Betterbird startet nicht - GLIBC_2.30 not found

  • • Betterbird-Version: betterbird-91.2.1-bb17.de.linux-x86_64

    • Betriebssystem + Version: Ubuntu 16.04 xenial Kernel: 4.15.0-161-generic x86_6


    Hallo,


    der frisch runtergeladene Betterbird startet nicht und beschwert sich:

    Code
    XPCOMGlueLoad error for file /opt/betterbird/libnspr4.so:
    /lib/x86_64-linux-gnu/libc.so.6: version `GLIBC_2.30' not found (required by /opt/betterbird/libnspr4.so)
    Couldn't load XPCOM.

    Wird der BB gegen neuere Libs als der TB gebaut? Der TB 91.3.0 läuft.

    Ich weiß, mein System ist etwas prähistorisch, auch LTS ist vorbei, aber immerhin noch ESM (Extended Security Maintenance) ;-).


    Grüße,

    muzel

  • Also, wir bauen BB für Linux auf einer Maschine mit Mint 20.2 mit GLIBC 2.31 (ldd --version, aber offenbar wird 2.30 verwendet). Thunderbird wird noch auf älteren Build-Boxen gebaut, Den Unterschied sieht man auch, wenn man `file betterbird` aufruft. Für BB gibt es "for GNU/Linux 3.2.0". bei TB "for GNU/Linux 2.6.32".


    Eigentlich was BB in erster Linie für Windows gedacht, Linux-Builds machen wir jetzt "by popular demand". Jeder kann sich das mit einem Kommando selber bauen, siehe https://github.com/4ch1m/ansible-betterbird


    Susi to visit: Ich beobachte dieses Sub-Forum, aber danke für den Ping.

  • Jeder kann sich das mit einem Kommando selber bauen,

    Ich habe das heute mal ausprobiert, weil ich ansible bisher noch nie benutzt hatte. Mein Rechner fällt auch in die Kategorie "betagt". Allerdings laufen darauf aktuelle Linux-Versionen, in diesem Fall auf meiner Spielwiese ein Mint 20.04.


    Nach gut 2,5 Stunden:




    :)


    Das ging wirklich sehr leicht. Script starten, etwas Zeit mitbringen und das war's auch schon. Zwischendurch wird das sudo password benötigt. Komplett über Nacht laufen lassen geht daher nicht.

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)

  • Mir sind deine fertigen Builds auch lieber, keine Frage. :)


    Ich werde das auch nicht jeden Monat wiederholen. Mein alter Freund hier ist ordentlich ins Schwitzen gekommen. Nahe 100% CPU-Auslastung für rund 2 Stunden.

    Wenn sie aber, wie bei muzel unter bestimmten Versionen nicht laufen, wäre das eine Möglichkeit. Und sehr überrascht war ich, dass ich wirklich nur ansible installiert habe, dann das Script gestartet habe und alles völlig klaglos durchlief. Das kennt man ja auch anders.


    P.S.:


    zudem auch 2+ GB source code runtergeladen werden.

    Vor dem Aufräumen habe ich noch rasch nachgeschaut: Das Verzeichnis ansible-betterbird-master hat nach dem Build rund 1 Million Objekte mit insgesamt 20,3 Gigabyte. Das ist schon ein Pfund! Der Löschvorgang hat fast 5 Minuten benötigt.

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)

    Edited once, last by Susi to visit ().

  • Einmal kurz jorgk3 geschrieben, damit er eine Notifizierung bekommt.

    Jörg (und auch jeder andere) kann ganze Unterforen abonnieren, wenn er/man möchte. Eine persönliche Beteiligung bzw. Erwähnung wäre dann nicht notwendig, um über neue Themen informiert zu werden.

  • @Susi to visit, danke für dein Engagement, das klingt interessant und ermutigend. Ich hab zwar früher hin und wieder, eher aus sportlichem Interesse, z.B. ein GnuPG compiliert, aber beim TB nach einem Fehlversuch aufgegeben.

    Was hast du für Hardware? Meinen ältesten Rechner würde ich mal außen vor lassen, aber ich hab da noch einen Acer Aspire E11 mit 8GB Ram und Quad Core Celeron N2840, wäre das vergleichbar?


    Ich würde natürlich lieber einen Versuch auf aktuellerer Hardware (AMD Ryzen 5 3500U, 16GB Ram...) starten. Vermutlich ist da dann doch etwas mehr zu konfigurieren. Noch parallel ein "altes" Linux installieren wollte ich nicht unbedingt.

    Stichwort cross compiler...?


    Oder doch auf der "alten Kiste"? Nicht daß die mir abbrennt, um den Joke mal wieder rauszuholen.

    Ich habe eigentlich keine Zeit für solche Spielereien, aber jetzt interessiert es mich doch.


    @jorgk3: Ich kann natürlich nicht gutheißen, daß bei dir Windows im Hauptfokus ist, aber was hilft's - das ist eben der Markt.

    Spende ist unterwegs ;)


    Grüße, muzel

  • aber ich hab da noch einen Acer Aspire E11 mit 8GB Ram und Quad Core Celeron N2840, wäre das vergleichbar?

    Ja, durchaus. Mein Schätzchen ist ein ca. 10 jahre alter i5, 650. 2 core, 4 Threads. Erste Generation Core i. Nachgerüstet auf 8 Gig + SSD.


    Fast vergessen. Ich wollte ja noch vergangenes Leid mit dir teilen. ;)


    Ich hab zwar früher hin und wieder, eher aus sportlichem Interesse, z.B. ein GnuPG compiliert, aber beim TB nach einem Fehlversuch aufgegeben.

    Als die erste Enigmail-Version erschien, die dauerhaft entschlüsseln konnte, habe ich GnuPG ebenfalls selbst compiliert, weil man dazu GnuPG 2.x. brauchte. Das war unter Ubuntu ein ordentliches Theater, weil die GnuPG integriert haben. Da habe ich Stunden investiert, bis das alles wie gewünscht lief. Absolut nicht zu empfehlen.


    Thunderbird und Firefox selbst zu builden, hatte ich mir auch schon mal überlegt. Just for fun. Als ich dann gesehen habe, was man dazu zunächst alles an Voraussetzungen schaffen muss, hab' ich's sein lassen. Da war dann doch zu wenig fun for effort drin.

    Insofern ist der Weg über ansible super.

    Irgendwo hattest du schon mal geschrieben, weshalb du auf der 16.04 bleiben musst. Ich weiß gar nicht mehr, was war denn der Grund?

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)

    Edited once, last by Susi to visit ().

  • So, erstmal den Versuch auf der "neuen Kiste" gestartet, leider am Ende Mißerfolg wegen Platzmangel. SSD eben, da muß man ordentlich was drauflegen, gerade wenn man sehr viele kleine Dateien hat. Also eher 30 als 20 GB ansetzen.


    Quote from Susi to visit

    Irgendwo hattest du schon mal geschrieben, weshalb du auf der 16.04 bleiben musst. Ich weiß gar nicht mehr, was war denn der Grund?

    Die Grafikkarte und dosemu, den es nicht mehr gibt. Ich teste aber gerade, ob dosbox für meine alten selbstgeschriebenen DOS-Programme von vor 30 Jahren geeignet ist. Mit dem Druckertreiber war auch irgendwas. Wie gesagt, ich habe nicht mehr soviel Zeit für diesen ganzen Kram. Never touch a running system - natürlich nur bis zum Desupport. :saint:


    Quote from Susi to visit

    Als die erste Enigmail-Version erschien, die dauerhaft entschlüsseln konnte, habe ich GnuPG ebenfalls selbst compiliert, weil man dazu GnuPG 2.x. brauchte. Das war unter Ubuntu ein ordentliches Theater, weil die GnuPG integriert haben. Da habe ich Stunden investiert, bis das alles wie gewünscht lief. Absolut nicht zu empfehlen.

    Kann ich bestätigen. Während GnuPG 1.4.* noch "pflegeleicht" war, habe ich mir an irgendeiner 2.* auch mal fast die Zähne ausgebissen.

    So, jetzt werf ich's noch mal an, mit 70G freiem Platz...


    Grüße,

    muzel

  • SSD eben, da muß man ordentlich was drauflegen, gerade wenn man sehr viele kleine Dateien hat. Also eher 30 als 20 GB ansetzen.

    Ja, ich hatte auch "die Hosen voll" und die Sorge, dass es nach 2 Stunden vielleicht am Ende an sowas scheitert.

    So, jetzt werf ich's noch mal an, mit 70G freiem Platz...

    Viel Glück!

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)

  • Das hat geklappt, aber auf der "alten Kiste" (Ansible zu alt?) nicht.


    Für heute reicht's, gute Nacht.

  • Und sehr überrascht war ich, dass ich wirklich nur ansible installiert habe, dann das Script gestartet habe und alles völlig klaglos durchlief. Das kennt man ja auch anders.

    Das ist Achim zu verdanken, der das Ansible build betreut.


    Mal sehen, ob ich die Build-Box downgraden kann, damit eine ältere GLIBC verwenden wird, aber ...

    ..., aber auf der "alten Kiste" (Ansible zu alt?) nicht.

    klingt nicht verlockend.

  • Moin. Vielleicht wäre es ja denkbar, einfach mal die MIndestvoraussetzungen anzugeben, damit es funktioniert.

    Oder wo man da noch schrauben kann. Vielleicht steht das sogar schon irgendwo?

    Also Linux-Kernel, Ansible, C-Compiler, Python, Rust (habe ich glaub ich, auch vorbeifliegen sehen...?), ...


    Ein Build mit vergleichbarer Umgebung wie TB wäre aber eigentlich für mich logisch...


    Wenn's außer mir keiner braucht, muß es aber auch nicht sein.


    Grüße und Danke (speziell an 4ch1m!)

    Wochenende :)

    muzel

  • Also, "historisch" (ab Juli 2021) war das so: Eigentlich sollte BB nur für Windows verfügbar sein, dann aber kam Achim mit seinem Ansible-Build. Ich habe also eine alte Maschine von 2016 ausgemottet, aktuelles Linux Mint 20.2 installiert und los ging es mit dem Bauen für Linux. Dass es dabei viele Abhängigkeiten gibt, war eher "passives" Wissen, wurde aber jetzt schmerzlich klar. Daher wurde hier (https://www.betterbird.eu/system-requirements/) auch nur Windows erwähnt, aber das habe ich jetzt geändert.


    Neulich hatte ich eine Anfrage mit dem Ergebnis, dass der von Mozilla gebaute TB und der von mir gebaute BB "schwache" Grafik haben, der von Ubuntu gebaute TB ist viel besser, siehe hier:

    Wir haben dann festgestellt, dass Ubuntu EGL 1.5 benutzt, TB/BB aber GLX 1.4. Das Linux-Thema ist also ohne Ende und man kann es nur richtig machen, wenn man dafür eine Maschinenpark bereit hält. Eigentlich sollten sich die verschiedenen Distros oder die Flatpak-Leute (https://github.com/Betterbird/thunderbird-patches/issues/7) der Sache annehmen.

    Edited once, last by jorgk3 ().

  • Das Linux-Thema ist also ohne Ende und man kann es nur richtig machen, wenn man dafür eine Maschinenpark bereit hält. Eigentlich sollten sich die verschiedenen Distros oder die Flatpak-Leute (https://github.com/Betterbird/thunderbird-patches/issues/7) der Sache annehmen.

    Jein.
    Du laesst den containerisierten Build voellig ausser acht.


    Das mag fuer den einen oder anderen Windows-Entwickler etwas "out-of-scope" oder "befremdlich" sein... ist aber eine extrem einfache Art und Weise den Build mit verschiedensten Distributionen auszuprobieren.


    Im Prinzip benoetigst Du hierbei wirklich nur Docker (oder Podman, etc.) auf Deinem Host-System.

    Dann suchst Du Dir das Betriebssystem-Image aus mit dem Du bauen willst (Debian, Mint, Ubuntu, Arch, etc. (in welcher Version auch immer)), und traegst es hier ein:


    docker-compose.yml


    Dann startest Du den Build wie im README beschrieben.

    Dadurch passiert alles innerhalb des Containers; ohne Dein Host-System zu veraendern oder die Abhaengigkeiten vom Host-System zu ziehen.


    Wie Thunderbird/Betterbird waehrend dem Bau dann auf verschiedenste Distributionen reagiert (veraltete Bibliotheken, etc.) steht auf einem anderen Blatt.


    Aber das ist alles ganz normaler Alltag und Bestandteil der Software-Entwicklung.

    P.S.:
    Habe eben mal "debian:stretch" verwendet (https://hub.docker.com/_/debian).
    Das ist wirklich zu betagt. Das hat nur das alte Ansible 2.2.1.0 in den Paketquellen.

    Das Betterbird-Ansible-Skript nutzt aber "include_task": ansible.builtin.include_tasks – Dynamically include a task list

    Und das gibt's erst ab Version 2.4.

    Koennte man fixen/umgehen... waere imho aber unnoetiger Aufwand hier nochmal Energie in solch veralteten Systeme reinzustecken.

  • Wir haben dann festgestellt, dass Ubuntu EGL 1.5 benutzt, TB/BB aber GLX 1.4.

    Das im Vergleich zu den Versionen von Ubuntu etwas schlechtere Schriftbild, auch bei den TBs von Mozilla, war mir früher bereits aufgefallen. Nur unter Ubuntu, nicht unter Mint. Nun kenne ich auch den Grund dafür.

    Eigentlich sollten sich die verschiedenen Distros oder die Flatpak-Leute (https://github.com/Betterbird/thunderbird-patches/issues/7) der Sache annehmen.

    Ich habe gelesen, dass Ubuntu plant, ab einer Version 21.x Firefox und Thunderbird nur noch als Snap auszuliefern. Erstellt werden sollen die Snaps angeblich direkt bei Mozilla.
    Damit wäre das Thema der speziellen Anpassung an Ubuntu dann möglicherweise erledigt. Oder auch ganz im Gegenteil, weil z.B. Mint die Snaps nicht unterstützt. Man wird sehen, ob das zum Vor- oder Nachteil wird.

    Ich möchte den Schritt zu den Snaps eigentlich nicht mitgehen. Hieße dann nach EOS der 20.04. die Distri zu wechseln. Oder tatsächlich selbst zu builden. ;)

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)

  • Zwischenstand: Wie TB mit GLIBC 2.17 kompatibel sein will, ist mir ein Rätsel (https://www.thunderbird.net/en….3.0/system-requirements/). Um eine hinreichend kleine GLIBC-Version zu erzielen, müsste man entweder auf einem nicht mehr unterstütztem Linux bauen oder auf einem, wo Ansible nicht aktuell genug ist. Debian 9 "Strech" hat GLIBC 2.24 (immer noch zu neu für Ubuntu 16 LTS), aber Absible ist zu alt. Mit Ubuntu 18 LTS käme man auf GLIBC 2.26 (und Ansible 2.5) oder mit Mint 19 aud GLIBC 2.27. Diese beiden könnte ich mal probieren, was muzel aber nicht helfen würde.