Keine Passwörter in Linux-Mint bei plattformübergreifender Nutzung

  • Um Rückfragen vorzubeugen, bitten wir um folgende Angaben:

    • Thunderbird-Version: 60.5.0 (32 Bit) auf Win 7, neueste Version 64 Bit auf Linux-Mint
    • Betriebssystem + Version: Win 7 SP1, Mint 19.01
    • Kontenart (POP / IMAP): POP
    • Postfach-Anbieter (z.B. GMX): eigene Domain und T-Online
    • Eingesetzte Antiviren-Software: auf Win Kaspersky, auf Linux keine
    • Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software): intern
    • Router-Modellbezeichnung (bei Sende-Problemen): T-Online, Speedport Hybrid

    Ich benutze Thunderbird plattformübergreifend (also mit gleichem Profil und gleicher Datenablage) mit Win 7 und Linux Mint. Bisher immer nur in Windows verwendet. Da läuft auch alles wie immer und problemlos.

    Bei Mint werden allerdings die im Profil hinterlegten Passwörter nur dann angezeigt (in Einstellungen/Erweitert/Sicherheit/Passwörter), wenn ich TB im abgesicherten Modus starte. Im normalen Modus sind die Passwörter weg und es werden auch bei manueller Eingabe keine angenommen und demzufolge keine Mails empfangen oder gesendet. Auch dann nicht, wenn ich sämtliche Add-ons deaktiviere. Ein externer Passwortmanager ist nicht mit im Spiel.

    Zu dem Problem habe ich weder hier im Forum noch bei sonstiger Suche etwas gefunden.

    Ich kann natürlich TB einfach weiter im abgesicherten Modus betreiben. Da funktioniert ja alles. Aber es interessiert mich schon, was da falsch eingestellt ist. Wie gesagt, tritt das Problem nur in Mint auf. In Win7 ist alles wie immer.

    Für Tipps bedanke ich mich.

  • Thunder

    Approved the thread.
  • Moin,

    ich habe jahrelang, allerdings noch zu WinXP-Zeiten, problemlos ein gemeinsames Profil unter Linux und Windows benutzt.

    Damals hatten wir aber auch noch nicht die galoppierende Versionitis bei allen Browsern, Mailclients etc.

    Inzwischen würde ich auch eher zu einem Umzug bzw. Parallelbetrieb raten, wobei man tunlichst ein Downgrade der TB-Version vermeiden sollte. Aber jede(r) hat ja ein tägliches oder wenigstens wöchentliches Backup seines Profils ;-) und kann eben ein älteres für den Umzug nehmen, was bei IMAP keine Rolle spielen sollte, und bei POP auch nicht, wenn man seine Mails nicht sofort beim Abholen vom Server löscht.

    - m.

  • Hallo muzel,


    Inzwischen würde ich auch eher zu einem Umzug bzw. Parallelbetrieb raten

    es freut mich, dass mit sich dir jemand gefunden hat, der die Problematik ebenfalls erkannt hat!


    Ich war in ähnliche Probleme gelaufen und habe in diesem Forum Beiträge von "Veteranen" gefunden, die bereits vor mehreren Jahren darauf hingewiesen haben, dass man ein Profil nicht in jedem Fall mit verschiedenen Betriebssystemen benutzen kann, weil bestimmte Erweiterung nicht mit beiden OS kompatibel sind.


    Mir scheint, das wurde von anderen Teilnehmern und auch in der Dokumentation lange ignoriert. Manch einer ignoriert es immer noch.


    Früher mögen solche Probleme sehr selten gewesen sein, aber dadurch, dass der Kalender, der an bestimmte Versionen gebunden ist, fester Bestandteil geworden ist, hat sich das Problem jüngst verschärft. Die Änderungen ab Thunderbird 60 tragen möglicherweise ebenfalls dazu bei.

    In den wenigen Wochen, in denen ich hier aktiv bin/war, habe ich bereits mehrere Beiträge gesehen, bei denen andere genau solche Probleme beschrieben haben. Sei es, weil sie ein Profil mit Linux und Windows benutzen, sei es, weil sie ein altes Profil aus einer Sicherung wieder hergestellt hatte.


    Die frühere Empfehlung, ein Profil einfach durch Kopieren von einen auf den anderen Rechner umzuziehen, kann meiner Meinung nach nicht mehr für alle Anwendungsfälle aufrecht erhalten kann.

    Besser wäre es, in einem solchen Fall nur die Daten umzuziehen, nicht das gesamte Profil.


    ... wobei man tunlichst ein Downgrade der TB-Version vermeiden sollte.

    Das lässt sich in diesem Fall nur schwer vermeiden, weil viele Linux Distributionen neue Version erst spät, manche sogar gar nicht verteilen.


    Die einzige empfehlenswerte Lösung ist für mich die, getrennte Profile anzulegen und allen Clients die Mails, Kalender und Adressbücher über IMAP/CalDAV/CardDav/Exchange/Sync zur Verfügung zu stellen.

  • Vielen Dank erstmal für die Hinweise. Da ich den Wechsel zwischen Win und Mint nur langsam vollziehen kann, muß ich mittelfristig auf beiden Plattformen mit den gleichen Thunderbird-Daten arbeiten können. Deshalb kommt ein bloßer Umzug für mich nicht in Frage (sonst hätte ich ja das Problem auch in den entsprechenden Threads dazu gesucht und gefunden).

    In der abgesicherten Version geht das ja auch. Ich würde es - auch um die Linux-Funktionen dabei besser zu verstehen, aber gern hinbekommen, auch die Vollversion korrekt laufen zu lassen.

    Die Variante, TB in Linux neu einzurichten und mich nur auf die gleichen Mail-Ordner zu beziehen, hatte nicht funktioniert, weil Linux angefangen hat, meine vielen Mail-Order alle neu- und umzuschreiben und eigene Zusammenfassungs-Dateien dafür anzulegen. Deshalb habe ich entschieden, die Profile mitzunehmen.

    Trotzdem habe ich in dem oben von "Ruhezone" empfohlenen Umzugs-Thread einen wichtigen Hinweis gefunden (Vielen Dank dafür), der die Lösung bringen könnte: Die Datei pkcs11.txt enthält Angaben, wo TB bestimmte den keys zugeordnete Dateien suchen soll, mit dem Pfad in die Windows-User-Ordner. Da findet Windows natürlich die entsprechenden Dateien, weil dort noch eine Kopie von ihnen liegt. Aber für Linux existiert dieser Pfad gar nicht. Jetzt muß ich nur noch herausfinden, wie ich die Pfadangabe in der pkcs11 korrekt verändert muß und ob das die einzige derartige Datei ist, und dann KÖNNTE es klappen.

    (Löschen wird es nur bei einem Umzug bringen, weil TB sich die Datei dann neu schreibt, aber dann kann Win natürlich den neuen Pfad nicht mehr finden.)

    Sobald ich das geschafft habe, werde ich mich hier wieder melden.

  • Hallo Joerg Wichmann,


    sieht bei mir so aus (Linux openSUSE 15 Leap x86_64):


    Code
    1. library=
    2. name=NSS Internal PKCS #11 Module
    3. parameters=configdir='/home/mein_benutzer/.thunderbird/mein_profil.default' certPrefix='' keyPrefix='' secmod='secmod.db' flags=optimizeSpace updatedir='' updateCertPrefix='' updateKeyPrefix='' updateid='' updateTokenDescription='' manufacturerID='Mozilla.org' libraryDescription='PSM Internal Crypto Services' cryptoTokenDescription='Generic Crypto Services' dbTokenDescription='Software Security Device' cryptoSlotDescription='PSM Internal Cryptographic Services' dbSlotDescription='PSM Private Keys' FIPSSlotDescription='FIPS 140 Cryptographic, Key and Certificate Services' FIPSTokenDescription='Software Security Device (FIPS)' minPS=0
    4. NSS=trustOrder=75 cipherOrder=100 slotParams={0x00000001=[slotFlags=RSA,RC4,RC2,DES,DH,SHA1,MD5,MD2,SSL,TLS,AES,SHA256,SHA512,Camellia,SEED,RANDOM askpw=any timeout=30 ] } Flags=internal,critical


    Ich hoffe, dass Dir das weiterhilft.


    Gruß

    Feuerdrache

    „Innerhalb der Computergemeinschaft lebt man nach der Grundregel, die Gegenwart sei ein Programmfehler, der in der nächsten Ausgabe behoben sein wird.“
    Clifford Stoll, amerik. Astrophysiker u. Computer-Pionier

  • Vielen Dank erstmal für die Hinweise. Da ich den Wechsel zwischen Win und Mint nur langsam vollziehen kann, muß ich mittelfristig auf beiden Plattformen mit den gleichen Thunderbird-Daten arbeiten können. Deshalb kommt ein bloßer Umzug für mich nicht in Frage .

    Ich stand er er kürzlich vor der gleichen Aufgabe. Dein Ziel lässt sich leicht und technisch einwandfrei verwirklichen, wenn du die bestehenden Technologien benutzt.


    Von Workarounds rate ich sehr ab, weil es früher oder später zu Schwierigkeiten führen wird. Deshalb kann ich auch keinen Vorschlag für eine Stückellösung machen.

    Ich will einige der Gründe gern noch einmal nennen. Es sind technische Gründe, keine Frage meiner persönlichen Präferenzen. Ich denke, sie sind einleuchtend. Ich habe sie jedenfalls gleich nachvollziehen können, nachdem u.a. hier darüber gelesen habe.


    Es gibt Erweiterungen, die enthalten Binaries. Diese sind aber spezifisch für das jeweilige Betriebssystem. Ein Binary für Windows läuft nicht unter Linux und umgekehrt. Erweiterungen werden aber fast immer im Profil installiert. Somit kann ein Profil, das eine solche Erweiterung enthält, nicht unter beiden Betriebssystemen funktionieren.

    Ich habe mich nicht damit beschäftigt, auf welche Erweiterungen das zutrifft. Den zugehörigen Artikel habe ich aber bei Mozilla gefunden.


    Seit einiger Zeit ist der Kalender fester Bestandteil des Thunderbird. Die zugehörige Erweiterung Lightning ist immer nur mit bestimmten Versionen oder einem Versionsbereich des Thunderbird kompatibel.

    Die Linux-Distributoren verbreiten Updates meist deutlich später als diese für Windows erfolgen. Manche Updates werden gar nicht verteilt, wenn sie für Linux keine Relevanz haben. Die Folge daraus ist, dass es zu einem unterschiedlichen Stand kommen kann. Und das kann schnell zum Problem werden.


    Wie dein Beispiel zeigt, gibt es Dateien, die absolute Pfade enthalten. Auch das führt zu Problemen.


    Last but not least befindet sich das gesamte System der Erweiterungen im Umbruch. Das heißt in jedem Fall, das es Unterschiede in den Profilen geben wird, je nach Version.


    Deshalb von mir der Ratschlag, es auf Basis der dafür vorgesehenen Technologien zu lösen und dich dabei vollkommen unabhängig vom Betriebssystem zu machen. Dann bekommst du auch keine Probleme.


    Das bedeutet konkret, jedes Betriebssystem bekommt sein eigenes Profil mit seinen eigenen Erweiterungen. Die E-Mails werden über IMAP verwaltet, Kalender über CalDAV und Adressbücher über CardDAV. Dann sehen alle Installationen die gleichen Daten.


    Auf diese Art könntest du morgen sogar die Linux Distribution wechseln, auf einen Mac umsteigen oder ein ganz anderes Mailprogramm benutzen. Du kannst auch Outlook, Thunderbird und irgendein Mailprogramm auf dem Smartphone parallel benutzen. Kein Problem. Mit der Ausnahme lokaler Ordner wäre alles andere da. Ohne zu importieren, zu konvertieren usw. .

  • Also es ging nicht ganz so wie gedacht. Das manuelle Umschreiben des Pfades hilft nicht, weil Linux an dieser Stelle noch viel mehr Informationen ablegt und auch braucht.

    Geholfen hat es, die pkcs11.txt ganz zu löschen und dann TB in Linux neu zu starten. Dabei schreibt TB die Datei neu und legt sie freundlicherweise genau da ab, wo die alte gelöscht wurde und wo Win7 sie später, beim nächsten Start, auch wiederfindet und !! auch lesen kann.

    Jetzt tauchen die Passwörter auch identisch in beiden Einstellungen/Erweitert/Sicherheit/Passwörter-Verzeichnissen auf, wie es sein sollte und alle Abfragen und Sendungen gehen glatt, ohne zusätzliche Passwort-Abfrage. Sie sind allerdings nicht mit einem Masterpasswort geschützt, sondern direkt eingegeben.

    Im Moment sieht es so aus, als würde es keine weiteren Probleme geben. Es scheint also möglich zu sein, Thunderbird im Parallelbetrieb von getrennten Partitionen aus sowohl mit Win 7 32bit also auch mit Mint 19.1 64bit zu verwenden und dabei auf dasselbe Profil zuzugreifen (also nicht das gleiche in zwei Varianten, sondern tatsächlich dasselbe am selben Ort).

    Danke für die Mithilfe und Tipps.

  • Ruhezone :

    Danke für die weiteren Hinweise. Habe ich gerade erst gesehen, als mein Text schon raus war.

    Mir leuchten Deine Argumente durchaus ein, und wahrscheinliche werde ich das langfristig auch so versuchen. Dafür müßte ich mich erstmal damit beschäftigen, wie ich auf IMAP umstelle. Aber das wird sicher nicht dramatisch sein.

    Zunächst habe ich ein Workaround gefunden, das mir durch die nächste Zeit hilft, bis ich in Ruhe den vor Dir vorgeschlagenen Weg angehen kann.