Anonymer Absender?

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    Guten Morgen allen,


    neu im Forum habe ich gleich Fragen an Euch:


    hin und wieder werden Emails gesendet die z. B. einen politisch kritischen Inhalt haben
    (nichts grob anstößiges, beleidigendes, verletzendes oder gar kimminelles).
    Das könnte beim LeserIn Neugier nach den persönlichen Daten des Absenders wecken.


    Frage:
    Wie sicher kann man sein das eine Mail anonym geschrieben auch anonym bleibt.
    D.h., die Daten des SchreibersIn werden vom Provider nicht herausgegen.


    E10

  • Hi,
    wenn die Mail keine strafrechtlich relevanten Inhalte hat, wird der Provider auch nicht "einfach so" Daten auf Anfrage einer beliebigen neugierigen Privatperson herausgeben.
    Wenn man keine Antwort erwartet. kann man auch ohne großen Aufwand einen falschen Absender verwenden, so wie es die meisten Spammer tun (nähere Erläuterungen spare ich mir).
    Es gibt Anonymisierungsdienste wie Tormail, nur leider sind die logischerweise auch bei der Stasi auf großes Interesse gestoßen...
    Redest du von Newslettern oder ähnlichem? So etwas kann, wenn unerwünscht, schon relativ schnell als Belästigung/Spam empfunden werden und damit strafbar sein.
    Soweit erstmal,
    IANAL,
    m.

  • Zitat Muzel:
    Redest du von Newslettern oder ähnlichem?


    Nein-gelegentliche Emails mit kritischen Inhalten


    es grüßt E10

  • So wie Du es beschreibst, klingt es für so: Du verschickst hin und wieder E-Mails, in denen Du den Empfängern unaufgefordert Deine politische Meinung mitteilst. Das würde mir schon nicht gefallen.
    Indem Du außerdem versuchst, Deine Identität zu verschleiern, nimmst Du den Empfängern die Möglichkeit, sich selbst zu äußern und vor allem, diesen "Nicht-Newletter" abzubestellen. Das klingt für mich eindeutig nach [lexicon='Spam'][/lexicon]/Agitation.


    Da kann ich nur auf muzel verweisen:


    So etwas kann, wenn unerwünscht, schon relativ schnell als Belästigung/[lexicon='Spam'][/lexicon] empfunden werden und damit strafbar sein.


    Für mich wären solche E-Mails ohne Frage unerwünscht, auch wenn der Inhalt, wie Du schreibst, völlig unbedenklich sein sollte.

  • Hallo E10,


    ich ergänze mal die vollkommen korrekte Antwort von muzel noch etwas:

    • Im Internet gibt es keine echte Anonymität, gab es nie eine und wird es auch keine geben. Wer den Versprechungen der entsprechenden Anbieter glaubt, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.
      Du kannst deine Absenderdaten (also den Namen und die Mailadresse) jederzeit durch falsche Einträge im Mailclient faken. Kein Problem und reicht, wenn du nicht gerade "verbotene" Sachen machst, völlig aus. Sobald du allerdings Aktionen durchführst, welche die Untersuchungsorgane auf den Plan rufen, wirst du dich im Internet nicht hinter einer Anonymität verstecken können. WOWEREIT!
      Und auch SPAM gilt schon als verboten! Also auch, wenn die Empfänger dir nicht direkt antworten können, können sie dich anzeigen! Und dann, siehe oben!
    • Du musst zwischen Anonymität und Vertraulichkeit unterscheiden. Wenn du möchtest dass Dritte nicht (oder richtiger, nur mit einem kaum zu vertretenden Aufwand) deine Kommunikation mitlesen können, dann kannst du diese verschlüsseln. Eine Verschlüsselung ist in Deutschland (noch) erlaubt. Wenn auch einige Politiker laut über ein entsprechendes Verbot nachdenken.
      Aber auch hier sollte dir eines klar sein: Auch in diesem Fall haben Untersuchungsorgane gewisse Möglichkeiten! (Sichworte: "Quellentelekommunikationsüberwachung", "Bundestrojaner")


    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Auch in diesem Fall haben Untersuchungsorgane gewisse Möglichkeiten! (Sichworte: "Quellentelekommunikationsüberwachung", "Bundestrojaner")


    An dieser Stelle noch der Hinweis, dass dies sogar sehr nah an der Hardware geschehen kann, z.B. indem Switches auf dem Versandweg manipuliert werden (siehe http://www.heise.de/newsticker…zwerktechnik-2187858.html) oder, wie wir spätestens seit gestern wissen, die Firmware der Festplatten, siehe http://www.heise.de/newsticker…ten-Firmware-2550779.html. Da hilft nicht einmal formatieren.


    Auch wenn Martin von nebenan das wieder einmal nicht weiter schlimm findet, weil er ja nicht zur Zielgruppe gehört und außerdem eh nichts zu verbergen hat, gegen solche Techniken sind wir derzeit machtlos. Und wer glaubt, dass diese Methoden nicht auch zur Industriespionage genutzt werden, möge weiter träumen.