Nach Installation von Avira Antivirus Pro kein Mailabruf mehr möglich

    • Thunderbird-Version: 52.1.0 (32 Bit)
    • Betriebssystem + Version: Windows 10 Home Version 10.0.14393 Build 14393
    • Kontenart (POP / IMAP): IMAP
    • Postfachanbieter (z.B. GMX): ewetel
    • Eingesetzte Antivirensoftware: Avira Antivirus Pro Version 15.0.26.48 (10.04.2017)
    • Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software): Windows Firewall


    Hallo allerseits!


    Da eine Suche hier im Forum nichts erbracht hat (ich hoffe, ich war nicht zu blöd), beginne ich mal ein neues Thema.


    Seit ich gestern Avira Antivirus installiert habe, kann ich keine E-Mails mehr abrufen (was zuvor mit meiner alten Antivirensoftware - Bitdefender - immer funktionierte).

    Lege ich Avira Antivirus still bzw. deaktiviere ich den E-Mail-Schutz, klappt es wieder.


    Kennt jemand das Problem?

    Muss ich irgendwas in irgendwelchen Einstellungen ändern?


    Den E-Mail-Schutz deaktiviert zu lassen, kann ja nicht die Lösung sein.



    Danke für eure Tipps!

    Gruß

    Hansa

  • Hallo Hansa und willkommen im Thunderbird-Forum,


    die Suche hat nichts erbracht? Das wundert mich, denn wir haben solche Probleme hier fast täglich. Deaktivere den Mailschutz in Avira. Damit sollte das Problem gelöst sein. Wenn nicht müssen wir noch mal tiefer suchen.


    Schon mal kurz das weitere Vorgehen. Avira komplett wieder deinstallieren und dann noch mal testen. Tb im abgesicherten Modus starten und damit testen.


    Gruß

    slengfe

    Meine Beiträge sind subjektiv und manipulativ, erheben Anspruch auf Allwissenheit und können Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.


    Windows 10 Professional 64 Bit | Thunderbird 32 Bit | Firefox 64 Bit | Avira Free Security Suite

  • Hallo Hansa, und willkommen im Forum!

    Den E-Mail-Schutz deaktiviert zu lassen, kann ja nicht die Lösung sein.

    Doch, das wird wohl die Lösung sein.


    Dieses Problem tritt seit dem Moment gehäuft auf, seit dem die Provider aus gutem Grund die Verbindungen zwischen unseren Mailclients und ihren Mailservern (und natürlich auch die zwischen den einzelnen Providern) verschlüsseln. Warum das heutzutage notwendig ist, fällt dir bestimmt ein, wenn ich dir das Wort "Snowden" nenne.


    Nun ist es so, dass kein AV-Programm in diese verschlüsselten Verbindungen auf saubere Art und Weise "hineinsehen" und diese auf Schadcode überwachen kann. (Wenn das die AV-Programme so einfach könnten, dann könnten es diejenigen, vor denen wir uns mit der Verschlüsselung schützen wollen, schon lange.)

    Diese AV-Programme benutzen deswegen einen üblen Trick, den wir Man-in-the-Middle-Angriff nennen. Und dabei treten immer Probleme auf, auf welche ein guter Mailclient oder Browser mit Verweigerung reagieren sollte. Er zeigt eben damit an, dass der Mailclient nicht mit dem ausgewählten Server verbunden ist, sondern eben mit dem "Man in the Middle". Ursache ist, dass der Mailclient ein Zertifikat vorgezeigt bekommt, welches nicht dem Mailserver, sondern dem AV-Scanner gehört. Und es ist gut, dass der TB dich warnt!


    Du musst also selbst entscheiden, was dir wichtiger ist:

    - die fragwürdige Sicherheit eines AV-Scanners, welcher nur "on-access" den Traffic auf dem Kanal überwacht, oder

    - eine ununterbrochene end-2-end verschlüsselte Verbindung, welche garantiert bei dem gewünschten Mailserver endet.


    Ich würde mich persönlich nicht auf diesen "Mailschutz" verlassen!

    Ich habe mir angewöhnt, jeden erhaltenen Mailanhang abzuspeichern, vor Ort zu scannen und erst dann aus dem Downloadordner heraus (und niemals direkt aus dem Mailprogramm!) zu öffnen. Verdächtige Mailanhänge werden entweder gleich gelöscht oder zu "Virustotal" zur Kontrolle hochgeladen.

    Durch die Kombination aus "on-access-Scanner" (beim Ablösen und Kopieren in den Downloadordner und später beim Öffnen) sowie "on-demand-Scanner" (beim bewussten Scannen) hast du die für dich mögliche Sicherheit bei zumutbarem Aufwand erreicht. So viel Zeitaufwand sollte dir die Sicherheit deines Rechners wert sein.


    BTW:

    Die Überwachung der Verbindung zum SMTP-Server betrachte ich grundsätzlich als sinnfrei.

    Wenn du jemandem einen Mailanhang zusendest, den du nicht vorher mit einem aktuellen AV-Scanner geprüft hast, dann handelst du gegenüber deinen Mailpartnern bewusst fahrlässig. Ich möchte jedenfalls nicht, dass mich jemand anruft und mir mitteilt, dass er von mir einen "verseuchten" Mailanhang bekommen hat. Du doch bestimmt auch nicht.


    OK?



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Danke schön für eure Hinweise! Das gibt mir schon mal etwas zum Nachdenken. Allerdings ist es schon merkwürdig, dass der neue Virenscanner ausgerechnet bei Mails nicht funktioniert. Der alte hat es doch auch geschafft.


    Gruß und schönen Wochenanfang!

    Hansa

  • Hallo,

    Der alte hat es doch auch geschafft.

    und welcher war das? Vielleicht hatte der die Funktion nicht.


    Gruß

    slengfe

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  • Und hatte der die Funktion?

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  • Vielleicht hat BD seinen "Man-in-the-Middle" etwas geschickter durchgeführt?


    BTW:

    Es gab inletzter Zeit in der Fachliteratur (und damit meine ich nicht die "Computer-B***!) mehrere veröffentlichte Meinungen zum Thema "Finger weg von TLS-verschlüsselten Verbindungen", wo anerkannte Fachleute vor den Gefahren genau dieser bewusst durchgeführten und leider auch von diversen Nutzern willkommen gehaltenen Funktionen deutlich warnen.

    Beispielsweise hier: Sicherheitsforscher an AV-Hersteller: "Finger weg von HTTPS" | heise ...

    (Auch wenn es sich in meinem zitierten Beispiel "nur" um https handelt, sind die Probleme bei den verschlüsselt betriebenen Mailprotokollen identisch.)



    MfG Peter

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