Migration Daten einer alte TB-Version auf 78.6 unter Ubuntu 20.04

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  • Hallo Miteinander,


    nach einem Rechnercrash konnte ich zum Glück die Daten einer alten TB-Version auf einen Stick retten. Unter dieser alten Version konnte man sein Profil und die darin enthalten Daten und .thunderbird kopieren und über den Profilmanager sein Profil wieder aktivieren. In der neuen 78.6 Version finde ich nun zwei Verzeichnisse mit Profilen:

    • ~/snap/thunderbird/common/.cache/thunderbird/...
    • ~/snap/thunderbird/common/.thunderbird/....

    Das Verzeichnis ~/.thunderbird ist nicht mehr verfügbar. Welche Version vor dem Crash auf der Maschine war kann ich nicht mehr aussagen. Da die Installation im Mai auch auf einem Ubuntu 20.04 stattfand, gehe ich von einer der letzten Versionen vor der 78. aus.


    Aus der vorhandenen Sicherung (eigentlich eine Kopie) benötige ich noch die lokalen Ordner und das Adressbuch. Die eingesetzten 4 Konten lassen sich sehr schnell in der neuen Version anlegen.


    Gibt es eine Möglichkeit, die beiden Datenpakete in ein neues System zu holen, ohne das alte und damit wahrscheinlich auch inkompatible Profil komplett zu übernehmen oder ist es möglich, doch noch mit dem alten Profil weiterarbeiten zu können?


    Über einen Hinweis, wie man mit dieser Migration umgehen kann, wäre ich sehr froh, um mein eMail-Archiv und meinen Adressenpool weiter verwenden zu können.

  • Hallo PMan,


    prüfe bitte mal in den geretten Profildaten auf Vorhandensein von Dateien wie abook.sqlite oder eben abook.mab. Ersteres spräche für ein bereits auf 78.x aktualisiertes Profil, letzteres für ein noch unter der Vorversion von Thunderbird genutztes Profil.


    ~/snap

    Das ist sicher Ansichtssache, aber ich würde das Snap-Zeugs rauswerfen und stattdessen ein richtiges Repo einbinden oder direkt die Pakete von Mozilla installieren.


    Bei den Adressbüchern muss man jetzt erst mal schauen, in welchem Format die bei Dir vorliegen. Die Übernahme ist dann mit der passenden Thunderbird-Version kein Problem.


    Auch die Lokalen Ornder können selektiv in ein neues Profil übernommen werden. Bei einem zuvor grundsätzlich neu eingerichteten Profil dann einfach den Inhalt von ...\Profiles\<xxxxxxxx>.default-release\Mail\Local Folders ersetzen.


    Gruß

    Sehvornix

  • Hallo Sehvvornix,


    vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich habe ein wenig weitergesucht und herausgefunden, dass es sich bei dem zerstörten System um eine 68 Version gehandelt haben muss (abbok.map). Ich habe noch eine 60.09.1 Version auf einem alten Windows-Rechner funktionsfähig, die allerdings einen alten Datenbestand aufweist. Die Idee ist, die aktuelleren Daten aus dem gecrashten System in diese 60.09.1 Version einzuspielen und dann dieses System nach und nach auf die neueste Version zu migrieren. Das Ganz lässt sich natürlich nur durchführen, wenn die Datenkompatibiltät zwischen den beiden Versionen auch abwärts gewährleistet ist. Kannst Du dazu eine Aussage machen?


    Die Datenablage in Unterverzeichnissen von Snap gefällt mir persönlich auch nicht besonders. Allerdings handelt es sich derzeit ja auch noch um eine Originalinstallation ohne Änderungen. Die beiden Pfade lassen sich in Thunderbird ja auch noch verändern. In dem Zusammenhang stellt sich allerdings noch die Frage, wofür genau das cache-Verzeichnis da ist.

  • Die Datenablage in Unterverzeichnissen von Snap gefällt mir persönlich auch nicht besonders.

    Eine Snap zu benutzen bringt neben ein paar Vorteilen auch einige Nachteile mit sich, deren man sich bewusst sein sollte. Darüber solltest du dich zunächst einmal informieren. Ich habe nämlich den Eindruck, du weißt nicht, welche Unterschiede damit einhergehen. Snaps werden z.B. in einer Art VM ausgeführt und haben nur sehr limitierten Zugriff auf Dateien. Deshalb befindet sich das Profil auch nicht mehr unter ~/.thunderbird, weil eine Snap dort zunächst einmal keinen Zugriff hat.


    Ein anderer Punkt ist z.B. der, dass über die Repos von Ubuntu nach wie vor noch die Version 68 verteilt wird. Dort ist man bisher ganz bewusst noch nicht auf die 78 gegangen. Das bedeutet, dass du ohne die von Hand installierte Snap noch mit der Version 68 unterwegs wärst und somit auch kein Kompatibilitätsproblem hättest.

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)

  • Hallo PMan,


    schauen wir mal, was sich wie auseinandersortieren lässt.

    ... dass es sich bei dem zerstörten System um eine 68 Version gehandelt haben muss (abbok.map). Ich habe noch eine 60.09.1 Version auf einem alten Windows-Rechner funktionsfähig ...

    Dazu kannst Du jeweils in den betreffenden Datenbeständen in der Datei compatibility.ini genau nachschauen, zu welcher Version von Thunderbird die Daten passen. Da steht dann sowas wie LastVersion=78.6.0_20201211152611/20201211152611 drin (Beispiel aus einer compatibility.ini hier auf meinem PC).


    Wenn Dir nun auch noch ein Windows-PC für gewisse Arbeiten zur Verfügung steht, kannst Du sehr gezielt installieren und upgraden, um Deine vorhandenen Profildaten auf den erforderlichen Stand zu bringen. Das geht damit denke ich flexibler, als unter Ubuntu (noch dazu mit Snap) auf eine ältere Thunderbirdversion downzugraden.


    Quelle für alle Versionen von Thunderbird: https://archive.mozilla.org/pub/thunderbird/releases/


    Damit Dir der automatische Updateprozess nicht dazwischen funkt, würde ich außerdem noch empfehlen, den Windows PC vor dem nächsten Einschalten zunächst vom Internet zu trennen um die Updatefunktion zu deaktivieren. Ansonsten aktualisiert sich Thunderbird möglicherweise ganz fix bis zur 78.6.0 durch, ohne dass Du großartig Einfluss darauf hast. Das würde aktuell in Deiner Lage nur weitere Probleme mit sich bringen.

    In dem Zusammenhang stellt sich allerdings noch die Frage, wofür genau das cache-Verzeichnis da ist.

    Übersetzung 'Cache': Puffer, Zwischenspeicher. Das Verzeichnis nutzt Thunderbird zu Laufzeit zum Puffern und Zwischenspeichern bestimmter Daten. Kannst Du für Deine Angelegenheiten aber komplett ignorieren. Kann man auch getrost löschen - wird dann mit dem nächsten Start von Thudnerbird neu aufgebaut.

    ~/snap/thunderbird/common/.thunderbird/....

    Da ist doch der Ornder .thunderbird. Zwar nicht an der Stelle, wo er normalerweise ohne die Snaps auftauchen würde, aber grundsätzlich doch da. Somit hast Du den Speicherort, auf den sich Deine nächsten Schritte richten sollten. Allerdings wird es wohl nicht klappen, ein .thunderbird-Verzeichnis aus einer Konstellation ohne Snap auf ein .thunderbird-Ordner unter den Bedingungen von Snap zu kopieren. Da dürften dann doch einige Unterschiede Probleme verursachen.


    Dein Vorgehen könnte nun so aussehen: zunächst mit Hilfe des alten Windows PC eine Thunderbirdumgebung herstellen, in dass sich die vorhandenen 'vor-78.x'-Daten übernehmen und prüfen lassen. Dann dort weiter aktualisieren bis Du bei derselben Version angekommen bis, die unter Ubuntu 20.04 läuft. Dann partielle Migration von ausgewählten Dateien aus dem unter Windows laufenden Profil in das Profil unter Ubuntu. Konkret die Inhalte von Local Folders und die Datei abook.sqlite. Falls Dir nicht noch andere Daten wichtig sind, sollten die weiteren Dinge nicht übernommen, sondern unter Ubuntu neu eingerichtet (Filter) oder installiert (Add-ons) werden.


    Für den Inhalt von Local Folders ist mir kein Zusammenhang zur Thunderbirdversion bekannt (1. Da ist nichts zu beachten. Der wesentliche Unterschied zwischen den Versionen liegt hier für Dich bei den Adressbüchern und der Konvertierung der abook-x.mab in abook-x.sqlite. Da kennen wir bisher noch keinen anderen Weg, als dass Thunderbird das selbst implizit bei einem Upgrade von der Version 68.x. auf die Version 78.x durchführt. Ansonsten sind derzeit nur mehr oder weniger komplexe Workarounds mit vorher durchgeführten Exporten als csv oder vcf oder auf einen CardDAV- oder LDAP-Speicher mit anschließendem Reimport hier im Forum bekannt. Das wird dann schnell eine Frage von 'Wie viele Kontakte sind es denn?'.


    Kopieraktionen von Datein in ein Thunderbird-Profil natürlich immer bei geschlossenem Thunderbird.


    Wichtig ist für das Adressbuch, dass auf dem Zielsystem das Profil schon laufen sollte und ein Adressbuch zumindest als Platzhalter bereits existiert. Dann lässt sich die dadurch im Profil entstandene abook-x.sqlite durch die aus der Quelle ersetzen.

    Die Datenablage in Unterverzeichnissen von Snap gefällt mir persönlich auch nicht besonders. Allerdings handelt es sich derzeit ja auch noch um eine Originalinstallation ohne Änderungen. Die beiden Pfade lassen sich in Thunderbird ja auch noch verändern.

    Das solltest Du bei einer mittels Snap gewartete Installation von Thunderbird denke ich nicht tun! Den Grund hat Susanne bereits genannt.


    Gruß

    Sehvornix


    1) Ich gehe davon aus, dass Du bisher das mbox-Format (1 Datei pro Mail-Ordner) nutzt und nicht auf maildir (1 Datei pro Mail) umgestellt hattest. Falls doch, sollte sichergestellt sein, dass bei der Neueinrichtung die gleichen Einstellungen wie in der vorherigen Konfiguration getroffen wurden.

  • Hallo Ihr Beiden,


    neue Lage: auf dem alten Windowsrechner sind inzwischen alle aktuellen und alle archivierten eMails angekommen. Ich habe wieder ein vollständiges System, nur auf dem falschen Rechner. Thunderbird weist inzwischen die Version 78.6.0 auf, was nicht zu vermeiden war, da das System derzeit mein aktuelles System ist, mit dem alle eMails ausgetauscht werden.


    Auf dem Ubunturechner ist ein Thunderbird Version 78.6.0 aus den Repository installiert mit dem Snap-System. Die Versionen stimmen jetzt schon einmal überein. Damit ist es aber nach Eurer Aussage und dem Ubuntu-Wiki nicht möglich, das Profil vom Windowsrechner einfach auf den Linuxrechner zu kopieren und die eingestellten Pfade umzubiegen.


    Gibt es ein Verfahren, ein Windowsprofil in einer Ubuntu Snap-Version einzubauen? Meine Befürchtung ist, dass die original Thunderbird-Version von der Th. Homepage eben auch eine Snap-Version ist. Ausprobiert habe ich es allerdings noch nicht.


    Gruß

    PMan

  • Auf welche Verzeichnisse eine Snap Zugriff bekommt kann der Entwickler in gewissen Rahmen festlegen. Es lässt sich wohl auch nachträglich anpassen. Damit habe ich mich aber noch nicht beschäftigt.

    Du könntest also schauen, ob Thunderbird dir Zugriff auf dein home gibt. Dazu starte den Proflmanager und versuche manuell ein Profil in deinem home anzulegen. Wenn das gelingt, kannst du das Profil vom Windows PC auf dein home übernehmen.

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)

  • Hallo Miteinander,


    sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, ich hatte einfach keine Zeit. Dennoch erst einmal vielen Dank für Eure Hilfe.


    Inzwischen habe ich Thunderbird auf meinem neuen Rechner zum Laufen gebracht. Der Weg Thunderbird auf mein Homeverzeichnis und dort auf .thunderbird, wie von Susi vorgeschlagen, umzubiegen gelang nicht, dazu fehlen die Rechte und ich wollte nicht noch mehr Zeit in die Rechteverwaltung stecken. Ich hatte auch noch die Idee, Thunderbird zu deinstallieren und direkt mit einer Version aus dem Netz zu ersetzen, habe ich nicht ausprobiert, da ich nicht wusste, ob es dann ohne snap installiert wird.

    Also habe ich die Adressbuchdateien, die Kalenderdateien und die LocalFolder übertragen sowie die Konten neu angelegt. Das hat bis auf drei kleinere Probleme funktioniert. Folgende Punkte sind jetzt noch offen:

    1. Ich habe es noch nicht geschafft, ein gemeinsames Postfach für die 4 vorhandenen Konten anzulegen.
    2. Das Adressbuch ist unvollständig. Es fehlen drei Adressbücher, obwohl abook-1.sqlite mit kopiert wurde. Das Linux-System erkennt diese Datenbank anscheinend nicht.
    3. Das gleiche Problem habe ich beim Kalender. Auch der wird vom System nicht erkannt.

    Gibt es für diese drei Probleme einen Workaround?

  • Ich habe es noch nicht geschafft, ein gemeinsames Postfach für die 4 vorhandenen Konten anzulegen.
    Das Adressbuch ist unvollständig. Es fehlen drei Adressbücher, obwohl abook-1.sqlite mit kopiert wurde. Das Linux-System erkennt diese Datenbank anscheinend nicht.

    Dazu solltest du die Suchfunktion benutzen oder jeweils ein eigenes Thema aufmachen. Vergiss dabei nicht, die Eingangsfragen zu beantworten.

    Das gleiche Problem habe ich beim Kalender. Auch der wird vom System nicht erkannt.

    Ist sogar angepinnt: Migration lokaler Kalender in ein neues Profil

    Wer wenig oder gar nichts kann, schiebt's auf den Antiviruskram.

    (Compuzius, Buch 5)