Mailanhänge effizient aus mehreren IMAP-Konten nachträglich abtrennen - wie vorgehen?

  • * Thunderbird-Version: 45.7.1 (Mac)
    * Betriebssystem + Version: OS X 10.8.6
    * Kontenart (POP / IMAP): IMAP
    * Postfach-Anbieter (z.B. GMX): Diverse (eigener Server, Freemail, Google)
    * Eingesetzte Antiviren-Software: Keine
    * Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software): Keine
    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Hallo Community,


    ich möchte gerne einen älteren Thread aufgreifen, der leider geschlossen wurde:

    https://www.thunderbird-mail.d…ung/?f=31&t=61019#p331023

    Peter_Lehmann gibt dort eine sehr detaillierten Einblick in seine Arbeitweise, u. a. schreibt er:
    Mailanhänge, speziell größere, haben dauerhaft nichts in einer zu speichernden Mail verloren! Sie gehören abgelöst und extern als Datei gespeichert und werden selbstverständlich dort auch noch zusätzlich gesichert.


    Mich würde interessieren, wie genau man dabei am besten vorgeht? Spontan bekomme ich den Eindruck, dass ich für jeden Absender/Anhang einen Ordner anlegen muss - entweder lokal im Finder oder als lokaler Ordner in TB. So wirklich verstehe ich dann aber den Vorteil nicht, denn wenn ich doch mal nach einer alten Mail suchern muss (Kunde hat mir Daten vor ca. 2 Monaten gesendet), suche ich erstmal in TB. Habe ich die Mail gefunden und will Einblick in den Anhang der Mail nehmen - ist er aber bereits abgetrennt. Ich suche also nochmal (!) nur nach dem Anhang an anderer Stelle …
    Oder schafft TB irgendeine Verbindung zwischen abgrenntem Anhang und Originalmail mit Anhang?


    Konkret stehe ich jetzt vor dem Problem, dass ich mehrere Jahre alle Anhänge immer auf dem Server und in TB (an der Mail) belassen habe - u. a. auch, um von unterwegs mit dem Mobilgerät darauf zugreifen zu können. Mein Profil wurde jetzt sage und schreibe 50Gb groß, ich muss also dringend Platz schaffen.


    Aber wie gehe ich jetzt alle Mails mit Anhängen effizient durch und trenne die Anhänge ab?


    Danke für Eure Tipps
    THB


  • Hallo THB!


    Also ich mache das schon seit etlichen Jahren mit Hilfe des Add-ons "AttachmentExtractor". (*)
    Das gute daran ist, dass dieses Add-on sogar im Quelltext der Mail vermerkt, wo es diesen Anhang abgelegt hat. Es ist also nachvollziehbar (zumindest so lange, wie man den Anhang nicht nachträglich irgendwo anders hin verschoben hat ;-)).
    In der Mail selbst ist dann z. Bsp. bei einem abgetrennten Bild ein Platzhalter zu sehen.


    Ja, und wohin speichern?
    Das ist eigentlich jedem selbst überlassen (der so genannte Einheits-Aktenplan, wie er in Behörden üblich ist, gilt im Privatbereich Gott sei Dank nicht). Ich habe mir auch schon vor vielen Jahren eine stetig wachsende Ordnerhirarchie unter "Dokumente" angelegt. Hier sortiere ich nach Sachverhalten und auch nach Personen/Firmen. Und dort, wo es sehr viel wird, auch innerhalb dieser Ordner nach Jahren. Und ab und an wird auch aufgeräumt.
    Es handelt sich ja bei mir fast ausschließlich um bestimmte Dokumente, Rechnungen usw, Programme sind niemals dabei, denn diese hole ich mir als Linux-User grundsätzlich aus den Repositories (Programmsammlungen). Und zugeschickte Bilder kommen natürlich nach /Bilder/... und nicht nach /Dokumente/...


    Dieses Add-on hat auch einen Automatikmodus, wo alle Anhänge eines "Mailordners" automatisch abgespeichert und aus der Mail gelöscht werden. Das Add-on merkt sich auch die letzten 5 Speicherorte.
    Und wenn ich unterwegs das Bedürfnis verspüre, mal irgend einen Anhang "zu benötigen", dann kann ich mit jedem meiner tragbaren Geräte per VPN auch immer meine private IT erreichen. (Seit 2 Jahren gibt es für mich nur noch "private IT"!)


    (*)
    Ich vertrete natürlich grundsätzlich die Ansicht, dass die E-Mail-Protokolle nie für den Transport von Massendaten entwickelt wurden. Es gab und gibt für Massendaten schon immer bessere Lösungen (ftp und jetzt WebDAV oder überhaupt "die Cloud"). Schon allein deswegen, dass durch die notwendige Umcodierung der fast immer binären Mailanhänge sich der Umfang der zu übertragenden und in der Mail zu speichernden Daten um ein Drittel vergrößert, sollte man mit Mails keine größeren Dateien verschicken.
    Ich habe im Verlauf der Jahre meine Mailpartner davon überzeugt. Meine persönliche Schmerzgrenze liegt bei ~2MB. Darüber hinaus gibt es einen kleinen "Hinweis". Dauerhafte Mailpartner haben von mir einen Zugang bekommen, womit sie auch größere Datenmengen für mich sehr bequem ablegen können. Dann reicht eine Mail mit einem entsprechenden Hinweis.



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo THB,


    (Kunde hat mir Daten vor ca. 2 Monaten gesendet)

    wenn das bedeutet, dass Du gewerblich unterwegs bist oder dass Dein Arbeitgeber (so wie meiner) E-Mails archivieren muss, dann kann es besser oder gar erforderlich sein, die E-Mails als Ganzes zu erhalten.
    In diesem Fall wäre es wichtig, die Ordnerstruktur im TB so aufzubauen, dass die einzelnen Ordner nicht zu groß werden.


    Gruß


    Susanne

  • Hallo Susanne,


    danke für Deine Antwort.


    Was genau bedeutet in Thunderbird "dass die einzelnen Ordner nicht zu groß werden". Also welche Erfahrungswerte empfehlen sich? 500Mb, 1Gb, 2Gb?
    Mein Provider stellt mir insgesamt mehrere GB zur Verfügung für die Postfächer.


    Danke für Deine Tipps hierzu.


    Grüße
    THB

  • Hallo,


    ich bin zwar nicht Susanne ... ;) 

    Was genau bedeutet in Thunderbird "dass die einzelnen Ordner nicht zu groß werden". Also welche Erfahrungswerte empfehlen sich?

    Mozilla gibt für mbox-Dateien eine max. Größe von 4 GB an: :arrow:  Folders and messages
    Allerdings haben u. U. auch andere Faktoren einen Einfluss auf die max. Größe: Größenbeschränkung
    Um auf der "sicheren" Seite zu sein, wird bei uns für mbox-Dateien eine max. Größe von 800 MB - 1 GB empfohlen, wobei der Posteingang möglichst leer sein sollte (Komprimieren nicht vergessen!).

  • Hallo,


    noch eine kleine Ergänzung


    Mein Provider stellt mir insgesamt mehrere GB zur Verfügung für die Postfächer.

    Das genannte Größenlimit betrifft natürlich nur die lokalen mbox-Dateien, die der TB im Dateisystem anlegt, also den Lokalen Ordner, die POP-Konten sowie die Dateien, die offline bereitgehalten werden.
    Für die Ordner auf dem IMAP-Server gilt das nicht, denn das sind ja keine mbox-Dateien. Wenn man jedoch ein Mindestmaß an Ordnung haben möchten, wirft man auch dem Server nicht alles in einen Ordner sondern legt sich Unterordner an.


    Gruß


    Susanne

  • Hi,


    Diese Aussage:

    Für die Ordner auf dem IMAP-Server gilt das nicht, denn das sind ja keine mbox-Dateien.

    gilt aber nur so lange, wie der User die (IMHO für stationär an einer zeitgemäßen Internetverbindung betriebene Rechner sinnfreie) Option des "Lokalen Bereithaltens der Mails ..." nicht aktiviert hat.
    Ist diese Option aber aktiviert (und das ist leider per default so), dann werden auch bei IMAP entsprechend große Mbox-Dateien "gezüchtet".



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • gilt aber nur so lange, wie der User die (IMHO für stationär an einer zeitgemäßen Internetverbindung betriebene Rechner sinnfreie) Option des "Lokalen Bereithaltens der Mails ..." nicht aktiviert hat.

    Das ist richtig. Deshalb schrieb ich:


    betrifft [...] den Lokalen Ordner, die POP-Konten sowie die Dateien, die offline bereitgehalten werden.