Ist das ein Virus oder ...?

  • Thunderbird-Version: 17.0.4
    Betriebssystem + Version: Win 7
    Kontenart: POP und IMAP
    Postfachanbieter: GMX, WEB, FREENET
    Hallo an Alle in diesem Forum,
    meine Mails kommen nicht mehr zu mir durch. Thunderbird ploppt ein Fenster für jede Serveradresse auf, in der ca. folgendes steht.
    Sicherheitsausnhmeregel hinzufügen
    Hiermit übergeben Sie die Identifikation dieser Webseite durch Thunderbird.
    Seriöse Banken, Geschäfte und ander öffentliche Seiten werden ie nicht bitten derartiges zu tun.
    Server-Adresse: pop3.web.de:995 oder
    pop3.gmx.de:995 oder oder oder.
    Was ist das und wie geh ich damit um?
    Kann das auch mit den neuen Sicherheitsprotokolen der Mailanbieter zutun haben?


    Danke im Voraus
    Muescha.Hilde

  • Zitat von "muescha.hilde"

    Thunderbird-Version: 17.0.4


    Unabhängig von deinem Problem solltest du schleunigst ein Update auf die aktuelle Version 24.6.0 durchführen. Denn deine völlig veraltete Version hat jede Menge Sicherheitslücken!


  • Hallo,


    nein, das ist kein Virus. Das habe ich solange ich Thunderbird habe noch nie gesehen.
    Bei dir geht es um das Sicherheitszertifikat des Mailanbieters.
    Zur Not kannst du die Ausnahme hinzufügen.
    Da ich keine Experte für Zertifikate bin, kann vielleicht ja noch jemand anderes Ergänzungen machen.


    Gruß

    Konversationen ohne vorherige Anforderung werden ignoriert..
    Windows 10, 64-bit, immer die aktuelle Thunderbird-Version und ältere Testversionen. Testprofile vorhanden.
    Testkonten bei den meisten größeren Mailanbietern wie GMX, Web.de usw

  • Hallo Hilde,


    viel richtiges wurde schon geschrieben.
    Trotzdem will ich auch noch meine Meinung dazu "sagen". Ich bemühe mich auch, das nicht allzu technisch zu machen. Solltest du nicht alles verstanden haben, bitte noch mal fragen.


    JA, es hat etwas mit den (uralten) Sicherheitsprotokollen zu tun, welche unsere nun endlich aufgewachten Provider jetzt durchsetzen.
    Das bedeutet, dass die Kommunikation zwischen den Servern der Provider und den Clients ihrer Kunden verschlüsselt abläuft. Dazu tauschen die Server völlig ohne Aktion der Nutzer (!) mit den Clients kryptologische Schlüssel aus, welche dann der Verschlüsselung und Authentisierung dieser Verbindung dienen. Du solltest also davon überhaupt nichts bemerken, außer dass die IMAP-"Mailordner" jetzt ein kleines Schloss zeigen.


    Das einzige, was du als Nutzer tun musst ist, dass du in deinem Client (hier: unser Thunderbird) die Verschlüsselung aktivieren musst, also auf "SSL/TLS" (zumeist bei allen Posteingangsservern) oder STARTTLS (zumeist bei allen Postausgangsservern) umstellen.
    Deine Meldung:

    Zitat

    Server-Adresse: pop3.web.de:995 oder
    pop3.gmx.de:995 oder oder oder.


    sagt mir, dass du das bereits richtig eingestellt hast! Auch würde, wenn du das nicht getan hättst eine andere Fehlermeldung kommen.
    Somit hast du alles gemacht, was du machen musst. (Trotzdem schadet es nichts, wenn du das noch einmal anhand der geposteten Hilfe-Links überprüfst, auch die Servernamen und alle anderen Einstellungen.)


    Was bedeutet aber nun diese Fehlermeldung mit diesen komischen Ausnahmeregeln?
    In den Clients werden durch deren Hersteller (also bei uns Mozilla) die so genannten "Herausgeberzertifikate" der Zertifizierungsstellen eingebaut. Das sind so etwas wie Ausweise, welche bestätigen, dass die Zertifikate welche dir die Server deiner Provider für die Verschlüsselung übersenden, auch wirklich echt sind und deinem Provider gehören (korrekt: von eben jenem Herausgeber erzeugt wurden) - und nicht etwa einer Schnüffelorganisation gehören, welche sich dazwischen geschaltet hat.


    Läuft diese Überprüfung ohne negatives Ergebnis ab, bemerkst du davon nichts.
    Passt dieser "Ausweis" aber nicht zu diesen Serverzertifikaten, dann wird der User darauf aufmerksam gemacht und gefragt (!), ob er dieser Verbindung trotzdem vertrauen will. (Also in etwa, ob du den Polizisten in seiner Uniform trotzdem ins Haus lassen willst, obwohl dieser seinen Dienstausweis vergessen hat ... .)
    Und das ist dann diese Ausnahmeregel, welche du zum bewussten Ignorieren dieses Problems anlegen kannst.


    Würdest du das bei dem angeblichen Polizisten tun?
    Daher die Frage, warum hat mein Thunderbird nicht die richtigen Herausgeberzertifikate der Zertifizierungsstellen an Bord?


    Ich vermute mal, das liegt an deiner veralteten Version des Thunderbird!
    Auch die Zertifizierungsstellen wechseln ab und an einen veralteten oder anderweitig ungültig gewordenen "Ausweis" (ihr Herausgeberzertifikat) aus. Und mit jeder neuen TB-Version bekommst du die aktuellsten Herausgeberzertifikate automatisch mitgeliefert. Das ist also meine erste Version einer möglichen Ursache.
    Eine zweite Version könnte sein, dass die Uhr deines Rechners falsch geht. Aber das kannst du ja schnell überprüfen (Zeit und vor allem Datum)!


    Also TB aktualisieren, und dann sehen wir weiter.



    MfG Peter

    Thunderbird 45.8.x, Lightning 4.7.x, openSUSE Tumbleweed, 64bit
    S/MIME, denn ich will bestimmen, wer meine Mails lesen kann.
    Nebenbei: die Benutzung der (erweiterten) Suche, und von Hilfe & Lexikon ist völlig kostenlos - und keinesfalls umsonst!
    Und: Ich mag kein ToFu und kein HTML in E-Mails!

  • Hallo,


    das

    Zitat von "Peter_Lehmann"

    (Also in etwa, ob du den Polizisten in seiner Uniform trotzdem ins Haus lassen willst, obwohl dieser seinen Dienstausweis vergessen hat ... .)

    , lieber Peter, ist eine absolut geniale Erklärung, so genial, dass sogar ich das jetzt mal verstanden habe. Super! :top:

  • Danke Peter und allen Anderen,
    nachdem ich jetzt die neuste Version aufgespielt bekam ich immer noch das gleiche Fenster. Daraufhin hab ich die Einstellungen bei "freenet" so geändert, dass sie zu den Vorgaben passen. Und jetzt ruft GMX, Freenet und Web.de gar nicht mehr ab. :( Muss ich jetzt mein Thunderbird de- und dann neuinstalieren? Kann es auch daran liegen, dass ich die Postfachordner nicht wie bei der Inst. auf C: sondern auf einer Netzwerkplatte liegen habe? Ich habe mehrere Rechner mit den ich (nie gleichzeitig) auf diese Ordner zugreife. Klappte bis lang sehr gut.
    Also erst mal ganz herzlichen Dank für die zahlreiche Unterstützung.
    Muescha.Hilde

  • Hallo Hilde,


    welchen Virenscanner benutzt du und darf der den Thunderbird-Profilordner scannen? Ist bei Dir G-Data im Spiel?


    Gruß
    Feuerdrache

    „Innerhalb der Computergemeinschaft lebt man nach der Grundregel, die Gegenwart sei ein Programmfehler, der in der nächsten Ausgabe behoben sein wird.“
    Clifford Stoll, amerik. Astrophysiker u. Computer-Pionier

  • Ja, ich benutze G-Data und ja, er darf sie scannen. Wieso????????????
    Ok, Danke. Habe gerade G-Data verboten die EMails zu prüfen. Und siehe da, da sind die Dateien. Muss ich das jetzt ausgeschaltet lassen oder kann ich da noch was einstellen?


    Danke, danke, danke.

  • Zitat

    Ok, Danke. Habe gerade G-Data verboten die EMails zu prüfen


    Das alleine genügt nicht, da Gdata immer noch Zugriff auf das Thunderbird-Profil hat. Und genau dieses musst du dort als Ausnahme eintragen.
    Profil:
    Profile verwalten (Anleitungen)


    Gruß

    Konversationen ohne vorherige Anforderung werden ignoriert..
    Windows 10, 64-bit, immer die aktuelle Thunderbird-Version und ältere Testversionen. Testprofile vorhanden.
    Testkonten bei den meisten größeren Mailanbietern wie GMX, Web.de usw

  • Zitat von "muescha.hilde"

    Ja, ich benutze G-Data und ja, er darf sie scannen. Wieso????????????
    Ok, Danke. Habe gerade G-Data verboten die EMails zu prüfen. Und siehe da, da sind die Dateien. Muss ich das jetzt ausgeschaltet lassen oder kann ich da noch was einstellen?


    Danke, danke, danke.


    Hallo Hilde,


    warum diese Fragen von mir gestellt wurden, das kannst Du diesem Faden entnehmen. Ab Beitrag #4.


    Und dann zusätzlich als Lektüre-Empfehlung Peter Lehmann zu Virenscannern


    Gruß
    Feuerdrache

    „Innerhalb der Computergemeinschaft lebt man nach der Grundregel, die Gegenwart sei ein Programmfehler, der in der nächsten Ausgabe behoben sein wird.“
    Clifford Stoll, amerik. Astrophysiker u. Computer-Pionier