Verschlüsselung u. Problem der Arbeitsumgebung

  • Edit: Es ist nicht sinnvoll, sich an einen Thread zu hängen, der eine nur ähnliche oder sogar andere Thematik behandelt bzw. bezüglich der Ausgangsvoraussetzungen veraltet ist ( :arrow: Erstellen neuer Themen). Ich habe deshalb mit deinem Beitrag diesen neuen Thread eröffnet. Ursprünglicher Thread: Verschlüsselung der lokal gespeicherten EmailsMod. graba


    Hallo zusammen,


    ich hab gegoogelt nachdem ich die Filestruktur hinter Thunderbird angeschaut hatte und bin hier gelandet.
    Ich mache das Thema mal nochmal auf, da der Threadsersteller gar nicht mal so unrecht hat, auch wenn er falsch argumentiert hatte.


    (Ich möchte an der Stelle anmerken, dass ich mich grade erst mit Thunderbird vertraut mache und auch mit der Anwendung im Allgemeinen, da der Thread schon etwas älter ist, kann es sein, dass solch eine Implementierung bereits stattgefunden hat. - Bitte entschuldigt, sollte dass der Fall sein.
    Das hier war der erste Thread den ich gelesen habe und ich fühlte mich von Innen-heraus gezwungen zu antworten ^^)


    Also auch ich fahre eine komplette Systemverschlüsselung, ebenso habe ich PGP und S/MIME konfiguriert und speichere Daten auf verschlüsselten Drives und Hidden Container...


    DAS PROBLEM, das aber weiterhin besteht ist, die Arbeitsumgebung !!!!
    Damit meine ich, dass dir sämtliche Verschlüsselung nichts bringt, wenn man eine Sicherheitslücke im OS (zu Windows will ich da mal garnix sagen, aber genau so gut ist in schlecht-konfiguriertem Linux-System) hat, oder in der Hardware (http://www.golem.de/news/spion…ackdoors-1401-103693.html). Das Problem, dass nach wie vor besteht ist, dass Lücken so lange harmlos sind, bis sie jemand erkennt und sie nutzt. Lücken sind Lücken und können von jedermann genutzt werden !!!


    Jemand schrieb hier á la: "Braucht kein Mensch", ganz im Gegenteil, ich behaupte grade, dass grade in der Zukunft die Anwendungen "gehärtet" werden. Ebenso die Datei-Ablage.


    Der Vorteil hierbei liegt definitiv in einer Anwendungsverschlüsselung. Ich habe nur Zugang aus der Anwendung-heraus auf den verschlüsselten Datensatz.
    Das heißt der Vorteil liegt explizit darin, dass meine Umgebung angegriffen werden kann und dennoch der Datensatz verschlüsselt abgelegt ist, sofern nicht grade geöffnet.
    Kombinierbar zum Beispiel mit dem Thunderbird-Master-PW, sodass die Anwendung auch gar nicht erst geöffnet werden kann, ohne Kennwort.


    Nehmen wir das Beispiel, dass wir eine verschlüsselte Windows-Umgebung haben (komplett Verschlüsselung)
    Nehmen wir an ich wäre dieser ominöse und sogenannte "Freund" von dem Threadersteller und hatte schon mal Fernwartung bei ihm gemacht und da hab ich was für den Zugang zu seinem Rechner hinterlegt oder kenne seine Internet-IP und nutze dann diverse andere Schwachstellen.
    Angriffsszenarien auf das Betriebssystem gibt es genügend !!!
    Ich greife auf seinen Rechner zu und kopier mir mal eben seinen Thunderbird Ordner wegen ein paar Emails die ich gerne hätte. (Online Banking etc)


    Anschließend sag ich dann eben mal leise danke.. Weil ich hab sie, trotz Systemverschlüsselung!


    Grund:
    Die Verschlüsselung greift nicht wenn ich "in das Betriebssystem" einbreche und von da aus arbeite-sonst könnte ja niemand mehr seine eignen Daten bearbeiten lol, wäre ja alles verschlüsselt ^^.


    Der Vorteil sollte nun erkennbar sein, von daher wäre es schon auf der einen Seite aus sinnvoll.
    Und weil ich auch auf der Suche danach war, bin ich hier her gelangt und hab mich auch gleich registriert :D


    VlG

  • Hallo Thunderkatsi,


    willkommen im Thunderbird-Forum.


    Gut, dass Du Dir um die Sicherheit der Daten Gedanken machst.
    Trotzdem fände ich es besser, wenn dieser Beitrag in einem neu von Dir erstellten Faden zu lesen wäre.


    Vielleicht ist ja einer der Moderatoren so freundlich und trennt Deinen Beitrag ab in einen neuen Faden.


    Gruß
    Feuerdrache

    „Innerhalb der Computergemeinschaft lebt man nach der Grundregel, die Gegenwart sei ein Programmfehler, der in der nächsten Ausgabe behoben sein wird.“
    Clifford Stoll, amerik. Astrophysiker u. Computer-Pionier

  • "graba" schrieb:

    Hallo,


    ich war mal so freundlich... ;)



    Danke dir vielmals :)


    Ich mache mal eine kurze Zusammenfassung, was in dem ursprünglichen Thread angesprochen wurde:
    "Im Grunde genommen ging es lediglich um das Interesse einer verschlüsselte Mail-Ablage seitens Thunderbird, so dass man eine zusätzliche Sicherheitsstufe seiner Mails (auf der lokalen Festplatte) hat - und zwar bei einem 'System in Zugriff'."


    Wenn ein System infiltriert wird, sind leider auch die Mails nicht sicher und da muss man fragen, was für Daten man eigentlich via. Emails bekannt gibt...
    Eine der wohl bekannteste Fragen lautet: "WO habt ihr euch mit dieser Email-Adresse registriert?"
    Denn:
    Habe ich Zugriff auf die Mails kann ich ebenso auch zum Beispiel Zugriff auf die Webseiten erlangen auf die diese Mail-Adresse registriert ist und viele andere informationen bekommen, die man dann weiter verwerten könnte....
    -> Genau diese Daten gilt es zu schützen, so dass man selbst jemanden mit "USB Stick - Attacke xD" auf einen entsperrten Rechner den "Spaß" verderben kann.
    (Btw bitte keine Kommentare á la "Ich sperre meinen Rechner wenn ich den Platz verlasse" - siehe erster Post, das Thema ist ein ganz anderes :)


    VlG

  • Hallo Thunderkatsi,


    "Thunderkatsi" schrieb:

    Habe ich Zugriff auf die Mails kann ich ebenso auch zum Beispiel Zugriff auf die Webseiten erlangen auf die diese Mail-Adresse registriert ist und viele andere informationen bekommen, die man dann weiter verwerten könnte....
    -> Genau diese Daten gilt es zu schützen, so dass man selbst jemanden mit "USB Stick - Attacke xD" auf einen entsperrten Rechner den "Spaß" verderben kann.


    das grundlegende Sicherheitsrisiko sitzt gerade in der Windows-Welt auf einem Stuhl vor seinem/ihrem Rechner/Bildschirm. Der Fadenersteller des Ausgangsfadens Verschlüsselung der lokal gespeicherten Emails macht dies mit seinem zweiten und dritten Beitrag in diesem Faden auch sehr deutlich.


    Der eigene Rechner ist doch nur so sicher, wie der Nutzer diesen einrichtet. Das heißt:


    Keinen Start des Rechners direkt in den Desktop. Statt dessen:
    Start des Rechners nur bis zum Benutzerauswahlmenü (ohne voreingetragenes Passwort!)
    Nebenbei: Im Linux-Bereich ist das weitgehend Standard, leider gibt es da aber Distributionsseitig und Benutzerseitig auch schwarze Schafe, die den Direktstart in den Desktop zur Verfügung stellen bzw. diese zweifelhafte Möglichkeit auch nutzen.


    Getrennte Benutzer für Administrator, für Benutzer (ggf. mit Administrator-Rechten, besser aber nur mit eingeschränkten Rechten) und - zum Beispiel bei Familie für jeden weiteren Benutzer und letztlich vielleicht noch ein Gastbenutzer:

    Zitat

    Admin-Konto


    Nutzer-Konto (Paul Mustermann)
    Nutzer2-Konto (Ilse Mustermann)
    ...
    Gast-Konto

    Jedes Konto wird aus dem Menü per Benutzername und manueller Passworteingabe in den jeweils eigenen Desktop gestartet. Das ist für mich erst einmal grundlegend und zwingend erforderlich. Insbesondere bei WinDOSen! Für daavi sind das

    Zitat

    ... sonstige Spirenzchen ...

    .


    Rechner verlassen, mindestens Bildschirmsperre (Aufhebung nur durch Passworteingabe möglich), noch besser Abmelden.


    Deshalb ist diese Bitte

    "Thunderkatsi" schrieb:

    (Btw bitte keine Kommentare á la "Ich sperre meinen Rechner wenn ich den Platz verlasse" - ... :)

    verkehrt, denn wer schon in grundlegenden Bereichen mit seinem Rechner fahrlässig umgeht, dem ist auch mit noch so ausgeklügelten (und gleichzeitig Nutzerfreundlich sein sollenden) Festplatten-, Verzeichnis-, Datei-, Mailverschlüsselungen nicht zu helfen.


    Es gäbe noch weiteres festzustellen, aber ich will es erst einmal bei diesen kurzen Anmerkungen belassen.


    Wer das kleine Einmaleins nicht beherrscht, sollte nicht höhere Mathematik betreiben!


    Gruß
    Feuerdrache

    „Innerhalb der Computergemeinschaft lebt man nach der Grundregel, die Gegenwart sei ein Programmfehler, der in der nächsten Ausgabe behoben sein wird.“
    Clifford Stoll, amerik. Astrophysiker u. Computer-Pionier

  • Hallo Feuerdrache,


    danke für deine Rückmeldung, allerdings ist das nicht das worauf ich hinaus will.
    Scheinbar denke ich entweder zu weit voraus oder ich kann mich nicht artikulieren, vllt auch beides.


    Es geht mir hierbei eher um eine anwendungbasierte Verschlüsselung der heruntergeladenen Emails.
    Gerade für die "DAUs". - Da hier das Problem im Allgemeinen liegt... Die meisten kennen sich mit den Verfahren nicht aus. Es gibt halt auch die Menschenkategorie der Anwender. Selbst 90% der Leute die diverse Software einsetzen, setzen sich auch nicht hin und schauen sich an wie das System-dahinter funktioniert, sondern bedienen es lediglich. -> Das kann man auch in keinster Weise den Nutzern zumuten, bei aller Liebe.


    Thunderbird hat hierbei einfach eine Schwäche da ich mir theoretisch den Ordner mit den msf's importieren könnte und somit Zugriff auf den Mail-Inhalt hätte.


    Klar könnte ich die Daten, samt Portable-Anwendung in einem Truecrypt Container ablegen den ich mir nach Bedarf mounte und von da aus mein Mail-Programm nutzen und nach Nutzung den gemounteten Container wieder auswerfen.


    Das Absichern der Windows- und Linuxsysteme sollte hierbei eher einen nebensächliche Rolle spielen.
    Ich beziehe mich auf den Punkt der anwendungsorientierten Verschlüsselung, es wäre schön wenn es da eine Thunderbird-Möglichkeit geben könnte :D (falls sie es nicht gibt)

  • Hallo Thunderkatsi,


    es geht doch um folgendes. Jetzt mal orientiert am wirklichen Leben:


    a) Gehst Du aus Deinem Haus/Deiner Wohnung und lässt die Haus-/Wohnungstür offen bzw. schließt die Türen und lässt die Schlüssel von außen stecken?


    Sicherlich nicht!


    b) Du fährst mit Deinem Auto auf einen Parkplatz, lässt die Fensterscheiben herunter, lässt den Zündschlüssel stecken und gehst weg?


    Sicherlich nicht!


    Analog dazu darf

    "Thunderkatsi" schrieb:

    Das Absichern der Windows- und Linuxsysteme sollte hierbei eher einen nebensächliche Rolle spielen.

    eben keine nebensächlche Rolle spielen. Es ist wie mit der Wohnung und dem abgestellten Auto. Und es ist jedem Nutzer eines Rechners, Smartphones auch zuzumuten.


    Was nützt es denn, wenn Thunderbird eine in Deinem Sinne zusätzliche Sicherheitskomponente einbauen würde, deren Fehlen Du als

    "Thunderkatsi" schrieb:

    Thunderbird hat hierbei einfach eine Schwäche ...

    bewertest, wenn Du als Anwender es durch vermeidbares Verhalten begünstigst, dass ein Dritter Deine Mails lesen kann.


    Gruß
    Feuerdrache

    „Innerhalb der Computergemeinschaft lebt man nach der Grundregel, die Gegenwart sei ein Programmfehler, der in der nächsten Ausgabe behoben sein wird.“
    Clifford Stoll, amerik. Astrophysiker u. Computer-Pionier

  • Hallo Thunderkatsi,


    und willkommen im Forum!
    Ich habe lange "auf deiner Frage herumgedacht", bevor ich dir nun doch antworte. (Ich gehe auf deine zwischenzeitliche Antwort nicht ein, habe sie zufällig gesehen.)
    Aber zuerst einmal: Auch ich finde es sehr gut, dass du dich über die Sicherheit deiner Daten Gedanken machst!
    Nach über 20 Jahren beruflicher Tätigkeit "in der IT-Sicherheit" war ich bislang davon überzeugt, dass meine eigene (berufsbedingte) Paranoia nicht zu toppen ist. Ich denke aber, dass ich diese Meinung nun revidieren muss ... .


    IT-Sicherheit ist ein andauernder Prozess. Man kann und darf niemals sagen, jetzt ist etwas "sicher"! Vor einem Jahr waren wir noch überzeugt, dass die Einhaltung der üblichen und bewährten Regeln völlig ausreichend ist - heute dürfen wir keinem (!) Betriebssystem, keinem Programm (ich sage nur Truecrypt, auch wenn ich es weiterhin nutze!) und vor allem keiner Hardware (!!) mehr vertrauen. Und dass wir auch bestehenden Gesetzen besser nicht mehr vertrauen sollten, hat sich ja wohl auch herumgesprochen.
    (Ach wir gut hat da es die "Generation Facebook"! Die haben freiwillig jegliche Privatspäre aufgegeben. Und wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu verschlüsseln. Ach ist das schön ... . Zumindest, bis das große Erwachen kommt, und das kommt gewiss. Davon bin ich überzeugt!)


    In der IT-Sicherheit kennen wir das "zumutbare (oder kalkulierbare oder vernachlässigbare) Restrisiko".
    Es gibt niemals den Zustand der absoluten Sicherheit. Es bleibt immer ein Restrisiko.
    Der/die Entscheidungsträger muss/müssen immer zwischen Ziel (der höchstmöglichen oder optimalen Sicherheit) und Möglichkeiten (finanzielle und zeitliche Ressourcen, Benutzbarkeit von "Bequemlichkeit" bis "unbenutzbar" und vor allem nachgewiesener Schutzbedürftigkeit der Daten) unterscheiden. Es muss also entschieden werden, welches Restrisiko bewusst akzeptiert wird.
    Es ist schon ein "kleiner" Unterschied, ob es sich bei den zu schützenden Daten um "Pillepalle-privat" oder VS-VERTRAULICH, GEHEIM oder STRENG GEHEIM handelt. Wobei wir (wir beide und viele andere Nutzer) auch unsere privaten Daten als schützenswert betrachten! WOWEREIT! Aber niemand, auch ich nicht, ist bereit für den Schutz meiner persönlichen Daten eine SINA-Box und Zone-0-Hardware (völlig abstrahlgeschützt) einzusetzen. Selbst eine SSD mit integrierter Hardware-Kryptierung ist nicht in meinem privaten Budget vorgesehen. Noch nicht einmal evaluierte Software, welche meinetwegen für VS-NfD zugelassen wurde (wenn ONU an diese heran käme).
    Gleiches bei der Benutzbarkeit.
    Wir beide sind bereit, unsere Festplatte oder SSD zu verschlüsseln und vor der Benutzung jedes mal ein gutes PW einzuhacken. Das macht einzig und allein Sinn, für den Fall eines Diebstahls. Dann hat der Dieb zwar meine teuere und moderne Hardware, aber nicht meine Daten. Was glaubst du, wie viele Nutzer auch aus unserem Forum uns deswegen für "blöde" halten, weil sie selbst "selbstverständlich" auch im Mehrbenutzerbetrieb der WinDOSe allesamt auf dem gleichen PW-losen Adminkonto arbeiten. Masterpaswort im Thunderbird zum Schutz der Konto-PW? => Fehlanzeige! Ein großer Teil der privaten Nutzer sichert nur mit einem (möglichst einfachen!) PW, wo sie dazu gezwungen werden - und sie fragen mitunter sogar hier noch an, ob man denn nicht völlig ohne PW ein Mailkonto betreiben kann!
    Bereits das Verschlüsseln unserer Mails - bei mir seit mindestens 15 Jahren eine Selbstverständlichkeit! - ist auch in der "Post-Snowden-Ära" für den Deutschen-Normal-Michel absolut nicht erforderlich.


    Jetzt stell dir vor, die Entwickler (meinetwegen) des Thunderbird würden (bewusst gegen geltende Standards verstoßen, und) die lokale Datenablage des TB (eben das TB-Userprofil) verschlüsselt ablegen! Allein die nun erzwungene "lästige" PW-Eingabe würde sehr viele Nutzer vergraulen. Aber nicht nur das. Was glaubst du denn, wievielen Tausend Nutzern wir hier im Forum geholfen haben, ein "verlorenes" Profil oder gelöschte E-Mails wiederzufinden und in den TB wieder einzubinden. Das Geheule möchte ich hören, wenn das dann auf einmal nicht mehr so einfach geht. Sicherheit und Bequemlichkeit "beißen" sich eben ... .


    Außerdem frage ich mich, welchen Sinn das machen sollte! Die Masse der E-Mails laufen völlig ungeschützt durch Netz. Das war vor 30 Jahren so, das ist heute fast immer noch so und das wird garantiert noch lange so bleiben. Da ändert auch die neuste dt. "Super-Lösung" nichts daran. Und selbst wenn wir denken (sollen), dass die Mails dann sicher verschlüsselt transportiert werden und vor fremden Augen geschützt sind, auf den Servern der Provider liegen sie dann wieder unverschlüsselt und zugriffsbereit für die Ermittlungbehörden, Innentäter und evtl. Eindringlinge vor (bei der "normalen" Mail und auch bei De-Mail!). Und mir ist es völlig egal, ob es die dt. Schnüffler oder ihre amerikanischen oder englischen Freunde sind. Da gibt es doch eine rege Zusammenarbeit ... .
    Auch solltest du nicht vergessen, dass es seit genau einem Jahr mit einem geschickt durchgewunkenen Gesetz den Ermittlungsbehörden ohne lästige juristische Hemmnisse möglich ist, sich von den Providern sämtliche dort gespeicherten PIN/PUK, Passwörter und sonstige Zugangsdaten sowie dort vorhandene Schlüssel auf dem Silbertablett liefern zu lassen.
    Also wozu eine eigene kleine Festung aufbauen, wenn es außerhalb dieser keinen Schutz gibt?
    Auch weißt du ja nicht, wie es um die Sicherheit bei deinen Mailpartnern bestellt ist. Vlt. nutzt dieser noch Win XP? Oder er empfängt deine S/MIME-verschlüsselten und aus einer optimal geschützten Umgebung versandten E-Mails auf seinem Androiden (mit der App. "DJIGZO")? Ich betrachte Android als eines der unsichersten Betriebssysteme! Gibt ja sogar schon "Bundestrojaner" dafür zu kaufen.
    Und trotzdem möchte ich auf meinen Androiden nicht verzichten!


    Fazit:
    Der private Umgang mit dem PC und dem elektronischen Datenaustausch soll (zumindest für uns mitdenkende User) möglichst "sicher", aber trotzdem bezahlbar und einigermaßen komfortabel bleiben.
    Und genau das ist es, was ich mit dem "kalkulierbaren Restrisiko" versucht habe zu erklären.


    BTW: m. würde wieder schreiben "TL;DR", aber mit weniger habe ich das nicht hinbekommen ;-)



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hehe danke Peter für deine ausführliche Beschreibung.


    Ja Paranoia ist ja leider mittlerweile zur Wahrheit geworden und nun sind es die Beliebäugelten die nach aktuellem Stand der Dinge die Träumer sind ^^.
    Ne Spaß beiseite. Natürlich kenne ich den Kosten-Nutzen-Faktor. Ich denke dennoch, dass dies eine der möglichen Post-Ären nach den Snowden-Geschichte sein könnte.
    Ich denke der Aufwand eigene Hardware zu bauen die über diverse Kontrollinstanzen gehen, oder neue Protokolle für den Traffic-Verkehr zu entwickeln und integrieren, sowie die Einführung neuer Betriebssysteme auf die nicht einmal mehr die Entwickler nach Installation Zugriff haben sehe ich eher als höherer Kosten als Nutzen-Faktor an, als die Implementierung diverser Verschlüsselungsalgorithmen in bereits veröffentlichte Software via Überarbeitung.


    Von daher ist es höchstwahrscheinlich der Fall das eben genau so die Marktzukunft aussehen könnte, evtl in Kombination und/oder Honeypots.


    Man müsste nicht mal direkt den Nutzer zwingen ein Passwort einzugeben, dies kann lediglich zum Anwendungsstart implementiert werden können. Genau so gut kann ein Verschlüsselungsalgorithmus implementiert werden, der sich an Hand der Email-Adresse, Systemkontos, der zu dem Zeitpunkt installierten Hardware und von mir aus dem Zertifikat etc zusammenbaut (mal so eben hingeklatscht und entspricht natürlich keinerlei Konzept ^^), so wäre es ein "relativ" sicherer Algo, welches sich stets von System, Nutzer etc unterscheidet.


    Aber denken wir mal nicht so kompliziert, auch wenn's schwer fällt.


    Es kann ja ein einfacher Algo sein, der gebildet wird aus Hardware-IDs und Benutzer, sowie integriertem Mail-Account bei der first install. Mehr braucht man ja vorerst nicht.
    Das wird von Thunderbird letztendlich verwendet um die Daten lokal verschlüsselt abzulegen. (siehe Beispiel einfaches Passwort-geschütztes Datenbank File als Vergleich)


    Die Import und Export Funktion kann man groß in Thunderbird als Button darstellen und wenn man exportiert, kann man von mir aus die Daten auch unverschlüsselt lokal speichern oder in einem AES verschlüsseltem Zip-Verzeichnis (Sicherheit hier fraglich, aber besser wie keine) ebenso kann man dann den Import leicht durchführen.


    Was aber die Wiederherstellung von Mails angeht, kann man ja auch verschlüsselt eine Revisions-Datenbank hinterherführen, sprich gelöscht und endgültig gelöscht = doch nicht gelöscht, erst nach x-Daten. Aber hierbei würde ich mich tatsächlich Fragen wo der Kosten / Nutzen-Faktor liegen würde ^^


    Aber was man machen kann ist die Option bieten die einen automatischen Export der Daten vorbehält auf die letzten X-(einstellbar) tage zurückführend, dann wäre es auch sinnvoll eben genau dieses (hier nehme ich das Beispiel von oben) verschlüsselte Zip-File lokal im Ordner k.a. "backups" zu speichern.


    So wäre es zumindest DAU-freundlich und man hätte einen gewissen (wenn auch kleinen) Sicherheitsfaktor.
    Es geht ja hier nicht darum Geheimdienste auszusperren, sondern sich Gedanken darum zu machen, wie kann eine standardisierende Lösung schaffen bzw nutzen um Daten zu schützen vor wem auch immer. Gehen wir davon aus, dass dies ein überwiegender Standard wäre, so wären die Sicherheitslücken in den Betriebssystem zum Beispiel auch eher Nebensache, dann müsste man überwiegend nur noch Angst vor der Protokollierung der Key-Eingaben haben. *lach

  • Ich habe dir meine Meinung zu diesem Thema genannt. Es ist - noch einmal - meine ganz persönliche Meinung, zugegebenermaßen etwas beeinflusst von ein paar Jährchen einschlägiger Berufserfahrung.


    Wenn dir meine Antwort nicht ausreicht, kannst du selbstverständlich bei den Entwicklern ein Ticket aufmachen und deine Wünsche äußern. Daran wird dich niemand hindern.
    Du solltest dabei lediglich zwei Hinweise dazu beachten:


    1.) Der "Buschfunk" sagt, dass es nur noch zwei (!) bezahlte Entwickler für den TB gibt, und die haben genügend andere Probleme, und
    2.) jedes "Feature" welches Nutzer eventuell davon abhalten könnte, dem TB den Rücken zu kehren wird als kontraproduktiv angesehen.


    Rechne dir also selbst die Chance aus oder wundere dich zumindest nicht, wenn du keine oder keine in deinem Sinn stehende Antwort bekommst.


    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • ok, ich muss gestehen, dass das Thema ursprünglich in einem etwas älteren Thread gestartet ist und damals von dem Threadersteller nach einem solchen "Add-On" gefragt wurde. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, ob es dazu ein Modul oder sonstiges gibt, mittlerweile, unter anderem da ich die Struktur jetzt gesehen habe und an Hand dessen was bereits kommuniziert wurde, weiß ich, dass es scheinbar tatsächlich nicht existiert.


    Im Endeffekt hätte man auch einfach drei einfache Fragen stellen können:
    1) Gibt es sowas?
    2) Ist derzeit so etwas in Planung bzw
    3) ist es würdig in Planung zu kommen, wenn nicht?


    Ich bin halt noch relativ neu was Thunderbird und dieses Forum angeht und muss ganz ehrlich gestehen, dass ich damit (wenn überhaupt), konstruktive Kritik gegen Thread-ende äußern wollte.
    Konstruktive Kritik = Keine "richtige" Kritik, lediglich ein potentieller Verbesserungsvorschlag


    Gestehen muss ich aber, dass es etwas traurig ist zu hören, dass ein offensichtlich tolles Produkt, lt. Buschfunk, so wenig gefördert wird und evtl. auch dessen eine weitere Entwicklung so kritisch analysiert wird und auf Ablehnung stoßen könnte. = Wobei ich hier sagen muss, dass es wohl verständlich ist und grade bei einem Stand lt. Buschfunk, mit Sicherheit die Problematiken in anderen Bereichen liegen und natürlich deswegen eine höhere Priorisierung inne haben. Da wird auch nicht viel Zeit überbleiben für solch Geschichten.


    VlG

  • Hallo,

    "Thunderkatsi" schrieb:


    Gestehen muss ich aber, dass es etwas traurig ist zu hören, dass ein offensichtlich tolles Produkt, lt. Buschfunk, so wenig gefördert wird und evtl. auch dessen eine weitere Entwicklung so kritisch analysiert wird und auf Ablehnung stoßen könnte. = Wobei ich hier sagen muss, dass es wohl verständlich ist und grade bei einem Stand lt. Buschfunk, mit Sicherheit die Problematiken in anderen Bereichen liegen und natürlich deswegen eine höhere Priorisierung inne haben. Da wird auch nicht viel Zeit überbleiben für solch Geschichten.


    trotz der o. g. Bedenken hier der Pfad zu den Entwicklern: Fehlerberichte und Wünsche