Mails aus manuellem Restore-Backup erscheinen nicht in Thunderbird

  • Um Rückfragen vorzubeugen, bitten wir um folgende Angaben:

    • Thunderbird-Version: 60.5.1
    • Betriebssystem + Version: WIN 10 Pro / 10.0.17763 Build 17763
    • Kontenart (POP / IMAP): IMAP
    • Postfach-Anbieter (z.B. GMX): STRATO
    • Eingesetzte Antiviren-Software: MS Defender
    • Firewall (Betriebssystem-intern/Externe Software):
    • Router-Modellbezeichnung (bei Sende-Problemen):


    Aus eigenem Verschulden habe ich mir über die Client-Seite im TB alle Mails älter wie 90 Tage gelöscht.


    Ich hatte tatsächlich überlesen, dass es in den "Konten / Servereinstellungen & Synchronisation" um ALLE Mails ging, lokal wie serverseitig und dies mit dem Papierkorb-Vorhaltezeit verwechselt. :wall:


    Mittlerweile hatte TB wegen der Standardeinstellung der Komprimierung ab 20 MB auch diese durchgeführt und damit die Löschung ausgelöst!


    Die Einstellung habe ich wieder zurückgenommen und die Komprimierung ausgeschaltet, damit dies nicht nochmal vorkommt.


    Mit RECUVA habe ich jetzt den TB-Profile-Ordner mit einem Tiefenscan ausgelesen und auch diverse Mails wiederentdeckt. RECUVA hat dies auch mit der Ordnerstruktur des Profile-Ordner zurückgespielt.


    Das TB-Profil mit den verkümmerten Mails (es waren ziemlich viele, die jetzt geslöscht sind!) habe ich bereits extern gesichert, sodass ich mit einer manuelle Kopie der Daten aus der RECUVA-Sicherung in das bestehende Profil eigentlich die Mails wieder zurückholen wollte. Das passiert allerdings nicht. Wenn ich z. B. einen Unterordner in der zurückgespielten Ordnerstruktur aufmache, sehe ich aber wesentlich mehr Mails, als jetzt im Thunderbird.


    Gibt es eine Möglichkeit oder ein Tool oder ein Addon, mit dem man Mails aus einem Thunderbird-Profil (selbst wenn es das eigene ist) wieder in meine laufendes Profil integrieren kann?


    Den Tipp, dass man ggf. in "Profil/.../Mails/Local Mails" einen gesicherten Ordner reinkopiert habe ich versucht, zeigt aber keine Ordner in Lokale Ordner im Client.


    Letztlich geht es um die Frage, ob man von einer Desktop-Profil-Sicherung nach Löschung der IMAP-Mails diese wieder zurückspielen kann bzw. eine Desktop-Server-Synchronisation erfolgen kann? Der andere Weg ist ja der üblichste. Ganz kurz: ich möchte möglichst viele alte Mails in irgendeiner Form wieder lesbar bekommen und optimaler Weise ins Thunderbird-Mail zurückspielen.


    Vielen Dank für die Hilfe und Tipps vorweg.

    :thumbup:

  • graba

    Approved the thread.
  • Wenn ich z. B. einen Unterordner in der zurückgespielten Ordnerstruktur aufmache, sehe ich aber wesentlich mehr Mails, als jetzt im Thunderbird.

    Was hast Du innerhalb Thunderbirds bisher für ein Speicherformat für die Mails verwendet? Mbox oder Maildir? Wenn Du es nicht weist, dann war es Mbox. Im Fall von Mbox würdest Du im Dateisystem keine einzelnen Mails (an den entscheidenden Stellen) sehen, da für jeden Ordner bei Mbox jeweils "nur" eine Datei mit den eigentlichen Mails existiert. Diese jeweils eine Mbox-Datei hat den Namen des jeweiligen Ordners OHNE sonstige Endung am Dateinamen. Vielleicht hat Recuva Dir eine alte Version der Dateien wieder hergestellt (was ich aber bezweifle). Du kannst versuchsweise innerhalb Thunderbirds mal bei den relevanten Ordnern per Rechtsklick auf die jeweiligen Ordner → Eigenschaften → Reparieren ausprobieren. mal schauen was er danach für Inhalte anzeigt.

  • Hallo Marc_M,


    ist denn die Aufbewahrunsgfrist des Papierkorbs auch schon überschritten oder liegen die gelöschten Mails evtl. noch auf dem Server im Papierkorb? Verschieben zurück in den Posteingang dürfte ggf. die mit Abstand einfachste Lösung sein ....


    Die Wiederherstellung aus den mbox-Dateien dürfte spannend werden: durch die Komprimierung wurden diese physisch verkleinert - und den dadurch auf dem Datenträger frei gewordenen Platz hast du schlimmstenfalls mit der Kopie des Profils bzw. dem Restore aus der Datensicherung neu beschrieben.


    MfG

    Drachen

  • Vielen und herzlichen Dank vorab.

    Ich hatte noch keine Benachrichtigungen hier eingeschaltet, daher bitte ich meine verzögerte Rückmeldung zu entschuldigen.


    Thunder :

    RECUVA hat tatsächlich die Ordnerstruktur des Pofile-Ordners nachgebildet und dort gibt es ".mozmsgs"-Ordner innerhal des IMAP-Mails-Ordner. Diese Datensicherung bzw. Ordnerstruktur war auch Teil meiner Idee, diese Ordner einfach in ein andere Profil zu transportieren.


    In der TB-Profil-Datensicherung wiederum kann ich direkt meine Ordnerstruktur aus TB erkennen und wiederum eine Ebene tiefer erscheinen dann Mail-Dateien (?) mit ".wdseml"-Endung.

    Das Kopieren in ein extra erzeugtes Profil und Nutzung des TB-Profilmanagers zeigt(e) diese Mails aber nicht mehr an.


    Reparieren hat leider nichts mehr gerettet, weil ich nicht nur blöderweise in den Optionen die falsche "Löschfunktion >90 Tage" aktivierte, sondern später auch noch komprimiert hatte. Das wurde hier in einem Beitrag als gefährlich benannt, weil dann wohl nichts mehr zurückzuholen sei. Drachen hat es gerade angehängt in seinem Posting.


    Drachen :

    So siehts leider wohl aus. Erst kam bei mir kurze Blödheit und dann auch noch Pech dazu. Könnte mich in den A**** beißen dafür. Obwohl ich mich eigentlich als recht erfahrenen TB-Nutzer betrachte. Naja, ist halt: :wall::motz:


    Derzeit frage ich noch bei meinem ISP (Strato) nach, ob die ggf. Schattenkopien vom Mailserver vorhalten. Eigentlich müssten die dies ja machen, falls die einmal gehacked oder sonstwie kompromittiert werden und die neue DSGVO sollte eigentlich den Serviceanbieter für solche Szenarien seine Mailserver archivieren lassen. Auch wenn ich jetzt wegen eigenen Verschuldens die Mails ins Nirwana geschickt habe, will ich zumindest die Hoffnung nicht ganz aufgeben.


    Klar ist auch, ich habe "natürlich" vergessen die alten Mails einfach mal lokal zu sichern oder das TB-Profil.

  • dort gibt es ".mozmsgs"-Ordner

    Nein, da sind nicht die eigentlichen Mails drin - auch wenn es so aussieht.

    Mail-Dateien (?) mit ".wdseml"-Endung

    Nein, das sind auch nicht die eigentlichen Mails. Dies ist nur ein Hilfskonstrukt für die Windows-Suche-Integration.


    Du musst nach den Dateien schauen, die jeweils den Namen Deiner Ordner in der Struktur haben. Diese Dateien OHNE Endung, sind die Mbox-Dateien, mit den Mails. Davon gibt es pro Ordner EINE Datei.


    Reparieren hat leider nichts mehr gerettet,

    Es sollte auch nichts retten. Falls Recuva Die Mbox-Dateien wieder brauchbar hergestellt hat, dann weis Thunderbird davon erstmal noch nichts. Er weis nicht, dass in den Mbox-Dateien auf einmal wieder die neuen/alten Mails drin sind, da in seinem Index pro Ordner (das sind die *.msf-Dateien) die ganzen wiederbelebten Mails nicht drin stehen. Diesen Index pro Ordner kann man mit "Reparieren" wieder neu erstellen lassen. Anschließend stehen im Index also wirklich die Mails, die auch wirklich (noch oder wieder) in den Mbox-Dateien vorhanden sind. Mehr macht "Reparieren" nicht. Es baut nur den Index korrekt neu auf (und entfernt dabei womöglich auch Karteileichen, die gar nicht mehr in den Mbox-Dateien verfügbar sind).


    sondern später auch noch komprimiert hatte. Das wurde hier in einem Beitrag als gefährlich benannt

    Das kann und darf man so pauschal nicht sagen. Das sogenannte "Komprimieren" bereinigt die Mbox-Dateien und entfernt daraus die Mails, die man zuvor eigentlich schon gelöscht hat, die technisch aber in den Dateien noch drin sind/waren. Das muss man ab und zu machen (bzw. die Automatik macht es im Hintergrund), da sonst die Mbox-Dateien unendlich groß werden, obwohl vielleicht nur (noch) eine Mail drin sein sollte. In Deinem Fall, hat das "Komprimieren" halt zu einem blöden Zeitpunkt stattgefunden, wo Du schon (im Grunde durch Fehlbedienung bzw. falsche Einstellungen) in Not geraten bist. Das war einfach Pech. Es ist aber wichtig zu verstehen, dass das (nur so genannte) "Komprimieren" technisch immer wieder mal notwendig ist, da es sonst ebenfalls zu Datenverlust kommen könnte.


    und die neue DSGVO sollte eigentlich den Serviceanbieter für solche Szenarien seine Mailserver archivieren lassen

    Ähm, da hast Du aber was falsch verstanden. Die DSGVO fordert (personenbezogen) Datensparsamkeit, und dass Daten nur bei berechtigtem Interesse gespeichert werden. Das bedeutet, dass die Chancen auf (vollständige) Backups womöglich sogar geringer sind als früher.

  • Hallo Thunder,


    herzlichen Dank für die Einblicke. Man lernt nie aus.


    Die Ordnerstruktur habe ich jetzt verstanden. In meinem ZIP-Archiv gibt es tatsächlich direkt unterhalb der Ordner (wdseml) tatsächlich noch eine ganze Reihe an Dateien ohne Endungen und einige mit den von dir genannten .msf-Endungen. Bei einem Ordner habe ich jetzt auch gesehen, dass dieser allerdings doppelt vorhanden ist und eine Zifferfolge erhalten hat, obwohl dieser im TB-Client nur einmal vorhanden sein sollte.


    Screenshot habe ich hier angefügt:


    Wegen der DSGVO wollte ich nur darauf hinaus, dass Strato eigentlich als ISP auch Notfallroutinen vorhalten muss, welche im Sinne des Datenschutzes greifen sollten. Mag ja sein, dass die mal Opfer einer Hackerattacke werden und dann sollten die normalerweise über Sicherheitskopien verfügen. Ob sie diese pro User oder insgesamt anlegen, ist natürlich ein ganz anderes Thema. Aber fragen kostet ja nichts und letztlich ist jede wiederhergestellte Mail ein Segen. Klassiker aus dem Bereich "Datenverlust". ;-)

  • welche im Sinne des Datenschutzes greifen sollten

    Das ist hier zwar weitgehend Offtopic, aber die DSGVO dient einem anderen Datenschutz im Vergleich zu einem Backup.


    Die Dateien mit dem angehängten "-Ziffer" können theoretisch von Thunderbird selbst schon angelegt worden sein; sie könnten aber auch ein Produkt von Recuva sein, was ich aber nicht beurteilen kann.


    In den Ordnern mit der Endung "*.sbd" befinden sich dann übrigens die Unterordner (und somit deren Mbox-Dateien) der jeweiligen Ordner.

  • Ich habe mir meine Backups nochmal angeschaut und letztlich dürften die Mails verloren sein. Mit einem weiteren RECUVA-Suchlauf und bei genauer Betrachtung der Ergebnisse, wird es vermutlich sowohl Zeit und Mühe kosten, wenn ich irgendwie an die alten Dinge rankommen will. Selbst die Wiederherstellung hatte Probleme, weil die Dateinamenlänge zu lang wurde.


    Es bleiben wohl nur zwei Varianten übrig: entweder müsste ein Profi sich auf meinen Rechner aufschalten (via Webmeeting/Desktop-Sharing) und gucken, ob noch was zu holen ist (spart dann Sucherei und Zeit) oder es meldet sich ggf. Strato zurück und sagt, dass die Mailserver-seitig tatsächlich irgendeine Form der Sicherungskopie haben.


    Doof ist, dass meine Webseiten tatsächlich automatische Backups erhalten und ich hier aber keine solche Funktionen bei deren Webmail-Service erkennen konnte. Wer weiß, wäre vielleicht auch ein tolles Produkt zum Vermarkten und dafür zahle ich auch gerne.


    Es gilt der alte Spruch in der Beratung: "Lernen durch Schmerz!" - bei mir die Mailhistorie der letzten Jahre nun weg, aber ich lebe noch und stelle mich dann den Herausforderungen.


    Herzlichen Dank.


    Offtopic DSGVO:

    Ich schaue mal nach, ob eine konsistente Backup-Strategie nicht bei ISPs oder externen Anbietern von Cloud-Services nicht auch in den Bereich DSGVO fallen dürfte. Letztlich kann ich mich daran erinnern, dass vor Jahren Googlemail enorme Probleme hatte, weil die irgendeinen Datenbank-Schmus hatten. Dann konnten sie einiges aus deren Backups zurückholen für ihre Kunden. Gleiches Thema sind momentan auch die Probleme bei Office365 und Microsoft; dort waren Firmware-Updates in der Hardware eines Netzwerkpartners für möchtig Trouble zuständig. Meine Einschätzung wäre daher, dass ist in der Tat DSGVO-relevant, weil es hier nicht nur um Datensparsamkeit geht (bin ich absolut bei dir Thunder ) sondern auch um Datensicherheit der von mir überlassenen Daten auf externen virtuellen und körperlichen Servern, welche ich ja sozusagen als Kunde gemietet habe. Sonst könnte ich mir ja auch gleich zu Hause einen eigenen Mailserver hinstellen. ;-)

  • Offtopic DSGVO:

    Du bringst anscheinend die Begriffe Datenschutz, Datensicherheit, und Datensicherung durcheinander.


    Aus der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/…icherheit#Datensicherheit

    Quote

    Datensicherheit ist ein häufig mit dem Datenschutz verknüpfter Begriff, der von diesem zu unterscheiden ist: Datensicherheit hat das technische Ziel, Daten jeglicher Art in ausreichendem Maße gegen Verlust, Manipulationen und andere Bedrohungen zu sichern. Hinreichende Datensicherheit ist eine Voraussetzung für einen effektiven Datenschutz. Das BDSG nennt den Begriff der Datensicherheit lediglich in § 9a im Zusammenhang mit dem ebenfalls nicht näher definierten „Datenschutzaudit“.


    Datensicherung ist ein Synonym für das englischsprachige „Backup“ (dt. Sicherung), es war der ursprüngliche gesetzliche Begriff für Datensicherheit.


    Beim Datenschutz geht es nicht um den Schutz von allgemeinen Daten vor Schäden, sondern um den Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch („Datenschutz ist Personenschutz“).


    Du kannst davon ausgehen, dass Strato Backups erstellt. Wenn du dich beeilst, haben sie es sogar noch. Ewig bewahren sie die nicht auf.


  • Hallo zusammen,


    mittlerweile hat sich STRATO gemeldet und die Aussage ist an Klarheit nicht zu überbieten. :(


    Sie erstellen (angeblich) keine Backups von den Mailservern Ihrer Kunden! Ich solle mich in den Strato-Communicator einloggen und dann dort noch alles kopieren oder verschieben, was möglich sei. Leider gar nicht witzig, da ich ja mit IMAP arbeite und der Löschbefehl schon durchlief.


    Naja, ein Gutes hat es jetzt auch. Meine Postfächer sind jetzt DSGVO-konform bereinigt und datensparsam befüllt.

    :/;)


    Vielen Dank und herzliche Grüße aus Bayern

    Marc

  • Ich sichere meine Mails regelmäßig mit Mailstore Home. Sollte ich dann aus Versehen eine oder mehrere Mails ins Nirwana schicken kann ich sie problemlos aus Mailstore Home heraus wieder in TB importieren.


    Das wäre vielleicht auch für Dich eine Option für die Zukunft.