Thunderbird einrichten für acht Benutzer. Wie vorgehen?[erl.

  • Thunderbird-Version: 16.0.1
    Betriebssystem + Version: Windows XP Professional
    Kontenart (POP / IMAP): IMAP
    Postfachanbieter (z.B. GMX): 1und1


    Hallo,


    wir sind eine kleine Steuerberatungskanzlei und unser E-Mail Verkehr läuft aktuell über den 1und1 Webmailer, bei dem jeder Mitarbeiter seinen eigenen Login mit eigener E-Mail Adresse hat.


    Da das tägliche Einloggen in die Weboberfläche sehr umständlich ist und die Weboberfläche dazu auch noch relativ unattraktiv daherkommt, habe ich vorgeschlagen, auf Thunderbird umzustellen, da wir auch über IMAP auf unsere E-Mail Konten zugreifen können. Der Chef war nicht abgeneigt und hat mich jetzt mit der Einrichtung beauftragt.


    Ich hätte gerne realisiert, dass jeder Mitarbeiter (acht an der Zahl) von jedem Rechner in der Kanzlei auf sein Profil zugreifen kann (soll ja mal vorkommen, dass man an nem anderen Rechner arbeiten muss).


    Option 1, die auf jeden Fall funktionieren würde, wäre folgende:


    Ich installiere auf jedem der acht Rechner Thunderbird und richte dort jeweils lokal alle 8 Profile der Mitarbeiter ein. Bei jedem Start von Thunderbird können die Mitarbeiter dann, egal von welchem Rechner aus, ihr Profil auswählen und Thunderbird starten.


    Soweit so gut. Allerdings schwebt mir eine "elegantere" und einfachere Lösung vor:


    Ich installiere Thunderbird auf unserem NAS, auf das alle acht Rechner zugreifen können, lege dort einmal alle Profile an und lege auf die acht Rechner Verknüpfungen zu dieser Installation (natürlich mit -no-remote Befehl, damit mehrere Instanzen offen sein können).


    Ist eurer Meinung nach Option 2 möglich und stabil? Die Vorteile liegen auf der Hand, da z.B. Updates nur einmal getätigt werden müssten usw.


    Da ich mit der Einrichtung nicht all zu viel Zeit verbringen darf, will ich das Ganze nicht einfach ausprobieren nur um dann festzustellen, dass es gar nicht möglich ist. In diesem Fall würde ich sofort auf die umständlichere Option 1 zurückgreifen.


    Was meint ihr?

  • Hallo bumbklaatt und willkommen im Thunderbird-Forum,


    Du gehst die Sache von der falschen Seite aus an. Nicht erst TB sollte unterschiedliche Profile für jeden Mitarbeiter haben (auf das dann jeder zugreifen kann), sondern bereits Windows (geschützt durch ein individuelles Passwort). Dort kann dann das jeweilige Profil im jeweiligen Windows-Konto liegen - meinetwegen auch acht an der Zahl pro Computer (nicht pro Windows-Konto!!!). Etwas mehr Aufwand, aber ich würde einen Teufel tun, Kollegen (ob nett oder nicht) an mein eMail-Konto zu lassen.


    Gruß
    slengfe

    Meine Beiträge sind subjektiv und manipulativ, erheben Anspruch auf Allwissenheit und können Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.


    Windows 10 Professional 64 Bit | Thunderbird 32 Bit | Firefox 64 Bit | Avira Free Security Suite

  • Hallo,


    an den Benutzerprofilen wird nichts geändert, da wir, abgesehen vom Chef, alle das selbe benutzen (ganz einfaches Domänennetzwerk mit nem kleinen Server). Es gibt folglich nur die zwei von mir beschriebenen Optionen. Selbstverständlich wird jedes Profil mit einem individuellen Masterpasswort in Kombination mit dem Master Password+ Addon vor unbefugtem Zugriff geschützt.


    Für manch einen mag das vielleicht unelegant wirken, allerdings ist das für uns mehr als ausreichend, da wir nicht wirklich viel E-Mail Verkehr haben, die Geschäftsmailadressen nicht privat genutzt werden und die Mitarbeiter abgesehen von mir sowieso absolute EDV Anfänger sind, die nicht mal auf die Idee kämen, das man ein Masterpasswort evtl umgehen könnte nur um dann den uninteressanten Geschäftsmailverkehr der Kollegen zu lesen.

  • Hallo,


    dann wird dir wohl nur Option eins bleiben, da Thunderbird nicht Netzwerkfähig ist.


    mfg

    Mit freundlichen Grüßen


    Tramonti

  • Zitat von "Tramonti"

    dann wird dir wohl nur Option eins bleiben,


    Eben nicht. Habe es jetzt einfach mal versucht, da ich mir zu 99% sicher war, dass Option 2 auch funktioniert und ich hatte recht. Die Thunderbird Installation sowie sämtliche Profile sind auf dem NAS abgelegt und diese eine Thunderbird Installation kann von allen Mitarbeitern gleichzeitig benutzt werden (jeder natürlich mit seinem eigenen Profil, da die gleichzeitige Nutzung eines Profils nicht geht und auch nicht gewollt ist).


    Leider ist der Programmstart mit ca. 25 Sekunden relativ langsam und wird sich mit zunehmender E-Mail Anzahl wohl noch verlängern. Liegt wohl an unserem älteren Netzwerk (zeigt zwar 100 MBit an aber ob die Leitung wirklich so schnell ist, weiß ich nicht).


    Ich nehme an, dass man daran nichts ändern kann oder? Müssen uns jetzt halt noch entscheiden, ob wir mit den langen Startzeiten leben können oder ob ich doch auf jedem Rechner separat Thunderbird inkl. aller acht Profile (die dann leider nicht auf jedem Rechner synchron sind / Stichwort z.B: Lightning Kalender) installiere.

  • Hallo,


    abgesehen von der Performance und dass es im Vergleich zu einem ordentlichen Setup mit eigenem Mailserver eine rechte Bastellösung ist, finde ich die Idee durchaus interessant. Solange die Benutzer eigene, vollständige Profile haben (diese also nicht durch Auslagern der Ordner verteilt vorliegen), wüsste ich auch nicht, was dagegensprechen würde. Ein gleichzeitiger Zugriff sollte ja durch die Lock-Datei verhindert werden. Übersehe ich da etwas?


    Gruß


    Susanne

  • Zitat von "SusiTux"

    (diese also nicht durch Auslagern der Ordner verteilt vorliegen)


    Was genau meinst du damit?


    Ansonsten stimme ich dir voll zu. Abgesehen von der Performance beim Start sind wir echt zufrieden. Jeder kann von jedem Rechner auf sein Profil zugreifen. Doppelnutzung eines Profils wird korrekterweise unterbunden.

  • ... es gibt Spezialisten, die legen nur die Mailordner auf ein NAS und verbiegen dann im Profil der einzelnen User die Konten-Pfadzuordnung, so dass alle User auf die selbe MBox zugreifen :pale:


    Der von dir gewählte Weg ist imho ok.

  • Danke für die Ausführungen. Da es ja gewollt ist, dass jeder Mitarbeiter sein eigenes Postfach mit seinen eigenen Mails hat, ist dieser Spagat gar nicht nötig.

  • Hallo,
    die Frage aber bleibt, wie dann die von allen verwendete Mbox auf Dauer keinen Schaden nimmt. Bei regem gleichzeitigen Zugriff kann ich mir gut vorstellen, dass dieses schon nach wenigen Tagen der Fall sein kann.
    Mbox DB über 500 MB (die dann auch nie komprimiert werden) werden allmählich instabil und das kann auf kompletten Mailverlust hinlaufen.
    Wäre nett, wenn du nach einem halben Jahr hier eine Erfolgsmeldung mitteilen könntest, damit wir diesen Weg verinnerlichen können. Im Moment kann ich das noch nicht.
    Wir wissen zwar, dass der gleichzeitige Zugriff auf ein einziges Profil tödlich sein kann, aber nicht, wenn das nur eine Mbox betrifft.
    Mich würde auch interessieren, was Netzwerkspezialist Peter_Lehmann dazu meint.
    Gruß

    Konversationen ohne vorherige Anforderung werden ignoriert..
    Windows 10, 64-bit, immer die aktuelle Thunderbird-Version und ältere Testversionen. Testprofile vorhanden.
    Testkonten bei den meisten größeren Mailanbietern wie GMX, Web.de usw

  • Hallo mrb,


    Zitat von "mrb"

    Bei regem gleichzeitigen Zugriff ...


    Der ist nach meinem Verständnis ausgeschlossen. In dem geschilderten Scenario müsste TB genau dies verhindern, weil das Profil ja durch die Lock-datei gesperrt ist.


    Gruß


    Susanne

  • Ja genau, aber der TE schrieb doch:


    Zitat

    und diese eine Thunderbird Installation kann von allen Mitarbeitern gleichzeitig benutzt werden


    Geht oder geht nicht? Ich halte es für unmöglich, bei 8 Personen hier ein Timing durchführen zu können.


    Gruß

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    Windows 10, 64-bit, immer die aktuelle Thunderbird-Version und ältere Testversionen. Testprofile vorhanden.
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  • Hallo,


    das bezieht sich nicht auf die Profile sondern auf die Programminstallation. Das Programm selbst liegt auf dem NAS und kann von dort aus auf allen clients gleichzeitig ausgeführt werden. Daher die etwas längere Startzeit, weil z.B. die thunderbird.exe dann über das Netzwerk in den lokalen Speicher geladen werden muss.


    Gruß


    Susanne

  • OK, wenn du das meinst, glaube ich dir das.
    Die Frage ist ja dann, warum bisher noch niemand anders auf diesen Trick gekommen ist. Denn bisher mussten wir ja Usern mit dem gleichen Vorhaben immer abwinken.
    Danke und Gruß

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  • Hallo,


    Zitat von "mrb"

    Denn bisher mussten wir ja Usern mit dem gleichen Vorhaben immer abwinken.


    ne ne, wir sagen, dass die gleichzeitige Nutzung eines Profils bzw. der Zugriff mehrere Clients auf die selbe MBox nicht geht, aber bumbklaatt sagt doch

    Zitat von "bumbklaatt"

    Ich installiere Thunderbird auf unserem NAS, auf das alle acht Rechner zugreifen können, lege dort einmal alle Profile an und lege auf die acht Rechner Verknüpfungen zu dieser Installation (natürlich mit -no-remote Befehl, damit mehrere Instanzen offen sein können)....
    und
    ...Jeder kann von jedem Rechner auf sein Profil zugreifen. Doppelnutzung eines Profils wird korrekterweise unterbunden.


    Es sind also mehrere Instanzen des Donnervogels am laufen, aber jede greift nur auf ein individuelles Profil zu und da liegt kein Problem vor.
    Ich starte oft gleichzeitig TB mit meiner Arbeits- und mehreren Testprofilen und da hakt nichts.

  • Hallo mrb,


    ehrlich gesagt, habe ich mich das auch schon mehrfach gefragt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ihr einfach auf der sicheren Seite sein wolltet. Denn klar ist, dass ein solches Scenario schiefgehen kann, sobald ein Anwender sein Profil aufteilt und die lokalen Daten getrennt vom Profil speichert. Da der TB grundsätzlich diese Möglichkeit bietet, ist es wohl auch besser, hier zur Vorsicht zu mahnen.


    Außerdem ist die Aussage, der TB sei nicht netzwerkfähig, dahingehend richtig, dass er eben keinen gleichzeitigen Zugriff auf ein Profil zulässt. Genau dies würde man aber von einer echten Client-Server-Lösung ja erwarten.
    Bei "richtigen" Datenbanken kümmert sich die Datenbank selbst darum und schafft Transaktionssicherheit. Dazu muss nicht die ganze Datenbank gesperrt werden. Thunderbird hingegen macht genau das: er sperrt das gesamte Profil (zumindest für andere TB-Instanzen). Insofern ist der TB nicht netzwerkfähig, weil er kein gleichzeitiges Arbeiten auf einem Profil zulässt.


    Wenn es aber "nur" darum geht, ein komplettes Profil ins Netzwerk zu stellen und von mehreren TB-Clients darauf zuzugreifen, besteht m.E. keine Gefahr, da der TB ja merkt, dass ein Profil in Benutzung ist und den Zugriff eines zweiten Clients verhindert.


    Gruß


    Susanne

  • Susanne ,


    aber es handelt sich bei der Mbox um eine Datei, die in wenigen Tagen größenmäßig in den Grenzbereich kommt. Die muss doch gewartet (verkleinern/komprimieren) werden und es müssen Backups angefertigt werden. Auch das Zurücksetzen des Index gehört dazu. Gerade die MailDB sind doch ein Schwachpunkt von Thunderbird.
    Und noch etwas fällt mir dazu ein:
    Mozilla beabsichtigt, eine Automatisierung einzuführen, in der Form, dass eine Überschreitung der zulässigen Ordnergröße nicht mehr möglich ist. Dazu soll ab einem bestimmten Limit die Datei automatisch geteilt werden.
    Was passiert dann mit der gemeinsamen Datei?



    Gruß

    Konversationen ohne vorherige Anforderung werden ignoriert..
    Windows 10, 64-bit, immer die aktuelle Thunderbird-Version und ältere Testversionen. Testprofile vorhanden.
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  • Hallo mrb,


    Zitat von "mrb"

    ... Die muss doch gewartet (verkleinern/komprimieren) werden und es müssen Backups angefertigt werden. Auch das Zurücksetzen des Index gehört dazu. Gerade die MailDB sind doch ein Schwachpunkt von Thunderbird.


    Ja, das ist sehr zu empfehlen. Aber das gilt ja unabhängig davon, ob das Profil lokal liegt oder auf dem NAS. Entweder man überlässt die Verantwortung dafür dem Benutzer bzw. Eigentümer des Profils (im Fall von bumbklaatt gibt es ja jeweils nur einen Benutzer, wenn auch von verschiedenen Rechnern aus) oder der Admin übernimmt das.


    Zitat von "mrb"

    Dazu soll ab einem bestimmten Limit die Datei automatisch geteilt werden.


    Auch das dürfte kein Problem sein solange alle sich damit verbundenen Änderungen im Profil abspielen. Angenommen, der Benutzer arbeitet an Rechner 1. Außer ihm kann dann niemand auf den Profilordner zugreifen. Jetzt wird die Größe überschritten und die Datei geteilt. Der Benutzer beendet irgendwann den TB und geht später an Rechner 2 und findet dort alles so vor, wie es auf Rechner 1 verlassen hatte. Wenn er dort den TB startet greift er ja auf dasselbe Profil zu.


    Gruß


    Susanne