer Dropdown-Auswahlliste, und in dieser Liste gibt es nur den einzigen Eintrag "3.0".

    Eine vcf-Datei kommt in dem ganzen Vorgang nicht vor.

  • Auf der zweiten Dialogseite die Voreinstellung "CardDAV" beibehalten, die URL https://carddav.fastmail.com/ und die Zugangsdaten meines Fastmail-Kontos eingegeben und "Überprüfen" geklickt.

    An dieser Stelle hast die Adresse eines bereits auf dem Server existierenden Adressbuch angegeben, oder nicht? Selbst wenn es noch leer war, hast du dann kein neues Adressbuch erstellt sondern nur ein vorhandenes in CardBook (neu) eingebunden.

    Hinter diesem Adressbuch auf dem Server kann eine Datenbank stecken oder ganz simpel eine *.vcf-Datei. Unabhängig vom Dateiformat, wenn dieses Adressbuch das Format vCard 3.0 hat, dann behält CardBook dies bei.