Thunderbird in der Firma einsetzen

  • Hallo Community,


    ich habe da mal eine Frage::thumbsup::thumbsup:


    Wir nutzen den Thunderbird als Standard Mailer für die Kommunikation intern sowie extern. Da ich eig. aus der Microsoft-Umgebung komme, versuche ich aktuell Funktonalitäten die, aus der Microsoft-Umgebung kenne und auch gut fand, hier mit Thunderbird auch zu konfigurieren (Kalender, Kontakte und Aufgabenverwaltung).


    Mir stellt sich aktuell die Frage, ob es technisch möglich bzw. vorgesehen ist, diese Aufgaben im Netzwerk zu "bewältigen". Als "Einzelnutzer" lokal funktioniert das ja wunderbar. Klar hier und da mal was, aber wenn alle richtig konfiguriert ist, klappt das bei mir ja auch alles. Nur halt das Teilen und Verwalten innerhalb der Firma mit anderen Kollegen finde ich aktuell schwierig bzw. umständlich. Aber vielleicht täusche ich mich.


    Also frage ist: Nutzt noch jemand Thunderbird in der Firma, wenn ja wie habt ihr die Problematiken mit dem Kalender, Adressbuch etc. gelöst?? Sollte dies eine nicht legitime frage sein, einfach wieder löschen. Auf den Informationsaustausch bin ich sehr gespannt.


    Gruß,

    jgk1991:les::les::les:

  • Mail, Kalender und Kontakte lassen sich durch Benutzung von IMAP, CalDAV und CardDav allen Benutzern zur Verfügung stellen. Das funktioniert sehr gut. CardDAV benötigt eine Erweiterung wie Cardbook.

    Soweit ich mich erinnere, habe ich hier gelesen, dass die Aufgabenverwaltung vom verwendeten Server abhängt. Manche unterstützen es, manche nicht. Das müsstest du zur Not ausprobieren.


    Andere von Outlook bekannte Funktionen, wie die Integration von Skype und Office, Free/Busy Time usw. werden nicht unterstützt.


    Vor einer Nutzung in der Firma, solltest du auch diesen Thread lesen: Riesenärger! Thunderbird hängt unbemerkt private Videos dran


    Um es richtig einzuordnen, ein Grund zur totalen Panik besteht nicht. Der Fehler tritt sehr, sehr selten auf. Aber es gibt ihn und seine Auswirkung kann gravierend sein. Du solltest das deshalb zumindest gelesen haben, bevor du den Thunderbird ausrollst. Wenn man auf die dort genannten Punkte achtet, lässt sich der Fehler wohl komplett vermeiden.

  • Aus meiner Sicht hängt das Setup stark von der Größe der Firma ab.


    Wenn die Firma effektiv aus einer Handvoll Menschen besteht, die keine weitergehenden IT-Kenntnisse haben: IMAP für Mails beim bestehenden E-Mail-Provider. Solange man auf einen direkten Zugriff auf die Kalender und Adressbücher von außerhalb des Firmennetzwerks verzichten kann, kann man diese direkt im Netzwerk synchronisieren. Ich entwickle dafür GeneralSync, damit lassen sich auch Android-Geräte anbinden. So kann man z.B. über ein Smartphone den eigenen Kalender auch mit einem heimischen PC abgleichen, ohne dass die Daten durch das Internet müssen. Eine direkte Synchronisation über das Internet ist aber derzeit nur mit aufwändiger Konfiguration möglich. Aufgaben werden noch nicht unterstützt.


    Wenn direkter, weltweiter Zugriff auf die Daten zwingend notwendig ist: die derzeit einfachste Variante sind Dienstleister, die im Internet Cal- und CardDAV-Serverkapazität vermieten. Diese Dienstleister haben dann zumindest zeitweilig Vollzugriff auf alle bei Ihnen gespeicherten Daten. Wichtig ist daher – wie auch bei E-Mail-Providern – ein schriftlicher Vertrag zur Auftrags(daten)verarbeitung, der mit eurer Datenschutzerklärung kompatibel ist. Scheinbar kostenlose Angebote sind daher in aller Regel nicht legal nutzbar. Für etwaige Informations- und Dokumentationspflichten ggf. mit einem Juristen Rücksprache halten.


    Wenn eine eigene IT-Abteilung und eigene Server vorhanden sind: Thunderbird verbindet sich direkt mit dem firmeneigenen Mailserver (i.d.R. via IMAP), der direkt oder indirekt auch Kalender und Adressbücher verwaltet (i.d.R. via CalDAV und CardDAV). Wir hatten kürzlich eine Diskussion um die Details für manche Komfortfunktionen, aber kompetente Administratoren sollten das in ein paar Wochen aufgesetzt bekommen und auch mit der regelmäßigen Wartung nicht überfordert werden. Eventuell ist die Infrastruktur sogar schon vorhanden und wird nur nicht genutzt.

  • Vielen Dank für das Feedback!


    Das Unternehmen in dem Ich tätig bin, nutzt seit Zeiten nur den Thunderbird!


    Wir haben einen POSTFIX (IMAP) mit einem WebMail Addon. Für Kalender und Termine nutzen wir die ownCloud. Mit dieser Systemlandschaft haben wir die Möglichkeit Email, sowie Kalender auch außerhalb der Firma zu nutzen.


    Die aktuelle Abteilung besteht aus 2 sehr sehr Erfahrenen Mitarbeitern die sehr viele "Tricks" auf Lager haben und vieles "einfach" umbiegen können und zwei Berufseinsteiger. IT-Administrator und ein Wirtschaftsinformatiker-Quereinsteiger.


    Da die älteren Herren bald in Rente gehen, sind wir aktuell nicht sicher, wie wir uns in Zukunft aufstellen sollen. Viele Mitarbeiter sind mit dem aktuellen System unzufrieden, was ich bei vielen Dingen auch verstehen kann. Interne Kommunikation, Terminfindung, organisatorische Aufgabenverteilung, ... alles Dinge, die vielleicht neue Mitarbeiter bei Ihrem vorherigen Arbeitgeber mit Outlook und Windows Exchange Server geregelt hatten. Im End-Effekt bin auf der suche nach Möglichkeiten, wie ich die gleiche Funktionalität hier im Unternehmen gewährleisten kann. Da unser IT-Leiter mit Windows- Produkten nicht viel anfangen kann/will, weiß ich halt, nicht ob es eine bereits falsche "Ideologie" ist oder ob es objektiv wirklich einfach Preiswerter ist und man nur "aktiver" nach richtigen Lösungen suchen muss, um die gleiche Funktionalität zu haben.


    Ich hoffe das man meinen Text und die Situation so verstehen kann.



    Gruß,

    jgk1991

  • Hallo jgk,


    abseits jeglicher Ideologie und auch plattformabhängig kann ich nur dazu raten, dass die vor dem Ruhestand stehenden älteren Herren die sicherlich vorhandene Dokumentation eurer Konstruktion durchsehen und ergänzen. Das fängt mit der Zielstellung an, lässt limitiernde Faktoren (wie die Windows-Abneigung des IT-Leiters, kann man ja anders formulieren *g*) nicht aus und beschriebt schließlich die verwendeten Kompontenen, ihre Konfiguration und alle Schnittstellen. Dokumentation ist der ungeliebte Teil unserer Arbeit, aber selten wichtiger als beim Ausscheiden von verantwortlichen Mitarbeitern für so eine Eigenbau-Lösung. Eigenbau finde ich dabei keineswegs falsch und meine es auch ausdrücklich nicht abwertend, sondern ich möchte damit lediglich den höheren Dokumentationsaufwand gegenüber Lösungen "von der Stange" betonen.


    Die Nachfolger müssen das Konstrukt verstehen und ggf. pflegen können, andernfalls wird es die Senioren nicht sehr lange überdauern. Und wenn das Festhalten an der jetzigen Lösung kein Dogma ist, wird für einen möglichst sanften Umstieg wiederum die Dokumentation benötigt und/oder gute Kenntnisse der jetzigen Komponenten, denn ggf. will man ja E-Mails und Kalender usw. in ein Folgesystem übernehmen ....


    Nebenbei könnt und solltet ihr auch mal die Kritik am aktuellen System genauer betrachten und die konkreten Punkte aus der diffusen Unzufriedenheit herausfinden, der eine oder andere Puntk gehört sicherlich mit ins Pflichtenheft rein, wenn ihr euer System erweitern, umbauen oder ablösen wollt.


    Inhaltlich kann ich dir leider keine Hilfstellung geben, denn wir verwenden keinen Thunderbird in der Firma, sondern Windows und Exchange-Server und Outlook als Client für eine vierstellige Anzahl von Nutzern, die an mehreren Standorten im Landkreis sitzen, überwiegend mittels Thin Clients an einer Citrix-Terminalserverumgebung. Das Teilen von Mails, Terminen und Kontakten und noch ein paar mehr Sachen ist mit so einer "integrierten" Lösung kein Problem. Zudem hat Ruhezone schon die richtigen Stichworte/Begriffe wie IMAP, CalDAV und CardDAV genannt, dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen.


    MfG

    Drachen

  • Im End-Effekt bin auf der suche nach Möglichkeiten, wie ich die gleiche Funktionalität hier im Unternehmen gewährleisten kann.

    Siehe #2. Eine gleichwertige Integration in Office und Skype, Terminfindung über das Anzeigen der Busy/Free-Zeiten usw. wirst du nicht hinbekommen.


    Die wichtigsten Dinge, eben Mail, Kalender und Adressbücher, funktionieren aber. Die Kostenersparnis (Lizenzen, Hardware, Administrationsaufwand) kann u.U. sehr hoch sein. Das sollte ebenfalls im Interesse der Mitarbeiter sein und rechtfertigt vielleicht den einen oder anderen Verlust an Komfort.

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Meinungen und Ratschläge. Viele Dinge die Ihr erwähnt habt sehe ich ähnlich :D.

    Die Kostenersparnis (Lizenzen, Hardware, Administrationsaufwand) kann u.U. sehr hoch sein. Das sollte ebenfalls im Interesse der Mitarbeiter sein und rechtfertigt vielleicht den einen oder anderen Verlust an Komfort.

    Da ist ja auch aktuell der einer der größte Knackpunkte. Das ist es leider aktuell nicht. Dies will das ja auch ändern, in dem ich versuche einen guten "Dienstleister" abzugeben und die Bedürfnise der Mitarbeiter ernstzunehmen (Zeinaher Support und aktive Schlungen (Tools und Tricks von dem Thunderbird). Viele Dinge gehen ja auch mit dem Thunderbird, sie funktionieren halt nur nicht so wie erwartet "Outlook". Ein großer Knackpunkt ist halt die Fehlende Information Busy/Freezeiten. Intern haben wir es jetzt so geregelt bzw., eine Versuchs Abteilung (5 Mitarbeiter), wo jeder Mitarbeiter die Konten der anderen Kollegen bei sich eingetragen hat. Da wird es halt schwierig die ganze Firma mit zu vernetzen. Ca 140 Büroarbeitsplätze :D.


    Deswegen belästige ich euch ja auch damit so stark. Nimmt es mir nicht übel. Vielleicht werde ich auch ein sehr aktives Mitglied dieser Community, da ich mich ja aktuel täglich mit den Problematiken des Thunderbird beschäftige.



    Vielen vielen Dank für die Kommentare!


    Gruß,

    Jamin

    Edited once, last by jgk1991 ().

  • Hi,

    wir verwenden seit Jahren für Server und Desktop-Bereich Debian Linux. Ebenfalls ohne Ideologie: das läuft wirklich wartungsarm, reibungslos & sicher bei uns ab (obwohl so manche Gnome-Version uns das Arbeiten nicht unbedingt erleichtert :-) ).

    Wir verwenden übrigens für Groupware Horde und Nextcloud (owncloud lief nicht so gut). Es ist also nicht nur unser Steckenpferd, eine Büroarbeitsumgebung basierend auf Linux (und ein bisschen Windows ;-)) zu realisieren.
    Was uns aber bislang fehlte: eine vernünftige Office-Software (dürften wir jetzt gefunden haben) und ein wirklich brauchbarer Email-Client(!), der sowohl unter Linux & Windows läuft und die den Mitarbeitern zumutbar sind. Die letzten Tests mit Thunderbird haben aber recht gut ausgesehen.

    Eine Frage bzgl. Spenden: als (kleine) Firma würden wir ja gerne nützliche Addons unterstützen. Aber die übliche Spendenprozedur (jedem Addon-Entwickler eine Gabe) ist für Unternehmen ziemlich unpraktisch. Weil es kommen viele Kleinbeträge zusammen, die man in Österreich (im Gegensatz zu Deutschland, Schweiz?) nicht als gemeinnützige Spende absetzen kann - das muss sowieso noch geändert werden. Das behindert aber die Unterstützung von sinnvollen Softwareprojekten.
    Vielleicht habe ich es nur nicht gesehen: kann man nicht für Thunderbird-Addons eine Spendenplattform gründen, die man als gemeinnützig anmeldet bzw. bei der sich Addon-Entwickler anmelden können? Dann können Firmen einen vernünftigen Betrag spenden und (optional) angeben, auf welche Addons die Spende (hauptsächlich) verteilt werden sollte. Damit kann man sich intern auch einen Verteilungsschlüssel festlegen. Addons-Entwickler, die sie nicht anmelden möchten, können ihre Spenden ja wie bisher lukrieren.
    Ein Beispiel: um TB für unsere Zwecke sinnvoll nutzen zu können, benötigen wir aktuell ca. 4-5 Addons. Jedem einzelnen etwas zu spenden, ist zwar möglich, erhöht aber nicht unbedingt die Motivation, weil umständlich. Kleinvieh macht zudem auch Mist, der dann aber nicht als Aufwand absetzbar ist.
    Ach ja: die Alternative ist dann, sich MS Outlook & Office zu kaufen, das man dann als ausgabewirksame Aufwendung von der Steuer absetzen kann ;-).

    Nur zur Klarstellung: wir sind keine Softwareentwickler, nur leidensfähige Softwareanwender ;-).