zyklische Dateizugriffe auch bei Inaktivität

  • Thunderbird-Version: 24.1 Portable (en)
    Betriebssystem + Version: noch XP-SP3
    Kontenart (POP / IMAP): POP3
    Postfachanbieter (z.B. GMX): diverse


    Hallo,
    seit einiger Zeit besitze ich ein NAS, auf dem alle portablen Programme gehalten werden. Normalerweise müsste es seine Festplatten nach einiger Zeit Inaktivität abschalten. Das tut es aber nicht. Nach einer Analyse mit Filemon ist Thunderbird der 'Übeltäter'. Er greift in 5-minütigen Abständen mehrfach auf diverse Dateien in diversen Accounts zu. Das sind allermeistens:

    Code
    1. ..\data\profile\panacea.dat
    2. ..\data\profile\mail\<account>\junk.msf
    3. ..\data\profile\mail\<account>\spam.msf
    4. ..\data\profile\mail\<account>\sent.msf (=> Die Sent-Ordner der Accounts werden bei jedem Ansehen neu aufgebaut, was aufgrund der teilweise größeren Menge an enthaltenen Emails recht lange dauert. Das war nach meiner Erinnerung bei [sehr] alten Versionen nicht der Fall.)


    Alle Accounts sind auf manuellen Abruf eingestellt. Selbst im Offline-Modus finden die regelmäßigen Zugriffe statt. Junk-Filter nutze ich nicht. Den Message-Filter eines Accounts habe ich auch deaktiviert - ohne Erfolg. Des weiteren sind durch Thunderbird und mich einige Einstellungen im Config-Editor geändert - ebenfalls ohne Verhaltensänderung:


    Code
    1. browser.cache.disk.capacity 0
    2. browser.cache.disk.enable false
    3. browser.cache.disk.smart_size.first_run false
    4. browser.cache.offline.enable false
    5. mail.winsearch.enable false
    6. mail.winsearch.firstRunDone true
    7. mailnews.database.global.indexer.enabled false


    Gibt es eine Möglichkeit, diese IMHO unnötigen Zugriffe zu unterbinden (außer Thunderbird jedes Mal zu beenden)?

    Einmal editiert, zuletzt von graba () aus folgendem Grund: Code-Tags gesetzt

  • Hallo dd-addi,


    es ist bekannt, dass der TB jede Menge kleinen I/O verursacht. Dennoch weiß ich ehrlich gesagt nicht, aus welchem Grund der TB unter den von Dir genannten Bedingungen z.B. auf die Indexdateien zugreifen sollte. Deshalb habe ich gerade für sicher 10 Minuten einen iotop laufen lassen und habe keinerlei Diskaktivität des TB beobachten können.


    Mir fallen spontan vier Unterschiede ein:


    • Ich verwende Linux. Das sollte aber keine Rolle spielen.
    • Ich benutze die normale Version, also keine portable.
    • Ich habe ausschließlich IMAP-Konten
    • Ich habe so gut wie keine Erweiterung installiert.


    Vielleicht schaust Du mal in diese Richtungen.


    Gruß


    Susanne



    Edit: Wenn es nicht mehr lustig als peinlich wäre ...


    Ich weiß jetzt, warum ich keinen I/O vom TB beobachten konnte. Ich schaue mir gerade das aktuelle openSUSE 13.1 an und spiele damit ein wenig herum. Jetzt dachte ich mir, da könnte ich ja nebenbei einen iostat auf die Prozess-ID des TB laufen lassen und nachher mal nachschauen. Das ist allerdings schwierig, wenn man gar keinen TB installiert hat :redface:


    Vielleicht schaffe ich es morgen mal, mit laufendem TB zu testen. Wenn der allerdings I/O macht, was ich jetzt doch vermute, weiß ich derzeit auch keinen Weg, das abzustellen. Aber zum Glück gibt es hier ja noch andere Helfer, die vielleicht eine Idee haben.

  • Hallo Susanne,


    das ging ja schnell mit dem Antworten. (Ist meine erste Anfrage überhaupt in einem Forum.) Wegen des Missgeschicks brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen. Wenn Du wüsstest, wie oft ich mich mit Computern und Elektronik selbst ausgetrickst habe...


    Zu Deinen 4 Hinweisen:
    1. Sehe ich auch so.
    2. Das dürfte IMHO keinen Unterschied machen, weil es sich ja um Zugriffe auf konkrete Kontendateien und keine Registry-Zugriffe handelt, die möglicherweise in das Programmverzeichnis umgebogen werden.
    3. Das wäre prinzipiell denkbar, solange die Email-Inhalte nicht Offline verfügbar gehalten werden und Thunderbird damit keine Email-Bodys zum Analysieren hat.
    4. Aktuell habe ich notwendigerweise 'Mail Merge' und 'ImportExportTools' installiert. Das Problem bestand davor aber auch schon.


    Grüße


    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich habe nun den I/O meines TB mit einem


    Code
    1. iotop -b -p [thunderbird PID] > /dev/shm/iotop.txt


    über 10 Minuten hinweg in eine Datei schreiben lassen. TB war dabei online. Es kam aber keine E-Mail herein. Das Abrufuntervall hatte ich zuvor auf 5 Minuten gestetzt, Idle ist aktiviert. Das Ergebnis sieht über den gesamten Zeitraum hinweg so aus:


    Code
    1. ... DISK READ DISK WRITE SWAPIN IO COMMAND
    2. ... 0.00 B/s 0.00 B/s 0.00 % 0.00 % thunderbird


    TB war also absolut ruhig, kein I/O auf die Disk. Ich kann gern am Abend nochmals über einen längeren Zeitraum testen, aber vielleicht mag das vorher jemand mit dem filemon unter Windows ebenfalls tun.


    Gruß


    Susanne

  • Hallo Andreas,


    ich habe den Test jetzt über einen längeren Zeitraum wiederholt. Da für jede Sekunde ein Eintrag erfolgt, wird die Liste recht lang. Ich habe die Ausgaben deshalb in Calc sortiert und siehe da: Ich sehe definitiv write-I/O, im Offline-Modus sogar mehr als online.


    Ich weiß nicht, was der TB da zu schreiben hat, aber ich fürchte, das wird er sich nicht austreiben lassen.


    Gruß


    Susanne

  • Hallo Susanne,


    vielen Dank für Deine Tests! Somit steht ja schon einmal fest, dass es reproduzierbar und unabhängig von OS und Portabilität ist. Wie Du schon sagtest, ist das wohl eine TB-Interna. Ich hoffe nun noch, dass jemand evtl. einen Config-Parameter oder einen Trick kennt, der die zyklischen Zugriffe auf den Datenträger unterbindet. Ansonsten kann wohl nur einer der Programmierer von TB sagen, was es damit auf sich hat.


    Herzliche Grüße


    Andreas

  • Guten Morgen!


    Ich habe den Test wie Susanne jetzt auch mal 10 Minuten laufen lassen. => Gleiches Ergebnis.
    Ich wage aber zu bezweifeln, dass es sich um "unnütze" Zugriffe handelt.
    Wenn ich mir irgend ein Betriebssystem vornehme und dessen Prozesse betrachte, haben "mehr wissen wollende User" ja wohl alle mit dem Prozess- und dem Filemonitor auf der WinDOSe und Linuxnutzer mit ihren Bordmitteln schon mal gemacht, dann sehe ich, dass da ständig Prozesse ablaufen und IO produziert wird. (Ich war beim ersten mal wirklich total erstaunt!) Ich betrachte so etwas als völlig normal.


    Als absolut nicht normal betrachte ich die bezeichnete Nutzung eines NAS. Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, warum du das tust, und die portablem Programme auf dem NAS läufen lässt.. (Aber vielleicht nennst du uns mal deine Gründe?)
    Zum einen würden mir meine Festplatten leid tun, wenn sie immer wieder neu anlaufen müssen. Zum anderen, mir fällt wirklich kein Grund dazu ein.



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo Peter,


    zunächst einmal danke für Deine bestätigenden Tests.
    Bitte habe Verständnis, dass ich meine Gründe für den NAS-Einsatz hier nicht äußere. Ich möchte keine Diskussion über die Sinnhaftigkeit dessen, sondern Hilfe bei der Lösung meines Problems.
    Und natürlich gibt es Prozesse, die z.B. die Win-Registry-Dateien permanent beackern. Es ist aber nicht 'völlig normal', dass ein Programm, welches keine neuen Daten erhält und damit nichts zu prozessieren hat auf Dateien zugreift (um dort nichts neues zu tun). Und völlig überflüssig sind dann IMHO Zugriffe auf die junk.msf, wenn ich Junk-Filter gar nicht verwende. Ich habe ein klein wenig Programmierkenntnisse. Die sagen mir, dass es auch anders geht.


    Grüße


    Andreas

  • Hallo,


    hmm, hast du denn mal versucht, in Extras>Einstellungen>Erweitert>Allgemein die beiden Haken bei den Optionen unter "Erweiterte Konfiguration" zu entfernen?


    Susanne
    gibt es da

    Zitat von "SusiTux"

    Edit: Wenn es nicht mehr lustig als peinlich wäre ...

    einen Zusammenhang mit

    Zitat von "im Beitrag [url=http://www.thunderbird-mail.de/forum/viewtopic.php?p=353745#p353745

    #4 eines anderen Threads,[/url] SusiTux"]
    Oh weh, ich fürchte, jetzt habe ich verraten, dass ich keine 20 mehr bin. ;-)


    *...ich bin dann mal weg...* :mrgreen:

  • Hallo Andreas,


    zugegeben, auch mit fällt kein guter Grund ein, weshalb der TB bei Inaktivität auf diese Dateien zugreifen müsste. Mir scheinen sie ebenfalls unnötig zu sein. Jedoch heißt das ja nun nicht, dass es diesen Grund nicht gibt.


    Weißt Du im Detail, was die angesprochenen Windowsprozesse so tun? Ich meine jetzt nicht den Prefetcher, den Indexer und deren Kollegen. Unter Windows 7 verursacht z.B. der Systemprozess mit der ID 4 regelmäßig I/O, auch wenn Du gar nichts weiter machst und sämtliche Programme geschlossen hast. Ebenso sind die Prozesse, die unter svchost laufen, alles andere als leicht zu durchschauen. Da drängt sich mir auch der Verdacht auf, dass man das besser machen könnte. Es stellt sich die selbe Frage: Was machen diese Prozesse? Warum muss die Registry "beackert" werden, wenn doch offensichtlich alles Idled?


    Zitat von "dd-addi"

    Ich habe ein klein wenig Programmierkenntnisse.


    Ich ebenfalls. Mir sagen sie, dass ich die Notwendigkeit des I/O und ob man das besser machen kann in beiden Fällen nicht wirklich beurteilen kann, weil mir die Detailkenntnis fehlt, zu welchem Zweck das stattfindet.


    Gruß


    Susanne

  • Hallo rum,


    Zitat von "rum"

    gibt es da ... einen Zusammenhang mit ...


    wenn's nur das wäre ;-)


    In diesem Fall war es wohl eher eine Überschätzung der weiblichen Multitaskingfähigkeiten.
    (wobei ich das jetzt natürlich nur euch Männer zuliebe schreibe ;-))

    Gruß


    Susanne

  • Hallo Susanne & rum,


    rum :
    Ich hoffe, dass Du die beiden Dinge meinst, die bei mir heißen:
    'Enable Global Search and Indexer' & 'Submit Performance Data'
    Diese sind bei mir seit einer Zeit deaktiviert, an die ich mich nicht einmal mehr erinnern kann. ;-) (Oh weh, jetzt habe ich wohl verraten, dass ich keine 20 mehr bin und dazu noch an Demenz leide.)


    Susanne :
    Von Windows weiss ich absolut nicht (und erst recht nicht im Detail), warum wer was beackert. Ich nehme diese Windows-Spezifika als von Gott (ähmmm Gates) gegeben hin. Vielleicht gibt es einen internen Programmierer-Wettkampf um die meisten unnötigen Dateizugriffe zur Auslastung gesteigerter CPU-Resourcen. Das Moor'sche Law muss ja irgendwie 'genutzt' werden. Soweit ich weiß, gibt es aber optimierte Windows-Versionen für Embedded-Zwecke mit Flash-Laufwerken, denen genau das Verhalten abgewöhnt wurde.
    Meine eigenen Ergüsse (für mögliche Anders-Denker: beim Programmieren) waren fopen(), wenn ich etwas aus einer Datei brauchte bzw. hineintun wollte und danach ein fclose(), wenn das Wollen erledigt war. Dazwischen war Sendepause. Deshalb sehe ich in den Thunderbird-Aktivitäten nach wie vor keine Notwendigkeit. Vielleicht liest einer der TB-Erzeuger das und kann mich eines besseren belehren.
    So nebenbei ist mir gerade noch eine Eigenartigkeit von TB aufgefallen. Während die Zugriffe auf die *.msf-Dateien über das eingerichtete Netzlaufwerk erfolgen (Z:\Progs\TB\...), wird auf die panacea.dat per UNC-Pfadangabe zugegriffen (\\192.168.x.y\Meins\Progs\TB\...). Aber das ist wohl eine andere Geschichte...


    Grüße


    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich gehe fest davon aus, dass die Entwickler bei Mozilla files schließen, wenn das "Wollen" erledigt ist. Das Öffnen eines bereits geöffneten Files liefert ja eine andere FID zurück und ist daher leicht zu erkennen.


    Ich halte grabas Vorschlag für den richtigen Weg. Vielleicht erfährst Du auf diese Weise, was genau die Intention hinter diesen Zugriffen ist bzw. ob sie nicht doch mehr oder weniger unbeabsichtigt erfolgen.


    Mich würde das ebenfalls interessieren. Ich besitze zwar keine SSD (außer in meinem Firmennotebook) und könnte da entspannter sein, aber mich stören ständige Zugriffe auf die Festplatte sehr. Das stammt wohl noch aus der Zeit, als man das noch deutlicher als heute hören konnte.
    Linux ist dabei im Vergleich zu Windows 7 sehr genügsam und verursacht wesentlich weniger I/O zwischendurch. Dennoch habe ich mir einige Lösungen geschaffen, die Plattenzugriffe noch weiter zu reduzieren. So lasse ich den Firefox mitsamt Profil komplett im RAM laufen, was den I/O auf die Platte deutlich verringert. Auch Musik kopiere ich vor dem Abspielen ins RAM. Das verringert zwar den I/O insgesamt nicht, führt aber dazu, dass beim Abspielen selbst dann Ruhe ist.
    Für den TB ist das kein gutes Rezept. E-Mails würde ich nicht ausschließlich im flüchtigen Speicher halten wollen.


    Also, es wäre nett wenn Du uns ggf. die bug ID nennen könntest. Wenn sich dadurch eine Möglichkeit ergibt, unnötigen I/O zu vermeiden, würde ich gern mit profitieren :mrgreen:


    Gruß


    Susanne

  • Hallo Susanne & graba,


    da bin ich wohl viel zu naiv, zu glauben, dass die TB-Programmierer in ihrer Freizeit gelegentlich auch mal in solchen Foren nach dem Rechten schauen. In anderen Foren (vorzugsweise Hardware betreffend) habe ich das schon erlebt.


    Ich werde dann mal eine solche Anfrage stellen und berichten.


    Grüße


    Andreas